Zwischen Tinder und Herzblatt
12.06.2026 Region Unterfreiamt, Theater, Villmergen, Jugend, Kommende EventsTheatergesellschaft Villmergen mit Eigenproduktion am Jugendfest
Das Vereinsparadies Villmergen ist der Mittelpunkt einer Aufführung der Theatergesellschaft Villmergen am Jugendfest. Am Samstag, 20. Juni, 17 Uhr, zeigt sie ihre Eigenproduktion «5612 ...
Theatergesellschaft Villmergen mit Eigenproduktion am Jugendfest
Das Vereinsparadies Villmergen ist der Mittelpunkt einer Aufführung der Theatergesellschaft Villmergen am Jugendfest. Am Samstag, 20. Juni, 17 Uhr, zeigt sie ihre Eigenproduktion «5612 Vereinsparadies».
Kurz, knackig und humorvoll soll die erste Eigenproduktion unter dem neuen Vorstand am Jugendfest sein. Und natürlich passend zum Thema und der Gemeinde – eine grosse Challenge. Für die neuen Fädenzieher des Vereins ist das Stück ein grosses Lehrwerk. «Die Bedingungen sind ganz anders als bei einer Aufführung in der Halle», meint Präsident Pascal Meier.
Als Verantwortliche für die Regie erfährt Sarah Lüthi grosse Unterstützung aus den eigenen Reihen. «Alle haben eine Rolle in der Regie und mit grossem gegenseitigem Respekt zusammengearbeitet.»
Entstanden ist eine Datingshow zwischen Tinder und Herzblatt. «Beschreibt ein wenig unsere Gruppe», meint der Vorstand lachend.
Für den eher kurzen und einmaligen Auftritt wird ein grosser Aufwand betrieben. Doch das scheint den Spielern egal zu sein. Voller Vorfreude wird an den Kostümen rumgezupft und dem Stück den letzten Schliff verpasst. Voller Stolz werden die neu bedruckten T-Shirts in Empfang genommen und gleich anprobiert.
Verjüngungskur im Vorstand
In der Theatergesellschaft Villmergen hat eine Verjüngung stattgefunden. Voller Elan setzt sich der neue Vorstand für mehr Bühnenpräsenz ein und wird mit seiner ersten Eigenproduktion am Jugendfest auf der Bühne stehen.
Seit April 2025 sind Pascal Meier als Präsident und Julia Meyer sowie Sarah Lüthi die Kapitäne der Gesellschaft. Jung und dynamisch haben sie sich dazu entschlossen, am Jugendfest mitzumachen. «Unsere erste GV ist durch und nun widmen wir uns unserem ersten Herzensprojekt», erklären die Vorstandsmitglieder, «unser Ziel war es, möglichst schnell wieder auf einer Bühne zu stehen.»
Gedacht war dabei aber eher in einem kleinen Rahmen und dann 2028 wieder mit etwas Grösserem. «Doch so klein ist es dann doch nicht geworden», lacht Julia Meyer.
Man kam mit dem Ziel, die ganze Kreativität des Teams auszuloten, zu einem Kick-off zusammen. Was da passierte, ist mit einem Schneeball, der den Hang hinabrollt, vergleichbar. Das Team sprudelte vor Ideen. Theater, Tanz und Musik mussten unter einen Hut gebracht werden, und zwar augenzwinkernd mit Bezug auf die zahlreichen Vereine in der Gemeinde. Eine Herausforderung für die Verantwortlichen.
Der Dampfer nimmt Fahrt auf
In der alten Schreinerei von Xaver Meyer geniesst die Theatergesellschaft das Gastrecht für die Proben. Rund 20 Leute sind in das Stück in irgendeiner Form involviert. Sei es als Spieler auf der Bühne, im Hintergrund, beim Bühnenbau oder bei den Kostümen. «Es herrscht schon eine spezielle Energie in der Gruppe», meint der junge Vorstand. Trotz des Wechsels sind alle im Verein geblieben und froh, dass es weitergeht. Speziell zu erwähnen ist der grosse Altersunterschied.
Das jüngste Mitglied ist gerade mal 17 Jahre alt und immer noch aktiv ist das älteste Mitglied mit 87 Jahren. Das zunftälteste Mitglied Vreni Stäger findet es schön, dass sie immer noch eingebunden wird. «Ich fühle mich immer noch wohl bei der Theatergruppe und das seit 69 Jahren», meint sie und wird natürlich auch am Jugendfest auf der Bühne stehen.
«Wir sind ein kleiner Verein, doch die Stimmung ist mega angenehm und wohlwollend uns Jungen gegenüber», erklärt Sarah Lüthi. Sie ist erstmals für die Regie verantwortlich. Trotz Studium hat sie sich der Herausforderung Vorstand und Regie gestellt. «Eigentlich wollte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht für den Verein engagieren, doch Pascal hat mich sympathisch gefragt. Da konnte ich nicht Nein sagen», erzählt sie lachend und bereut den Entscheid nicht.
Auch Julia Meyer wurde von Pascal Meier angesprochen. «Damals war ich noch auf Reisen und habe andere Kulturen gesehen. Da engagierte man sich und half. Das wollte ich auch. Und so kam ich zum neuen Vorstand», erzählt Julia Meyer. Die Theatergesellschaft ist unter dem neuen Vorstand wie ein Dampfer, der Fahrt aufnimmt. Gemeinsam entwickelt man sich weiter und die Arbeit wird innerhalb des Vereins aufgeteilt. Der Vorstand wird unterstützt und kann Arbeiten abgeben. «Es braucht Vertrauen und ist nicht immer einfach. Aber es läuft», so der Präsident. «Und wenn sich eine Spielmöglichkeit bietet, soll man sie auch gleich nutzen und das pflegen, was uns Freude bereitet.» --mo


