So sieht also das Paradies aus

  23.06.2026 Region Unterfreiamt, Villmergen, Jugend

Das Jugendfest Villmergen begeisterte während dreier Tage

Weder das drohende Gewitter am Freitagabend noch die grosse Hitze am Samstag und Sonntag hielten das Publikum davon ab, das Fest zu besuchen. Das Juvi 2026 war ein voller Erfolg, an diese drei Tage wird man sich noch lange erinnern.

Chregi Hansen

Für Ammann Ueli Lütolf ist klar: «Das Villmerger Jugendfest führt alle Generationen zusammen.» Er sagte dies an der offiziellen Eröffnung am Freitag. Und spätestens am Samstagabend wusste jeder, dass diese Aussage absolut zutreffend war. Denn auf dem Festgelände sprangen die Kids umher, stürmten die Jugendlichen den Lunapark, tanzten und sangen Tausende vor der Bühne beim Konzert von Megawatt mit und waren alle Festbeizli brechend voll mit jüngeren und älteren Gästen. Das ganze Festgelände pulsierte – bis plötzlich Lichter und Musik erloschen und sich alle Blicke dem Himmel zuwandten, wo eine Drohnenshow fantasievolle Bilder zauberte. Ein eher stiller und besinnlicher Höhepunkt – aber nicht der Abschluss, denn anschliessend wurde bis in den frühen Morgen weiter gefeiert.

«Das ist euer Fest, eure Bühne – Lasst es krachen»

Doch zurück an den Anfang. «In Villmergen müssen die Kinder jeweils lange auf ein Jugendfest warten», so der Ammann weiter. Nur alle acht Jahre findet es statt. «Doch heute ist es so weit, das ist euer Fest, eure Bühne. Lasst es krachen», gab Lütolf den Schülern und Schülerinnen mit auf den Weg. Und OK-Chef Philippe Wyser betonte in Anspielung auf das Motto «Paradiesisch», dass sich jeder und jede etwas anderes unter dem Paradies vorstellt. «Aber für mich sind eure glücklichen Gesichter das grösste Paradies», so Wyser.

Und diese glücklichen Gesichter traf man an allen drei Tagen und überall auf dem Festgelände. Denn den Kids und Jugendlichen wurde viel geboten. Unzählige Spielangebote lockten am Freitag und Samstag zu Spass und Bewegung. «Der Aufwand für all diese Stationen ist gross. Aber wenn man die Begeisterung der Schüler und Schülerinnen sieht, dann leistet man die Arbeit gerne», sagte Christoph Fricker, der die Organisation des Parcours unter sich hatte. Riesig war auch der Aufwand, welchen die Wagenbauer auf sich nahmen. Zehn fantasievolle und paradiesische Sujets rollten, begleitet durch die Klassen sowie Musik- und Tanzformationen, durch das Dorf. «Ich bin absolut beeindruckt, das ist alles noch viel besser, als ich es mir in der Planung vorgestellt habe», schwärmte der künstlerische Leiter Fabio Gsell noch während des Umzugs. Es waren nicht nur die Dimensionen der Wagen, die beeindruckten, viele Elemente bewegten sich und sorgten für verschiedene Effekte. Zudem verteilten die Kids fleissig Süssigkeiten oder Äpfel. Und wurden umgekehrt mit Wasser versorgt.

Gesucht: Schattenplätze

Wasser war auch während des Fests gefragt, denn die Temperaturen waren hoch. Sehr hoch. Die installierten Sprühnebelanlagen brachten etwas Abkühlung, auch der künstliche See auf dem Festgelände wurde dafür genutzt. Doch trotz der Hitze zogen die verschiedenen Acts auf der Bühne das Publikum wieder in die pralle Sonne. Für Begeisterung sorgten etwa der Auftritt der Theatergesellschaft, welche das Vereinsleben in Villmergen und die Beziehungen zu Wohlen scherzhaft auf die Schippe nahm. Auch die Tanzaufführungen oder das Konzert von Megawatt lockte viel Publikum an. Andere Acts hingegen wurden Opfer der grossen Hitze. Gerade bei den Konzerten am frühen Abend war der Platz vor der Bühne fast leer, weil alle lieber die Schattenplätze in den Festbeizli besetzten.

Apropos Beizli: Was die Vereine in dieser Hinsicht leisteten, war beeindruckend. Wenn nicht gar paradiesisch. Das betrifft die Einrichtung und Dekoration, aber insbesondere auch die Leistung durch Küche und Service. Und trotz des Stresses und der hohen Temperaturen wurden die Arbeiten stets mit einem Lächeln geleistet. Beim Spazieren von Beiz zu Beiz traf man zudem fast immer auf alte Bekannte, bildeten sich kleine Grüppchen, die angeregt diskutierten. Und als wahrer Magnet erwies sich der Lunapark mit seinen vielen Anlagen. Wobei vor allem das grosse Riesenrad ein Renner war – fast alle gönnten sich einmal eine Fahrt und einen Blick von oben herab auf das Villmerger Paradies.


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