Gesundes Lernen in der Schule
22.05.2026 Kelleramt, Politik, Parteien, Arni, Schule, BildungInterpellation von Stefanie Köpfli, SVP-Grossrätin aus Arni
Der zunehmende Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht und dessen Auswirkungen auf das Lernen haben Grossrätin Stefanie Köpfli zu einem parlamentarischen Vorstoss bewogen.
...Interpellation von Stefanie Köpfli, SVP-Grossrätin aus Arni
Der zunehmende Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht und dessen Auswirkungen auf das Lernen haben Grossrätin Stefanie Köpfli zu einem parlamentarischen Vorstoss bewogen.
Im Sinne der Förderung digitaler Kompetenzen gewinnen Tablets, Laptops, Lernsoftware und Co. in den Schulen des Kantons Aargau an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen verschiedene Studien, dass das Lernen durch Schreiben von Hand sowie das Arbeiten mit Stift und Papier positive Auswirkungen auf das Textverständnis, die Merkfähigkeit und die Konzentration haben. «Insbesondere auf grundlegende Lernprozesse wie Lesen, Schreiben und das nachhaltige Behalten von Lerninhalten scheint sich dies positiv auszuwirken», hält Stefanie Köpfli, SVP-Grossrätin aus Arni, in ihrer Interpellation an den Regierungsrat fest. Zudem sei zu beobachten, dass mehrere Länder – insbesondere in Skandinavien – den starken Fokus auf digitale Lernmittel im Schulunterricht zunehmend kritisch hinterfragen: «In Schweden wird die Digitalisierung an Schulen teilweise zurückgefahren, um den Stellenwert von Büchern, Handschrift und analogen Lernformen wieder zu stärken.» Vor diesem Hintergrund stelle sich gemäss der Interpellantin die Frage, ob der heutige Einsatz digitaler Medien an den Schulen des Kantons Aargau pädagogisch ausgewogen gestaltet sei und den langfristigen Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler bestmöglich unterstütze. Gemeinsam mit zwei Ratskollegen der FDP und der Mitte ersucht sie den Regierungsrat um Beantwortung diverser Fragen.
Pädagogisch ausgewogen?
Dabei geht es etwa um die pädagogischen Überlegungen hinter dem Einsatz digitaler Medien sowie den Umfang, in welchem digitale Endgeräte derzeit im Unterricht eingesetzt werden, insbesondere auf der Primar- und der Sekundarstufe. Auf der anderen Seite soll der Regierungsrat sich zu den Vorteilen des Lernens durch Schreiben von Hand äussern und aufzeigen, wie sichergestellt werde, dass grundlegende Kulturtechniken wie Schreiben von Hand, Lesen längerer Texte und Rechnen ohne digitale Hilfsmittel ausreichend gefördert werden.
«Hat der Regierungsrat Kenntnis davon, dass einzelne Länder – insbesondere in Skandinavien – ihre Strategie beim Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht überdenken oder anpassen?», fragen die Interpellanten weiter. Und: «Welche Schlussfolgerungen zieht er daraus für den Kanton Aargau?» So soll der Regierungsrat angeben, ob er Handlungsbedarf sehe, den Stellenwert von Stift, Papier und Büchern im Schulunterricht wieder stärker zu gewichten.
Regulierbare Bildschirmzeit
Ein weiteres Thema ist die Verantwortung, welche die Schule im digitalen Zeitalter für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler trägt und welche Vorgaben der Kanton den Gemeinden betreffend digitale Infrastruktur machen will. «Viele Familien legen zum Schutz ihrer Kinder klare Bildschirmzeiten fest. Wie steht der Regierungsrat zu diesem Spannungsfeld mit der Bildschirmzeit in der Schule?», fragen Stefanie Köpfli und ihre beiden Mitunterzeichner konkret.
Weiter geht es um die Möglichkeit, zu Hause lieber ein Schulbuch als ein iPad zu haben, auch wenn Lehrmittel nur noch digital und zu deutlich höheren Kosten als früher erhältlich seien. «Welche Strategie verfolgt das BKS diesbezüglich beim Schulverlag plus?», fragen die Interpellanten dazu. Und ganz grundsätzlich: «Welche Werte sollen unsere digitale Schulwelt prägen?» Sowie: «Was versteht der Regierungsrat unter ‹gesundem Lernen› in einer zunehmend digitalisierten Schule?» --tst
