Meisterklasse statt Mathe

  26.06.2026 Handball, Sport, Mutschellen, Schule, Jugend, Berikon

Lernen vom Besten

Handball-Legende Andy Schmid trainiert Beriker Schülerinnen und Schüler

Mit Andy Schmid war einer der erfolgreichsten Schweizer Handballer aller Zeiten zu Gast im Berikerhus. Er sorgte für leuchtende Augen und grosse Begeisterung.

Sabrina Salm

Andy Schmid gilt als der erfolgreichste Handballspieler der Schweiz. Der Luzerner machte sich als Spielmacher bei den Rhein-Neckar Löwen in der deutschen Bundesliga einen Namen und wurde zwischen 2014 und 2018 gleich fünfmal in Folge zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. Mit den Löwen gewann er unter anderem zwei deutsche Meistertitel und den EHF-Cup.

Für die Schweizer Nationalmannschaft absolvierte er über 200 Länderspiele, erzielte mehr als 1000 Tore und ist bis heute Rekordtorschütze unseres Landes. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere übernahm der 42-Jährige das Traineramt der Schweizer Männer-Nationalmannschaft. Seit 2024 steht er an der Seitenlinie und wird ab Sommer 2026 zusätzlich den HC Kriens-Luzern betreuen.

Engagierter Einsatz

Gestern war die Schweizer Handball-Ikone in Berikon zu Gast. Im Berikerhus nahm sich Schmid Zeit für die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Berikon, beantwortete Fragen, verteilte Autogramme und leitete ein exklusives Training für die Klasse 5a. Die Begegnung war Teil des Hauptgewinns eines Wettbewerbs des Projekts «Handball macht Schule», den die Klasse gewonnen hatte. Während der Trainingseinheit vermittelte Schmid den 18 Kindern in verschiedenen Übungen Wurftechniken und Finten. Die jungen Handballfans machten engagiert mit und erhielten zum Abschluss ein besonderes Lob ihres prominenten Trainers: «Ihr habt das echt gut gemacht.» --sab


Andy Schmid, erfolgreichster Schweizer Handballer aller Zeiten, war zu Gast in der Primarschule Berikon

Die Beriker Schülerinnen und Schüler erlebten gestern eine besondere Ehre. Andy Schmid, der aktuelle Handball-Nationaltrainer, nahm sich Zeit für Fragen, Autogramme und ein exklusives Training mit der Klasse 5a.

Sabrina Salm

«Wie viele Tore haben Sie geschossen?», «Waren Sie vor Spielen nervös?» oder «Was haben Sie vor einem Match gegessen?» – Die Fragen der Schülerinnen und Schüler kommen schnell und direkt. Und die wohl ehrlichste Frage des Tages: «Wie viel verdienen Sie?» Andy Schmid lacht. Geduldig steht das Schweizer Handball-Aushängeschild Rede und Antwort. Um die 1500 Tore werden es in seiner zwanzigjährigen Profikarriere wohl gewesen sein, vor den Spielen gab es meistens Pasta, Reis oder Poulet, und er verrät auch: «Als Spieler habe ich mehr verdient als als Trainer.» Die Kinder hängen an den Lippen des 42-jährigen Luzerners, der mit sieben Jahren selbst so klein angefangen hat wie sie. Von seiner Nahbarkeit und Passion sind die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Berikon sofort restlos begeistert. Und viele können es gar nicht richtig glauben, dass vor ihnen nicht nur der aktuelle Trainer der Schweizer Männer-Nationalmannschaft steht, sondern der erfolgreichste Handballspieler, den die Schweiz je hervorgebracht hat.

Andy Schmid begann seine Karriere bei der SG Stans/Luzern und schaffte später den Sprung in die deutsche Bundesliga. Bei den Rhein-Neckar Löwen entwickelte er sich zu einem internationalen Spitzenspieler. Fünfmal in Folge wurde er zwischen 2014 und 2018 zum wertvollsten Spieler der Bundesliga gewählt. Mit über 200 Länderspielen und mehr als 1000 Toren ist er zudem Rekordtorschütze der Schweizer Nationalmannschaft. Seit 2024 steht er als Nationaltrainer an der Seitenlinie und wird ab Sommer 2026 zusätzlich den HC Kriens-Luzern betreuen.

Handballbegeisterte Klasse

Doch an diesem Tag geht es nicht um Titel, Rekorde oder Erfolge. Im Mittelpunkt stehen die Kinder. Die Gelegenheit zu diesem besonderen Treffen ergab sich durch einen Wettbewerb. Im Rahmen einer Projektwoche wurde während eines Handballkurses ein Video produziert und eingereicht. Hanspeter Brem, verantwortlich für «Handball macht Schule» beim Handballclub Mutschellen, durfte wenig später die erfreuliche Nachricht entgegennehmen: Die Schule hatte den Hauptgewinn gewonnen – ein Treffen inklusive Training mit Andy Schmid. Die Wahl fiel auf die Klasse 5a. Nicht ohne Grund. Die Schülerinnen und Schüler erreichten an der Schweizer Schulhandball-Meisterschaft den sechsten Rang. «Meine Klasse ist sehr handballbegeistert», sagt Lehrerin Bianca Lang. Entsprechend gross war die Vorfreude. «Sie waren extrem nervös.» Die Kinder hätten kaum glauben können, dass sie tatsächlich mit ihrem Idol trainieren würden. «Sie waren völlig aus dem Häuschen.»

Nachdem Andy Schmid jedem Schüler und jeder Schülerin der Primarschule Berikon ein Autogramm gab, folgte das exklusive Training der Klasse 5a. In der Halle legte sich die Nervosität schnell und wich purem Elan. Eine einzige Regel gibt Schmid den
Kindern mit auf den Weg: «Wenn ich spreche, redet niemand und prellt auch nicht mit dem Ball.» Die Schülerinnen und Schüler halten sich vorbildlich daran. Dann wird gelaufen, gepasst und geworfen. Seine Anweisungen sind klar und verständlich, sein Umgang mit den Kindern freundlich und motivierend. Die 18 Schülerinnen und Schüler hören aufmerksam zu und setzen die Übungen mit viel Enthusiasmus um.

Seine Mission: Für Sport begeistern

Das Spektakel liessen sich auch die Vereinsvertreter des Handballclubs Mutschellen nicht entgehen. Die Trainerinnen Marina Ragettli, Leana Sargenti und Lisa Koller beobachten jede Übung genau. «Die Übungen machen wir bestimmt nach», sagen sie sichtlich beeindruckt vom unkomplizierten, aber hochprofessionellen Coaching der Handball-Ikone. Auch Juniorenobmann Sevi Kamm verfolgt die Einheit interessiert.

Für Andy Schmid selbst ist dieser Einsatz an Schulen Ehrensache. Er zeigte sich beeindruckt, wie viele der Beriker Kinder bereits in Sportvereinen aktiv sind. «Sport ist ganz wichtig. Ihr seid mit Kollegen zusammen und bewegt euch.» Dabei spiele es keine Rolle, welche Sportart ausgeübt werde. «Hauptsache, ihr bewegt euch.» Am Ende gab es das verdiente Lob vom Nati-Coach persönlich: «Ihr habt das echt gut gemacht!» Ein Satz, den die glücklichen Fünftklässler so schnell ganz sicher nicht vergessen werden.


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