Wie richtige Nationalräte
10.04.2026 Mutschellen, Schule, Politik, Jugend, BildungKreisschule Mutschellen: Klasse Bez 3a debattierte im Bundeshaus
Unter der Leitung von Klassenlehrer Alex Joho und begleitet von Lehrer Thomas Leitch verbrachte die Klasse Bez 3a der Kreisschule Mutschellen drei Tage in Bern. Neben dem Besuch der luxemburgischen Botschaft ...
Kreisschule Mutschellen: Klasse Bez 3a debattierte im Bundeshaus
Unter der Leitung von Klassenlehrer Alex Joho und begleitet von Lehrer Thomas Leitch verbrachte die Klasse Bez 3a der Kreisschule Mutschellen drei Tage in Bern. Neben dem Besuch der luxemburgischen Botschaft stand das Planspiel «SpielPolitik!» im Zentrum.
Erster Höhepunkt der drei Staatskundetage in Bern war der Besuch der luxemburgischen Botschaft. Botschafter Robert Lauer und die stellvertretende Botschaftsleiterin Laura Lakaff höchstpersönlich standen den Schülerinnen und Schülern Red und Antwort. Der Botschafter erläuterte unter anderem anhand seines Werdegangs die Aufgaben eines Diplomaten. Danach wurde die Klasse mit einem Apéro riche verwöhnt.
Kostenlose grundlegende Hygieneprodukte gefordert
Am folgenden Planspiel an den beiden nächsten Tagen nahmen neben der Bez 3a der Kreisschule Mutschellen zwei weitere Deutschschweizer Klassen und eine Tessiner Klasse teil. Sie alle brachten ihre eigene Initiative mit. Die Beriker von Klassenlehrer Alex Joho in Begleitung von Thomas Leitch lancierten die Initiative «Grundrecht statt Grundgeruch» und forderte kostenlosen Zugang zu grundlegenden Hygieneprodukten. Die Klasse aus Oberuzwil SG wollte E-Mobilität für alle ab 14 Jahren einführen und die Jugendlichen aus Mendrisio TI verlangten eine Kostenübernahme von 50 Prozent für den öffentlichen Verkehr für Jugendliche in Ausbildung. Die Initiative der Klasse aus Sins wollte einen niederschwelligen und kostenlosen Zugang zu psychologischer Unterstützung für Kinder und Jugendliche sicherstellen.
Wie in echt nach Lösungen gerungen
Die Initiativen wurden, wie im echten Politalltag, in Kommissionen und Fraktionen einen Tag lang diskutiert und als Höhepunkt am Mittwochnachmittag im Nationalratssaal verhandelt. Die Eltern konnten die Debatte von der Tribüne aus verfolgen.
Zuvor kamen alle Schülerinnen und Schüler in den Genuss einer Führung durch das Bundeshaus. In der dreistündigen Debatte im Nationalratssaal verhielten sich die Jugendlichen vorbildlich. Sie hörten einander aufmerksam zu, waren konzentriert und standen den echten Parlamentariern in nichts nach. Schülerin Vivienne Muther aus Widen ist begeistert: «Mir hat es sehr gefallen, da es sich vielleicht um eine einmalige Gelegenheit handelt, im Bundeshaus eine Rede zu halten.»
Florence Debons aus Rudolfstetten doppelte nach: «Die drei Tage in Bern haben mir eine neue Sicht auf die Politik gegeben. Besonders gut gefallen haben mir die Debatten in den Kommissionen und im Nationalrat.» Klassenlehrer Alex Joho zog Fazit: «Die drei Tage in Bern mit meiner Klasse B3a waren unglaublich spannend, interessant und aber auch intensiv.» Die Schülerinnen und Schüler hatten toll mitgemacht und sich auch noch auf dem Heimweg mit den besten Argumentationsstrategien in der Nationalratsdebatte auseinandergesetzt. Er weiss: «Neben dem Einblick in den demokratischen Prozess kam auch der Austausch mit anderen Klassen, auch über die Sprach- und Kantonsgrenzen hinaus, nicht zu kurz.» --red
Politische Bildung fördern
Das Planspiel «SpielPolitik!» will die politische Bildung der Schülerinnen und Schüler handlungsnah und vor Ort des nationalen politischen Geschehens fördern. Der Verein «Schulen nach Bern», unterstützt vom Zentrum Demokratie und der Fachhochschule Nordwestschweiz, setzt mit dem Plan- und Simulationsspiel «SpielPolitik!» genau hier an. Am Planspiel nehmen jeweils vier Klassen aus je zwei verschiedenen Sprachregionen der Schweiz teil. Die Klassen des 8. und 9. Schuljahres bereiten sich in ihren Schulhäusern während eines Semesters auf die Projekttage vor, indem sie ein Staatskundelehrmittel durcharbeiten. Gleichzeitig formulieren sie ein ihnen wichtiges politisches Anliegen als Volksinitiative und reichen es bei der Spielleitung von «SpielPolitik!» ein. Vor der Exkursion nach Bern erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Argumente für ihre eigene Initiative, sammeln Unterschriften auf der Strasse und gründen eine eigene Partei. Sie sichten die Antwort des Bundesrats («Botschaft des Bundesrats») zur eigenen Initiative und nehmen die Initiativen der anderen Klassen zur Kenntnis. Höhepunkt bilden die zweitägige Debatte in Bern und die Beschlussfassung im Nationalratssaal. Weitere Infos: www.schulen-nachbern.ch. --red

