Warum so viel mehr ausgeben?
03.02.2026 Kelleramt, LeserbriefeAls Bevölkerungsvertreter nahm ich vor zweieinhalb Jahren Einsitz in die Planungskommission. Mein Auftrag lautete, mitzuhelfen, die nötige Infrastruktur für die Vereine im Dorf zu planen. Das Ziel war und ist für mich weiterhin, eine Doppelhalle mit den bekannten ...
Als Bevölkerungsvertreter nahm ich vor zweieinhalb Jahren Einsitz in die Planungskommission. Mein Auftrag lautete, mitzuhelfen, die nötige Infrastruktur für die Vereine im Dorf zu planen. Das Ziel war und ist für mich weiterhin, eine Doppelhalle mit den bekannten Annexbauten zu erstellen. Der Weg zum Ziel wurde in den letzten zwei Jahren allerdings immer steiniger. Alle Bedürfnisse der Bevölkerung unter einen Hut zu bringen, ist eine riesige Aufgabe. Wir wollen den Vereinen möglichst alle Wünsche erfüllen, ohne dem Steuerzahler übermässig zur Last zu fallen.
Weshalb habe ich an der «Gmeind» den Baukredit von 14,25 Millionen Franken abgelehnt und einen Überweisungsantrag für ein anderes Projekt einer Doppelturnhalle mit Annexbauten und einem Kostendach von 11 Millionen Franken gestellt? Da die Planungskommission keine weiteren Einsparungen vornehmen konnte, mussten wir andere Wege prüfen. Mit dem neuen Projekt können die Kosten um rund 4 Millionen Franken gesenkt werden. Ausserdem sind sämtliche Bedürfnisse der Vereine wieder abgedeckt. Zusätzliche Einbauten, die aus Kostengründen gestrichen wurden (Kücheneinrichtung, WC-Anlagen im EG) sind wieder im Preis enthalten. Auch werden die Materialien im Innenbereich wieder aufgewertet. Mit einem neuen Projekt können alle Mängel korrigiert werden.
Im Laufe der Planung wurden die Wettbewerbspläne durch die Architekten massiv geändert, wegen Fluchtwegen, die beim Wettbewerbsprojekt falsch berechnet wurden. Für einige Mitglieder unserer Planungskommission war das eine Enttäuschung. Für mich stimmt das ganze Konzept nicht mehr. Die Preisdifferenz des Projekts Libelle zu einem neuen Projekt liegt in erster Linie an den hohen Honoraren der beauftragten Architekten und Planer wie auch an der aufwendigen Dachkonstruktion bei der Mehrzweckhalle. Bauen wir hier eigentlich für den Architekten oder für die Vereine? Ein durchdachter Zweckbau bringt der Bevölkerung mehr als ein Gebäude, das kostengünstig materialisiert wurde, nur um eine teure Dachkonstruktion zu erhalten.
Auch vom Referendumskomitee bin ich sehr enttäuscht. Sie behaupten, sie wollen unser Dorf weiterbringen. Mit dem Referendum bewirken sie aber das Gegenteil. Wie kann das Referendumskomitee Stellung beziehen, ohne mit den Personen gesprochen zu haben, die tief in diesem Projekt verwurzelt sind? Auch ist nicht klar, ob sich das Referendumskomitee mit den Plangrundlagen auseinandergesetzt hat. Sonst wäre ihm aufgefallen, dass sich das Projekt seit dem Wettbewerb massiv verschlechtert hat. Zudem sollten bei einer Unterschriftensammlung korrekte Aussagen und Zahlen verwendet werden. Leider war das aber nicht der Fall. Bis wir für das neue Projekt den Baukredit sprechen können, geht es rund ein Jahr und nicht bis zu vier Jahren, wie behauptet wird. Mit diesem Referendum wird sich zudem alles wieder um ein paar Monate verzögern.
Das Referendumskomitee behauptet zudem, dass die bisherigen Planungsund Projektierungskosten verloren sind. Auch das stimmt nicht. So sind heute die Bedürfnisse an eine Halle bekannt, und die erarbeiteten Grundlagen können weiterverwendet oder es kann darauf aufgebaut werden. Für mich ist es unverständlich, weshalb unsere Gemeinde rund 4 Millionen Franken mehr ausgeben soll, wenn wir für 11 Millionen Franken eine Doppelhalle mit allen geforderten Bedürfnissen zeitnah erstellen können.
Lehnen Sie bitte den Baukredit am 8. März ab und ermöglichen Sie dem neu zusammengesetzten Gemeinderat die Umsetzung eines zahlbaren und doch qualitativ guten Projekts Mehrzweckhalle Breite.
Rolf Stamm, Oberlunkhofen
