Schon mit Emotionen verbunden
30.06.2026 Kelleramt, SchuleNach nur drei Jahren verlässt Stefan Späni die Schule Jonen und die Kreisschule Kelleramt wieder
Wenn es passt, dann bleibe er bis zur Pension. Nun geht Schulleiter Stefan Späni bereits wieder. «Das heisst aber keinesfalls, dass es nicht passte», ...
Nach nur drei Jahren verlässt Stefan Späni die Schule Jonen und die Kreisschule Kelleramt wieder
Wenn es passt, dann bleibe er bis zur Pension. Nun geht Schulleiter Stefan Späni bereits wieder. «Das heisst aber keinesfalls, dass es nicht passte», sagt er. Vielmehr habe es ihn gereizt, beruflich noch einmal eine ganz neue Herausforderung anzugehen. «Aber ich habe mich schwergetan mit dem Entscheid.»
Annemarie Keusch
Er gehe nicht gerne. Das betont Stefan Späni während des Gesprächs mehrmals. Und das wird auch spürbar. Wenn er schwärmt von einer «tollen Schule». Vom Gesamtpaket, das passe. Von der Unterstützung durch die Gemeinde, die Eltern. Vom Lehrerteam, dass «grossartige Arbeit» leiste. Und doch geht er. Nach drei Jahren als Schulleiter der Schule Jonen und der Kreisschule Kelleramt ist Ende Schuljahr Schluss. «Ich musste feststellen, dass das Familiensystem etwas leidet», nennt Späni einen der Gründe. 45 Minuten Weg morgens und abends. «An den neuen Ort werde ich mit dem Fahrrad gehen können.» Der Hauptgrund aber liegt in der neuen Herausforderung, die Späni in Obersiggenthal antreten kann. Er wird Gesamtschulleiter. «Nochmals eine Stufe höher, eine neue Etappe», fasst er zusammen. 1200 Schüler, vier Stufenleiter. Er wird weniger «an der Front sein». Weniger Elterngespräche führen, zum Beispiel. «Wobei, das werde ich vermissen.»
Als Gesamtschulleiter wird seine Rolle viel mehr im Hintergrund sein, als es sie aktuell als Schulleiter im Kelleramt ist. «Ich gehe diese neue Herausforderung mit viel Respekt an.» Und er betont, dass ihm der Entscheid nicht leichtfiel. «Am Schluss war es das Neue, das mich reizte.»
Noch mitten im Alltag
Aber auch wenige Wochen vor seinem Abschied aus dem Kelleramt steckt er noch mitten im Alltag. «Es ist noch einiges los», sagt er. Zwei Kinder haben keinen Platz an einer heilpädagogischen Schule erhalten. Lösungen müssen her. «Das ist sehr zeitaufwendig», sagt Späni. Schliesslich wollen und sollen die betroffenen Kinder nicht einfach nur betreut sein, sondern gefördert werden, wie alle anderen auch. «Wir versuchen das Beste – für die Kinder, die Eltern und die Schule.»
Es brauche zwei, drei Jahre, bis eine neue Schulleitung die Schule so richtig kenne – das weiss auch Stefan Späni. «Insofern kommt mein Abschied zu einem schlechten Zeitpunkt.» Anja Schurtenberger wird seine Nachfolge antreten. «Ich mache mir keine Sorgen um die Schule, auch wenn ein solcher Wechsel das System immer belastet. Dieses tolle Team wird das auffangen können», ist er überzeugt.
Für die Gesundheit der Lehrpersonen
Auch wenn es nur drei Jahre sind. Stefan Späni hat im Kelleramt Spuren hinterlassen. «Ich versuchte, ein Zeichen zu setzen für die Gesundheit der Lehrpersonen.» «Schule handelt» hiess das Projekt, bei dem die Kreisschule Kelleramt und die Schule Jonen als Feedback eine hundertprozentige Arbeitszufriedenheit erhielt. Eine reine interne Erhebung, an der das Lehrerkollegium teilgenommen hat. «Aber bei der 360-Grad-Umfrage, wo es um Rückmeldungen seitens der Eltern- und der Schülerschaft ging, ergaben sich natürlich auch Handlungsfelder. Diese sind definiert.» Seine Nachfolgerin werde sich deren annehmen. Überhaupt kommt Stefan Späni immer wieder auf das Miteinander zu sprechen. Das Miteinander mit dem Lehrerteam, mit der Gemeinde, mit dem Elternrat. «Ich habe mich immer als Teil des Teams gefühlt und erfuhr immer Unterstützung, zum Glück auch kritischer Natur.»
Späni ging in die Klassen, sobald Probleme auftauchten. Auch um die Lehrerschaft zu entlasten. «Mir ist bewusst, dass der Lehrerjob belastend ist und etwas dafür getan werden muss, damit dieser anhaltend Spass macht», sagt er. Hier hat er Energie investiert. Die tiefe Fluktuation sei der Lohn dafür.
Jugendfest bleibt in Erinnerung
Das Ende von Spänis Engagement im Kelleramt naht. «Ich fiebere dem Abschied nicht entgegen.» Denn auch nach nur drei Jahren sei dieser mit Emotionen verbunden. «Ich gehe neue Wege und verlasse damit einen Ort, eine Umgebung, wo ich mich wohlgefühlt habe.» Dabei nehme er viele gute Erinnerungen mit. Allen voran an das Jugendfest im letzten Sommer, kombiniert mit dem Circus Balloni. «Es war ein Beispiel dafür, was alles zugunsten der Kinder möglich ist, wenn die Gemeinde und die Schule zusammenhalten.» Da seien Erinnerungen geschaffen worden, die heute noch im Schulalltag präsent sind. Späni spricht ganz allgemein von Begegnungen, die bleiben werden. Und wieder: «Dieses tolle Team.»
Denn in Jonen, im Kelleramt, habe er etwas erlebt, das er in dieser Dimension vorher nicht kannte. «Klar, ich warf nicht jeden Morgen mit Konfetti um mich, aber es gab keinen Sonntagabend, wo ich den bevorstehenden Montag als mühsam empfand.» Wertschätzung lässt sich auch so transportieren.

