Mit viel Herzblut für den Jodel
17.03.2026 Region Unterfreiamt, Dottikon, MusikJodlerkonzert mit einem Gastspiel von Valentin Schmidlin
Heimat ist beim Jodlerklub Dottikon nicht nur ein Wort. Das Konzert begeistert mit seinen Darbietungen, das Theater sorgt für die Unterhaltung und Valentin Schmidlin für den nötigen Jö-Effekt. ...
Jodlerkonzert mit einem Gastspiel von Valentin Schmidlin
Heimat ist beim Jodlerklub Dottikon nicht nur ein Wort. Das Konzert begeistert mit seinen Darbietungen, das Theater sorgt für die Unterhaltung und Valentin Schmidlin für den nötigen Jö-Effekt. Ein durchwegs gelungener Abend im Gemeindezentrum Risi.
Monica Rast
Er ist offensichtlich die Hauptattraktion des Abends – der achtjährige Valentin Schmidlin. Er nahm am Prix-Walo-Sprungbrett 2025 teil und sorgt für den Jö-Effekt.
Immer wieder wird Valentin um ein Foto gebeten. Und dies bevor er überhaupt aufgetreten ist. Er ist halt schon süss in seinem Erscheinungsbild mit Sennechuteli und dem obligaten Löffeli im Ohr. «Mein Vater ist Schweizer, meine Mutter Thailänderin und ich bin halb-halb», verkündet er lautstark, bevor er auf der Bühne Vollgas gibt.
Locker und ohne Hemmungen auf der Bühne
Aus ganzem Herzen spielt Valentin sein Schwyzerörgeli und jodelt dazu. Kein Wunder fliegen ihm die Herzen einfach zu. Da winkt er ganz selbstbewusst Pius Schüepp zu sich. Dieser lässt bei der nächsten Darbietung den Fünfliber in der Schüssel kreisen. Dafür gab es von Valentin ein Daumen hoch.
Etwas später zieht er eine kleine Dose aus der Hosentasche: «Chum Pius, jetzt nämmer no en Schnupf.» Und schon begleitet Pius Schüepp den kleinen Valentin auf dem Schwyzerörgeli, als dieser «Dr Schacher Seppli» singt. «Jetzt gehen wir zu den Chinesen. Diese sind fast so gross wie die Appenzeller», meint er sehr zur Unterhaltung des Publikums.
Valentin ist eindeutig der Liebling des Abends. Eigentlich braucht er keinen Hinweis von seinem Vater, dass er die Anwesenden fragen soll, ob sie noch ein Stück hören wollen. Ganz selbstbewusst fragt der Achtjährige: «Wollt ihr noch ein Lied hören?» und fordert die Konzertbesucher gleich auf mitzusingen. Was sie auch tun. Valentin weiss halt, wie man das Publikum bezirzt.
Jodlerkonzerte vermitteln ein Gefühl von Heimat. Egal ob Landschaft, Berge, Wetter oder Alphütte. Es ist geprägt von Traditionen und schön dekorierten Hallen. Das ist auch beim Jodlerklub Dottikon nicht anders. Den Auftakt macht «Es Lied» von Hannes Fuhrer, das Präsidentin Dorli Stierlin gleich selbst ansagt.
Der Heimat verbunden
Für die Ansage von «D’Amsle» hat sich Pius Schüepp etwas einfallen lassen. «Jedes Jahr wird der Frühling von einem schwarzen Vogel mit seinem Gesang angekündigt», meint er zum Stück von Amata Schütz. Die Kleinformation mit Dorli Stierlin, Benj Ufenast und Josef Bachmann trägt ebenfalls ein Lied vom Berner Komponisten Hannes Fuhrer vor. Die Zuhörer spüren förmlich die «Sunnestrahle».
«S’Plange» von Hans Setz besingt das Frühlingserwachen. Das anspruchsvolle Lied setzt eine fein klingende Stimme im oberen Oktavenbereich voraus, eine exzellente Jodeltechnik und eine empfindsame Interpretation. Vorgetragen wird das Stück von der Solistin Dorli Stierlin, begleitet von Josef Bachman und bejubelt von den Zuhörern. Der Jodelklub überzeugt mit einem abwechslungsreichen und vielseitigen Konzertprogramm, und die Theatergruppe rundet den Abend spielerisch ab.
«Es Chnächtli und es Mägdli»
Im Lustspiel von Josef Brun erleben die Zuschauer die Freude des Geldsegens und wie ein Geissbock dieser in kürzester Zeit vernichten kann. Was übrig bleibt, ist ein Heimetli und ein Ehepaar, das sich trotz allem gefunden hat.
Christine Peter als resolute Magd; Marcel Egli als mürrischer Knecht; Andrea Huber und Fabian Wolf als hippige Aussteiger mit Kaufinteresse, Loni Maron als gepflegte Romanautorin und Godi Küng als flotter Gemeindeammann begeistern das Publikum in diesem Einakter.
Die Darstellerinnen und Darsteller sorgen für manch komischen Moment, der das Publikum zum Lachen bringt. Nach dem anspruchsvollen Jodelkonzert und dem aufgedrehten Valentin ist das Theaterstück ein gelungener Abschluss – unterhaltsam, kurzweilig und nicht zu lange für die Besucherinnen und Besucher.
Danach gehört die Bühne den «Stubete-Höckler» und allen tanzfreudigen Besuchern.



