Mit Mut und Zuversicht zum Erfolg
04.08.2026 Kelleramt, Jonen, KulturJoner Buchvernissage vollzogen
In seiner Rede zum Nationalfeiertag ging Autor Arnold Huber auf die Arbeit am Buch ein und wie es dazu kam. Seine pointierten Worte gaben Einblick in das 230 Seiten starke Werk mit zahlreichen Bildern.
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Joner Buchvernissage vollzogen
In seiner Rede zum Nationalfeiertag ging Autor Arnold Huber auf die Arbeit am Buch ein und wie es dazu kam. Seine pointierten Worte gaben Einblick in das 230 Seiten starke Werk mit zahlreichen Bildern.
--red
Durch Festredner und Buchautor Arnold Huber stand die 1.-August-Feier in Jonen unter besonderen Vorzeichen
Die Abendsonne beschien den gut besuchten Schulhausplatz. Andreas Huber dirigierte die Rhythmuskönner des Musikvereins. Es war speziell, dass der Ex-Gemeindeschreiber, der 38 Jahre lang die Fortschritte und Historie seiner Heimatgemeinde mitgestaltete, nun sein einzigartiges Werk vorstellte.
Hans Rechsteiner
Arnold Huber ist ab 1957 als «ein echter Bünzli-Bueb» im Weiler Mörgelen «bestens vorbereitet auf ein Leben zwischen Vorschriften und Dorffest» aufgewachsen. Die alte Familie hat Geschichte mitgeschrieben: Jakob Huber (1883–1953) war im Zweiten Weltkrieg Generalstabschef der Schweizer Armee, an seiner Beerdigung nahm General Henri Guisan in Uniform teil. Noldi Hubers beruflicher Weg führte ihn direkt in die Gemeindeverwaltung Jonen, zuerst in die «KV-Stifti», dann nach einigen Jahren in der kantonalen Verwaltung in Aarau wieder zurück nach Jonen. «Hier durfte ich von 1982 bis 2020 Gemeindeschreiber sein. Lange genug, um Entwicklungen nicht nur zu beobachten, sondern mitzuerleben, mitzugestalten und – manchmal – auch auszuhalten», sagt er mit Augenzwinkern. Er hat sechs Gemeindeammänner erlebt, es wurden mehrere bedeutende Bauprojekte realisiert, Huber schrieb Tausende Seiten Protokolle. Arnold Huber und seine Ehefrau Irene Hafner haben zwei erwachsene Töchter: Angela (29) und Jasmin (31), und sind zweifache Grosseltern.
Noldi spielte 39 Jahre lang im Musikverein, erst 15 Jahre die Trompete, dann Schlagzeug. Seit seiner Pensionierung fährt er im 50-Prozent-Pensum lustvoll und entspannt Postauto.
Warum dieses prächtige Buch?
Aufgrund der langen Historie, seiner Familiengeschichte, seiner Erfahrungen und purer Freude am Schreiben ein ergänzendes geschichtlich korrekt unterlegtes Buch zu schreiben, umtrieb Arnold Huber in seiner Liebe zu Jonen schon etliche Jahre. An den entscheidenden Kick erinnert sich Huber gerne. «Das war am 25. März 2024 bei einem Mittagessen mit Ammann Philipp Ackermann.» Unter kluger Zuhilfenahme eines sehr guten Weins, eines «Villa Donoratico» aus der Toskana, hat dieser ihn zum Buchprojekt motiviert. Ob die Inspiration von Ackermann oder vom Wein kam, lässt sich nicht eindeutig klären. «Hätte ich allerdings gewusst, dass man beim Schreiben so viel schreiben muss, hätte ich mir das nochmals überlegt – oder mir zumindest vorher eine bessere Ausrede gesucht», ist Huber ehrlich.
Grundsatzfragen klären
Die ersten 50 Stunden waren allein der Grundsatzfrage gewidmet: Was kommt rein – und vor allem, was nicht? Nachdem das Grobmanuskript nach acht Monaten vorlag, begann erst die eigentliche Hauptarbeit: kürzen, korrigieren, umstellen, feilen – und wieder und immer wieder von vorne. Das Ganze zog sich über gut zwei Jahre hin, mit dem Resultat von rund 230 Buchseiten und etwa 330 Bildern. Am 15. Juni 2026 ging es dann in Druck, erst wenige Tage vor der Bundesfeier wurden die bestellten Exemplare der ersten Auflage ausgeliefert. Insgesamt sind rund 1750 Arbeitsstunden zusammengekommen. «Und glauben Sie mir: Ich habe jedes Komma persönlich kennengelernt», sagt er. «Übrigens: Wenn jemand ebenfalls ein Buch schreiben möchte, melde er sich gerne bei mir. Ich gebe Tipps – vor allem solche, die sehr zuverlässig davon abhalten», fügt er mit Augenzwinkern an.
Was steht im Buch?
In elf Haupt- und 40 Unterkapiteln erzählt das Jonen-Buch, wie sich das einstige Bauerndorf mit über 60 Landwirtschaftsbetrieben zur heutigen modernen und begehrten Wohngemeinde entwickelt hat.
Schlaglichter zur Geschichte von Jonen, das 1243 erstmals erwähnt ist. Der Name stammt aus dem Keltischen und bedeutet «Wasserlauf». 1811 wurde ein grosser Teil des Dorfes durch einen verheerenden Brand zerstört. Aber: Die Menschen bauten es wieder auf, diesmal mit Ziegel- statt mit Strohdächern, vor allem «mit Mut, Weitsicht und Erfolg». So heisst denn auch der Buchtitel.
Die Dorfentwicklung in Zahlen
1926 wohnten 580 Menschen im Dorf. Heute, 100 Jahre später, sind es 2350. «Früher waren die Kühe in der Mehrheit, heute haben sie politisch etwas an Einfluss verloren.» So ein typischer Satz von Huber, den darf man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Der Steuerfusshöhepunkt
Ab den 1970er-Jahren begann Jonen stark zu wachsen. Bauland kostete damals 110 Franken pro Quadratmeter. Mit dem Wachstum kamen neue Aufgaben auf die Gemeinde zu: Schulen, Strassen, Infrastruktur und so weiter. Der Preis für diese Investitionen war hoch: In den 1960er-Jahren lag der Steuerfuss bei 170 Prozent. 1996 erreichte die Verschuldung wegen der Schulanlage Pilatus mit 15,2 Millionen Franken ihren Höchststand. Zwar sank der Steuerfuss ab der Jahrtausendwende, lag im Jahr 2000 bei 121 Prozent. Heute steht er auf 83 Prozent.
Jonen – mit Mut und Weitsicht zum Erfolg. Gestaltung, Layout, Koordination, Druck, Kasimir Meyer Wohlen. Buchbestellung: www.jonen.ch.

