Mit den Proben gestartet
17.02.2026 Region Unterfreiamt, Theater, HägglingenFreilichttheater Hägglingen: Gesuch für Aufführungen bei der Gemeinde eingereicht
2016 bot das Stück «Emmetfeld» viel Spektakel beim Forsthaus. Zehn Jahre später zieht es die Theatermacher an den gleichen Ort zurück. Vom 14. August ...
Freilichttheater Hägglingen: Gesuch für Aufführungen bei der Gemeinde eingereicht
2016 bot das Stück «Emmetfeld» viel Spektakel beim Forsthaus. Zehn Jahre später zieht es die Theatermacher an den gleichen Ort zurück. Vom 14. August bis 19. September wird hier die Eigenproduktion «Gwitternacht» gezeigt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Chregi Hansen
Mit dem Gesuch um Bewilligung einer Veranstaltung im Wald ist es nun also quasi amtlich. Der Verein Tellspiele Hägglingen plant dieses Jahr ein neues Freilichtspiel. Dabei kann man von den Erfahrungen von vor zehn Jahren profitieren, als mit «Emmetfeld» bereits eine «grosse Kiste» beim Forsthaus inszeniert wurde.
Die Produktion «Emmetfeld» war ein riesiger Erfolg. 20-mal wurde das von Paul Steinmann geschriebene und von Adrian Meyer inszenierte Freilichtspiel beim Forsthaus Hägglingen aufgeführt. Auf der Bühne standen über 60 Laienspieler- und -schauspielerinnen aus dem ganzen Freiamt. Die Besucher waren vor allem von der besonderen Atmosphäre mitten im Wald beeindruckt. Die Produktion an diesem Ort war ein grosser Aufwand – gerade auch das Betreiben einer Restaurantbeiz. Auch das finanzielle Risiko war gross. Doch dank dem grossen Zuschauerinteresse gab es zuletzt schwarze Zahlen.
Vieles gleich wie 2016
Diesen Sommer will man an den damaligen Erfolg anknüpfen. Nachdem die letzte Produktion «Roduner & Co.» vor vier Jahren auf dem Firmengelände der Bako AG über die Bühne ging, kehren die Theatermacher nun wieder zum Forsthaus zurück. Im August und September soll hier die Eigenproduktion «Gwitternacht» gezeigt werden. Nicht nur der Ort ist der gleiche, auch beim Autor setzt man auf eine bewährte Kraft. Der Villmerger Paul Steinmann schreibt dieses Stück. Die Regie hingegen liegt diesmal in den Händen von Brigitt Maag, bekannt als Mitbegründerin und langjährige Leiterin von Karl’s kühne Gassenschau.
Das Gesuch für die Aufführungsbewilligung wurde inzwischen bei der Gemeinde eingereicht und liegt jetzt öffentlich auf. Generell soll die neue Theaterproduktion analog der Produktion aus dem Jahr 2016 erfolgen. Aufführungsort ist erneut das Forsthaus. Fürs Publikum wird eine Tribüne mit zirka 320 Plätzen erstellt. Das Bühnenbild wird höchstwahrscheinlich nur kleinere Bauten aufweisen, zum Teil drehbar. Damit sich das Publikum verpflegen kann, soll ein Theaterrestaurant geführt werden, das dafür notwendige Zelt wird wieder hinter dem Forsthaus erstellt. Nebst dem Theaterrestaurant sollen ein Aussenverpflegungsstand und eine Bar geführt werden. Als Sanitär-Einrichtung wird ein WC-Container gemietet. Dieser kommt hinter dem Forsthaus zu stehen und wird an die Kanalisation des Forsthauses angeschlossen.
Wichtige Pflöcke eingeschlagen
Die Premiere ist für Freitag, 14. August, geplant. Gespielt werden soll bis am Samstag, 19. September, und nach der Premiere jeweils fix von Donnerstag bis Samstag sowie an drei Daten bereits ab Mittwoch. Insgesamt sind 20 Vorführungen geplant. Mit der Einreichung des Gesuchs ist ein wichtiger Schritt getan. Sehr zur Freude von Co-Präsident Christian Roth. Mit der Bestellung der Tribüne, die bereits Mitte Juli aufgebaut wird, und der Auftragsvergabe des Gastronomiebetriebs an die ST Gastro GmbH, Bözberg, und ans Restaurant Kastanienbaum, Villnachern, wurden wichtige Pflöcke eingeschlagen. «Wir haben aus diversen Gründen leichte Verzögerungen in der Produktion», erklärt er. Darum konnte auch kürzlich mit den Proben begonnen werden. «Grundsätzlich sind wir immer noch auf Kurs», beruhigt Roth.
Da das Stück viele kleinere Einzelszenen aufweist, laufen die Proben derzeit vor allem in kleinen Gruppen. «Die Proben, die ich bisher besuchen konnte, endeten immer mit erfreuten Gesichtern. Auch bei anderen Proben war das Echo positiv», berichtet Roth.
Bis zu vier Proben pro Woche
Diese Rückmeldungen sind für ihn der klare Beweis, dass Brigitt Maag die Inszenierung im Griff hat. «Insbesondere die feinen Retuschen, die sie jeweils anbringt, ergeben stets einen anregenden und sehr positiven Effekt», so seine Erfahrung. Brigitt Maag ist eben ein Vollprofi mit enormer Erfahrung. Christian Roth selbst hat diese Woche die ersten Probearbeiten mit ihr und ist jetzt schon gespannt, was ihn da erwartet. Inzwischen sind alle Rollen besetzt und wird drei- bis viermal pro Woche geprobt. Noch bleiben sechs Monate bis zur Premiere.
Kurzfristiger Ausfall der Regie-Assistenz
Auch im Hintergrund laufen die Arbeiten am grossen Freilichtspiel auf Hochtouren. Die Homepage für das Freilichtspiel ist inzwischen fertig, sie bietet viele Einblicke und Infos. Der Start des Vorverkaufs wurde auf Mitte April festgelegt. Der Co-Präsident ist zuversichtlich, dass die neue Produktion wieder ein Erfolg wird. «Die Besucher können sich auf eine turbulente Inszenierung und feine Menüs im Restaurant freuen», schaut Christian Roth bereits voraus. Inzwischen läuft fast alles am Schnürchen. Allerdings macht ein Zwischenfall den Verantwortlichen zu schaffen. Die vorgesehene Regie-Assistentin fällt aufgrund eines Skiunfalls aus – die Ersatzsuche war bisher erfolglos. Doch in Hägglingen ist man überzeugt, dass man auch dieses Problem lösen wird.
Zum Inhalt des Stücks
«Gwitternacht» spiel im Sommer 1969. Die Unterhaltungsredaktion vom «Schweizer Radio DRS» hat das Freiämter Dorf Hägglingen ausgewählt, um von hier aus «Bodeständig – ein bunter Unterhaltungsabend vom Land» live auszustrahlen. In Zusammenarbeit mit Hägglinger Persönlichkeiten stellt das Redaktionsteam unter der Woche ein Programm auf die Beine, in dem sich musikalische Elemente und Gespräche abwechseln und in dessen Mittelpunkt das 50-Jahr-Jubiläum der Hutfabrik «Risa» rückt.
Im Dorf fiebert man also dem Samstagabend entgegen, die Wetterkundigen hoffen, dass sich das angesagte Gewitter schon am Samstag-Nachmittag entlädt und viele – vor allem die Männer – freuen sich auf die beliebte Moderatorin, die am Abend vor der Sendung auch eintrifft. Bei den Vorbereitungen auf die Radiosendung wird einiges über das Dorf und die Stimmung Ende der 60er-Jahre deutlich: Dinge, die man gern kundtun – aber auch Sachen, die man lieber für sich behalten möchte. Nach der Pause wird die Livesendung vor Publikum präsentiert. Dabei läuft nicht alles wie geplant. Noch nicht beendete Konflikte und kleine Aktionen von vorwitzigen Jugendlichen lassen die Livesendung immer wieder beinahe kippen. Kommt dazu, dass sich das schon lange angesagte Gewitter genau in dieser Nacht entlädt. Während der Übertragung. --zg


