Das Ergreifen eines Referendums ist ein legitimes Recht in unserer direkten Demokratie und Bestandteil des politischen Prozesses eines gemeinsamen Ringens um die besten Lösungen. Dass das Ringen um die Mehrzweckhalle Breite mit Leidenschaft geführt wird, finde ich daher sehr ...
Das Ergreifen eines Referendums ist ein legitimes Recht in unserer direkten Demokratie und Bestandteil des politischen Prozesses eines gemeinsamen Ringens um die besten Lösungen. Dass das Ringen um die Mehrzweckhalle Breite mit Leidenschaft geführt wird, finde ich daher sehr erfreulich. Wenig Begeisterung löst bei mir aber der Versuch aus, die öffentliche Meinung mit Behauptungen zu beeinflussen, die einem Faktencheck kaum standhalten.
Wer sich lieber an Fakten als an der Propaganda des Referendumskomitees orientieren möchte, kann sich exemplarisch die im Internet verfügbaren Dokumentationen zum Neubau der Doppelhalle in Bergdietikon, die an der Gemeindeversammlung vom 30. November 2019 mit einem Budget von 9,9 Millionen Franken bewilligt und am 15. Juli 2021 fertiggestellt wurde, anschauen. Und wer sich mit wirtschaftlichem Sachverstand die Investitionsplanung der Gemeinde anschaut, wird unschwer zum Schluss kommen, dass die Aussage, das aktuelle Projekt sei mit einem Steuerfuss von 74 Prozent problemlos tragbar, einem Wandeln am Abgrund entspricht. Es widerspricht aus meiner Sicht einer verantwortungsbewussten und langfristig orientierten Politik, für ein einzelnes Projekt die Verschuldung zu maximieren und sämtliche Reserven für zukünftige Projekte zu eliminieren. Mit diesem Projekt stellt sich nicht die Frage, ob eine Steuerfusserhöhung nötig sein wird, die Frage ist nur, wann.
Ich stehe dafür ein, dass die Interessen der Nutzniessenden und die Interessen der Bezahlenden gleichberechtigt berücksichtigt werden. Ich stehe für eine Doppelhalle ein, die ein vernünftiges Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen aufweist. Genau in diesem Sinne wurde an der letzten Gemeindeversammlung der Überweisungsantrag gestellt und gutgeheissen. Dieses Vorgehen ist aus meiner Sicht eine grosse Chance für eine Lösung, die allen Anspruchsgruppen gerecht wird, und ich bitte Sie daher, den Baukredit von 14,25 Millionen Franken am 8. März abzulehnen.
Martin Schläpfer, Oberlunkhofen