Ja zur Libelle
24.02.2026 Kelleramt, LeserbriefeDie verschiedenen Leserbriefe lese ich mit Irritation. Bin ich nun, als Teil des Referendumskomitees Pro Mehrzweckhalle Breite, auf dem falschen Dampfer? Ist mein Einsetzen für eine gute Sache falsch und ist das Projekt Libelle so verkehrt? Mehrere Telefonate und ein erneutes ...
Die verschiedenen Leserbriefe lese ich mit Irritation. Bin ich nun, als Teil des Referendumskomitees Pro Mehrzweckhalle Breite, auf dem falschen Dampfer? Ist mein Einsetzen für eine gute Sache falsch und ist das Projekt Libelle so verkehrt? Mehrere Telefonate und ein erneutes Auseinandersetzen mit den Fakten, die mir zur Verfügung stehen, später kommt mein Puls wieder etwas in ruhigere Gefilde.
Aus dem Aufgabenbeschrieb für den Wettbewerb geht klar hervor, dass Nutzungskonzept und Raumprogramm im Vorfeld sorgfältig erarbeitet wurden. Zudem hat sich die Gemeinde dazu bekannt, Neubauten nach dem Minergie-P-ECO-Standard zu realisieren und auch die schweizweite Baspo-Norm anzuwenden und dabei gesellschaftliche, nachhaltige und wirtschaftliche Aspekte gleichermassen zu berücksichtigen. Gratis bekommt man diesen Katalog nicht.
Im Frühling 2023 entschieden sich fünf Fachpreisrichter und vier Sachpreisrichter für das Projekt Libelle. Es ist funktional, gut durchdacht und langfristig wirtschaftlich. Die Architektur fügt sich ins Ortsbild ein und verzichtet auf grosse Architekturwunder. Die Struktur ermöglicht einen kosteneffizienten Bau, Betrieb und Unterhalt. Die nachhaltige Holzkonstruktion, eine mögliche spätere Photovoltaiknutzung und eine effiziente Haustechnik reduzieren langfristig Energie- und Unterhaltskosten.
Die Libelle ist keine Luxuslösung, sondern eine solide Investition für mehrere Generationen und für Schule, Vereine und die Bevölkerung. Der Gemeinderat hat das Projekt über den gesamten Prozess hinweg begleitet, und es wurde mehrfach raumtechnisch und finanziell optimiert. Umso weniger Verständnis habe ich dafür, dass das Projekt kurz vor dem Ziel – nach rund 1,5 Millionen Franken Planungskosten – infrage gestellt wird und durch den Gemeinderat selbst torpediert wird.
Das einzige Gegenargument des Gemeinderats scheinen die Kosten zu sein – und dies bei einem Steuerfuss von 74 Prozent. Hinzu kommt, dass der Überweisungsantrag von Rolf Stamm zwar gut gemeint ist, jedoch kein konkret ausgearbeitetes Alternativprojekt aufzeigt. Bis dato handelt es sich um ein Phantomprojekt, zu dem keine Fakten vorliegen, ausser dass ein Totalunternehmer eine Zahl in den Raum gestellt hat. Für dasselbe Raumprogramm mit einem anderen Dach und einem anderen Architekten sollen fast 4 Millionen Franken eingespart werden – ein sehr ambitioniertes Ziel.
Libelle hingegen wurde detailliert durchkalkuliert, mit transparenten und nachvollziehbaren Kosten. Ich persönlich verlasse mich lieber auf die Fakten eines langen, sorgfältigen Planungsprozesses ohne grosse Überraschungen als auf ein reduziertes Sparprojekt mit ungewissem Ausgang. Deshalb ist für mich klar: Ich stimme am 8. März Ja zur Libelle.
Andrea Gassmann, Oberlunkhofen
