Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg spannen beim Wertstoffhof zusammen
Die Gemeinderäte von Berikon und Rudolfstetten haben beschlossen, dass die Bevölkerung von Berikon den neuen Wertstoffhof von Rudolfstetten mitbenutzen kann. Der Start dazu ist auf den 1. ...
Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg spannen beim Wertstoffhof zusammen
Die Gemeinderäte von Berikon und Rudolfstetten haben beschlossen, dass die Bevölkerung von Berikon den neuen Wertstoffhof von Rudolfstetten mitbenutzen kann. Der Start dazu ist auf den 1. April festgelegt.
Sabrina Salm
Die Zusammenarbeit der beiden Mutscheller Gemeinden wird weiter ausgebaut. Ab dem kommenden April wird der Wertstoffhof in Rudolfstetten-Friedlisberg auch für die Einwohnerinnen und Einwohner von Berikon zugänglich. Für den Beriker Gemeinderat Roland Koller geht mit diesem Schritt ein lang gehegtes Vorhaben in Erfüllung. In der Vergangenheit gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Standort für eine eigene Wertstoffanlage auf Beriker Boden schwierig; ein entsprechendes Legislaturziel konnte zunächst nicht umgesetzt werden. Die Planung der neuen Anlage in der Nachbargemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg bot schliesslich die ideale Gelegenheit.
Der Weg zur Einigung war jedoch kein Selbstläufer. «Die ersten Preisvorschläge für einen Anschluss empfanden wir als zu teuer», erklärt Koller. Berikon holte daraufhin private Offerten ein, um eine fundierte Verhandlungsbasis zu schaffen. «Letztlich haben wir uns gefunden.» Man sei überzeugt, dass die Kooperation ökologisch sinnvoll ist: «Die Wege sind kürzer, und was bei der Kompostieranlage Gunzenbühl in Berikon funktioniert, wird auch hier Erfolg haben», ist Rudolfstettens Vizeammann Sascha Käppeli überzeugt.
Pilotphase bis Ende 2027
Da belastbare Erfahrungswerte über die tatsächliche Nutzung und die damit verbundenen Kosten noch fehlen, wurde eine Pilotphase bis zum 31. Dezember 2027 vereinbart. Berikon beteiligt sich mit einem jährlichen Maximalbeitrag von 40 000 Franken an Betrieb und Unterhalt. Dieser Betrag basiert auf einer Kalkulation von etwa 14 Franken pro Haushalt beziehungsweise Gewerbebetrieb. Sollten die Kosten niedriger ausfallen oder weitere Gemeinden dem Verbund beitreten, reduziert sich der Beitrag entsprechend. Für Sascha Käppeli ist das Projekt ein wichtiges Signal: «Es ist eine gute Sache und ein Zeichen partnerschaftlicher Zusammenarbeit, bei der man sich nicht auf Kosten der Nachbarn bereichert.» Durch die Bündelung der Mengen erhoffen sich beide Seiten langfristig sinkende Entsorgungskosten.
Während der Pilotphase wollen beide Gemeinden genau beobachten, wie stark die Anlage genutzt wird. Entsprechende Auswertungen sollen zeigen, wer den Wertstoffhof in welchem Umfang beansprucht. Auf dieser Grundlage können später definitive Vereinbarungen ausgehandelt werden.
Zugang für die Bevölkerung
Der Wertstoffhof, der seit Oktober 2025 als Teil der Arealentwicklung rund um das Gemeindehaus an der Buechholzstrasse 1 in Betrieb ist, bietet ein umfassendes Recycling-Konzept. In Zusammenarbeit mit der Römer AG wurden moderne Systeme wie Pressmulden entwickelt. Das Spektrum der entsorgbaren Güter ist breit: Von Bauschutt, Altmetall und Karton über Kunststoffe bis hin zu Elektro- sowie Haushaltskühlgeräten kann fast alles fachgerecht entsorgt werden, was nicht in den gewöhnlichen Hauskehricht gehört.
Besonderes Augenmerk wird auf die Betreuung gelegt. Das Team vor Ort unterstützt die Nutzer, um Fehlwürfe zu vermeiden. Hierbei setzt die Gemeinde auch auf soziale Aspekte: «Kleine Jöbbli» ermöglichen es rüstigen Rentnern oder Studierenden, den Betrieb zu unterstützen. Weitere Interessierte, die gerne im Austausch mit Menschen sind, werden weiterhin gesucht. Um das Angebot nutzen zu können, benötigen Beriker Haushalte eine spezifische «Beriker Zutrittskarte». Diese wird kostenlos am Schalter der Einwohnerdienste Berikon oder per E-Mail ausgegeben und muss beim Personal am Wertstoffhof vorgezeigt werden.
Öffnungszeiten Wertstoffhof: Montag, 16.30 bis 18.30 Uhr; Mittwoch, 14 bis 16.30 Uhr; Samstag, 10 bis 13.30 Uhr.