Bausubstanz mit grossen Mängeln
12.06.2026 Kelleramt, Arni, Schule, BaugewerbeGemeinderat Arni lud zum Mitwirkungsverfahren «Schulhausneubau» in die Mehrzweckhalle ein
Die Gelegenheit, sich über das Projekt Schulhaus zu informieren, nutzten die Stimmberechtigten der Kellerämter Gemeinde. Vierzig Personen nahmen die Gelegenheit ...
Gemeinderat Arni lud zum Mitwirkungsverfahren «Schulhausneubau» in die Mehrzweckhalle ein
Die Gelegenheit, sich über das Projekt Schulhaus zu informieren, nutzten die Stimmberechtigten der Kellerämter Gemeinde. Vierzig Personen nahmen die Gelegenheit wahr. Sie informierten sich über Ausgangslage, Bausubstanz, Finanzen, Raumbedarf und Nebenschauplätze und diskutierten mit.
Verena Anna Wigger
An der Veranstaltung ging es neben den Themen Schulhaus, Kindergarten und Vereinsräume auch um das grosse Ganze. Einige Teilnehmende stellten die Frage: «Wie wird die Elterntaxi-Situation entschärft?» Hier strebt man an, dass Kinder einen gesicherten Weg ins Schulhaus finden. Man wünschte sich mehr Klarheit und Struktur, damit die heutige Situation entschärft wird.
Verknüpfung und Übersicht
Bezüglich Verkehr wurde mehrfach die Frage gestellt, ob denn auch Parkplätze eingeplant sind. Denn wegen der Sanierung des Hochhauses an der Kelleramtstrasse fallen einige Parkplätze rund um Schulanlage und Gemeindehaus weg. Kevin Tobler, Bauverwalter der Gemeinde, sieht, dass es für die Stimmbürger manchmal schwierig ist, das grosse Ganze zu sehen. Er werde öfters mit der Aussage «Dem Dorf fehlt ein Zentrum» konfrontiert. Der Gemeinderat plant dies mit einem neuen Standort für den Volg. Die aktuelle Idee besteht darin, den Dorfladen zur alten Postbaracke zu verlegen. Dies würde einen Teil des Verkehrsproblems und Platzbedarfs bei der Schulanlage lösen. Mit einer entsprechenden Platzgestaltung am neuen Standort könnte dort dann auch ein mögliches Zentrum in Arni entstehen.
Doch zuerst wird das Schulhausprojekt angegangen. Die Gründe zum Entscheid Neubau liegen beim erwarteten Bevölkerungszuwachs bis 2032. Dann sollen in Arni 2400 Personen wohnen. Aktuell sind 1956 Einwohner registriert. So plant man, das neue Schulhaus für 190 Kinder auszulegen. Heute besuchen 170 Kinder in Arni Schule und Kindergarten. Die Oberstufe befindet sich in benachbarten Dörfern.
Ausgangslage und Handlungsbedarf
Weiter sei die Bausubstanz des Schulhauses aus dem Jahr 1963 in einem nicht guten Zustand. Zwar sei hier bereits 1994 ein Umbau und 2014 eine Auffrischung gemacht worden. Beim Dach wie auch bei den Fenstern verzeichnet man Wassereintritte, was zu massiven Kosten bei einer Sanierung führen würde, dies zeigt aber auch den Handlungsbedarf auf.
Mit einem Neubau des Schulgebäudes werden alle geforderten baulichen Massnahmen eingebunden. Die Anzahl und die Grösse der benötigten Räume, der Brandschutz, aber auch Themen wie Behindertengerechtigkeit und oder Erdbebenschutz sind bei einem Neubau besser zu planen. Gemeinderat Thomas Frei sagt in seiner Einführung zum Mitwirkungsverfahren: «Wir möchten abschätzen, was die Anliegen der Betroffenen sind.» Dazu gehören auch Anspruchsgruppen wie Logopädie, Werken, Musik, Drittnutzungen oder Bibliothek und Hauswartung. Aus den Rückmeldungen war zu hören, dass das Projekt Neubau, welches der Gemeinderat priorisiert, viel Zustimmung erhält. Der Gemeinderat sieht im Neubau auch eine grosse Chance, die schulischen Bedürfnisse in einem Gebäude unterzubringen.
Variantenentscheid und Leitplanken
Weiter wünscht sich der Elternverein, einen Raum im neuen Schulhaus zu erhalten. Die finanziellen Möglichkeiten und der zur Verfügung stehende Platz werden zeigen, ob dies umgesetzt werden könne, erklärte Vizeammann Huber. Denn man möchte den Neubau ohne eine Steuerfusserhöhung realisieren.
Zum Variantenentscheid Neubau kam es nach der Machbarkeitsanalyse. Vizeammann André Huber weist darauf hin, «dass es bei einer Sanierung immer wieder zu unvorhersehbaren Kosten kommen kann». Die errechneten Kosten bei einer Sanierung würden gemäss Studie auf rund 12,6 bis 15 Millionen Franken zu stehen kommen. Die Neubauvariante hingegen beläuft sich aktuell auf 14,6 Millionen Franken. Hier kam aus der Runde die Anmerkung, dass der Investitionsbeitrag zu tief gerechnet sei. Worauf man versicherte, dass man diesen mit dem Baukredit nochmals nachrechnen werde. Aufgrund der ersichtlichen Vorteile entschied sich der Gemeinderat, auf die Karte Neubau zu setzen. Bauamtsvorsteher Kevin Tobler bestätigt: «Ein Neubau ist auch einfacher zu planen.»
Zudem werden im weiteren Verlauf angesprochene Themen aufgenommen. Dazu gehören der Standort der Tagesstruktur und der Spielplatz. Nun soll ein Planungskredit erarbeitet werden. Und der Projektierungskreditantrag soll nach Möglichkeit an der Gemeindeversammlung im Herbst vorliegen. Nach heutiger Sicht soll das Schulhaus 2030 fertig sein, erklärt Frau Gemeindeammann Evelyn Pfister.

