Ans Bestehende anknüpfen
01.05.2026 Region Bremgarten, Zufikon, Schule, BaugewerbeReges Interesse an den Detailplänen für ein neues Schulhaus und eine Doppelturnhalle
Am Montagabend lud der Zufiker Gemeinderat zu einer Infoveranstaltung ein, in der er das Siegerprojekt für ein zusätzliches Schulhaus und eine neue Doppelturnhalle ...
Reges Interesse an den Detailplänen für ein neues Schulhaus und eine Doppelturnhalle
Am Montagabend lud der Zufiker Gemeinderat zu einer Infoveranstaltung ein, in der er das Siegerprojekt für ein zusätzliches Schulhaus und eine neue Doppelturnhalle vorstellte. Das Projekt kostet rund 22,9 Millionen Franken. Viele Interessierte kamen. Fragen gab es nur wenige. Vor allem der Pétanque-Club stellte Forderungen.
Roger Wetli
«Können wir uns wieder auf Fragen zum Projekt konzentrieren und nicht mehr auf die Anliegen des Pétanque-Clubs?», schlug bei der Fragerunde der Zufiker Daniel Juchli vor. Er erntete dafür Applaus. Weitere Fragen wurden danach aber nicht mehr gestellt.
Zuvor zeigten sich zwei Vertreter des Pétanque-Clubs darüber enttäuscht, dass ihr aktueller Platz weichen muss. Darauf soll künftig das neue Schulhaus D stehen. Gemeinderat Reto Knecht betonte, dass er dem Club drei andere mögliche Plätze auf dem Schulareal vorgeschlagen hatte. «Euer Vorwurf, dass wir euch keine Hand bieten, stimmt also nicht.» Die Club-Vertreter monierten, dass sie sich von der Gemeinde unfair behandelt fühlen. «Wir möchten eigentlich keine Opposition gegen das Gesamtprojekt machen. Aber wir verlangen von der Gemeinde eine Kostenbeteiligung an einem neuen Pétanque-Platz.» Reto Knecht erklärte, dass zwischen dem neuen Schulhaus D und dem bestehenden Schulhaus C wohl eine Kiesfläche von 10 auf 20 Metern entstehe, die vielleicht für das Spiel genutzt werden könnte.
Baumpark ausbauen
Andere Fragen richteten sich darauf, ob im Kostendach von 22,9 Millionen Franken auch der Aussenraum enthalten ist. Reto Knecht bejahte. Auf das Votum, ob es bei diesem Projekt auch eine gemeinsame regionale Planung gebe, antwortete der Gemeinderat, dass dieses primär den Bedarf von Zufikon abdecke. Ebenfalls wurden zur Nachhaltigkeit der neuen Bauten Fragen gestellt. «Wir schliessen beide neuen Gebäude an den Wärmeverbund an, der mit Holzschnitzeln beheizt ist», erklärte Knecht. «Den Strom der Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Doppelturnhalle möchten wir direkt selber nutzen. Wir installieren eine Nachtkühlung. Zudem sorgen die Bäume um die Gebäude für Beschattung und ein angenehmes Klima.» Diese Bäume spielen im Gesamtprojekt generell eine wichtige Rolle. Fünf Eingaben erhielt die Verantwortlichen für den Bau eines neuen Schulhauses und einer neuen Doppelturnhalle. Ausgewählt wurden die Hector Egger Gesamtdienstleistung AG und die Architektur/Generalplanung Itten + Brechbühl AG. «Bereits jetzt gibt es auf dem Schulareal wunderbar Schatten spendende Bäume. Diesen Baumbestand möchten wir weiterziehen», erklärte Architekt Michel Frei von der Itten + Brechbühl AG. «Die ganze Anlage zeichnet sich durch ein Konglomerat von verschiedenen Baukörpern aus. Daran möchten wir jetzt anknüpfen.»
Parkplatz wird verschoben
Konkret soll in Richtung des heutigen Parkplatzes Aettigüpfstrasse in der Falllinie des Schulhaus-Traktes C ein neues Gebäude als Trakt D entstehen. Die Doppelturnhalle möchten die Verantwortlichen nordwestlich davon bauen. «Zusammen mit den bisherigen Gebäuden entsteht ein grosser Pausenplatz in Form eines Apfels, der gegen Norden offen ist», so der Architekt. Das Projekt heisst deshalb «Znüniöpfel». Wichtig ist Michel Frei, dass es weiterhin verschiedene Zugänge zwischen den Gebäuden zum Pausenplatz gibt. Von diesem her erfolgen auch die Hauptzugänge zu den Häusern. «Die ganze Anlage soll dadurch weiterhin atmen können und miteinander in einer Art Dialog stehen», weiss der Architekt. Er betonte, dass die Fassadenfarben auf den bisherigen Gebäudebestand abgestimmt würden. Der Parkplatz wird in ähnlicher Grösse wie bisher direkt an die Aettigüpfstrasse vor der Turnhalle und nordwestlich der Wohnmodule für die Asylsuchenden platziert.
Die neue Doppelturnhalle kann in drei kleinere Abschnitte aufgeteilt werden. Sie enthält deshalb auch sechs statt vier Umkleideräume. Im Schulhaus gibt es unter anderem sechs Klassenzimmer. Geplant ist, dass die Primarschule in den bisherigen Gebäuden unterrichtet wird, während Sek und Real in das neue Gebäude einziehen, wo auch das Werken und Gestalten stattfindet.
Puffer schaffen
An der Gemeindeversammlung vom 18. Juni wird über diesen Baukredit abgestimmt. Reto Knecht hofft auf ein Ja der Stimmberechtigten. Er informierte: «Ich möchte nicht drohen, aber aufzeigen, was ein Nein bedeuten würde», erklärte er. «Dann wäre der Planungskredit von 500 000 Franken vergebens ausgegeben. Zudem würde die bereits jetzt prekäre Schulraumsituation weiter verschärft. Es bräuchte Provisorien, die Mehrkosten verursachen.» Klappt alles nach Plan, soll der Unterricht im neuen Schulhaus nach den Schulsommerferien 2029 beginnen. Die neue Doppelturnhalle nimmt den Betrieb nach den Schulherbstferien 2029 auf. «Aufgrund der grossen Bautätigkeit steigt die Schülerzahl in den nächsten Jahren wohl noch weiter an», so Knecht. «Später sinkt sie wieder, nur um bis 2042 wieder ein ähnliches Niveau zu erreichen.» Aber auch in der Zeit mit weniger Schülern würden die neuen Gebäude dringend gebraucht. «Die Schulhäuser B und C müssen wir bald sanieren. In dieser Zeit können wir darin nicht unterrichten und sind deshalb auf das aktuelle Projekt angewiesen.»
Reto Knecht zeigte sich hocherfreut über das jetzige Projekt: «Wir haben nicht einzig auf den Preis geschaut. Es ist in allen Belangen top. Wohl deshalb fiel der Entscheid in der siebenköpfigen Jury einstimmig.» In dieser Jury sitzt als Vereinsvertreter Maurus Gamper. Er kündigte an: «Sobald der Baukredit rechtlich verbindlich bewilligt ist, gehe ich auf die Vereine zu. Sie können dann ihre Bedürfnisse bezüglich der Ausstattung der neuen Doppelturnhalle eingeben. Diese versuchen wir dann soweit möglich zu berücksichtigen.»

