Als wäre es ganz leicht
20.01.2026 Mutschellen, Berikon, Musik, SchuleBezaubernde Ballettaufführung der Musikschule Mutschellen
Rund neunzig Mädchen der Musikschule Mutschellen zeigten beim bekannten Ballett «Dornröschen» von Peter Tschaikowski ihr Können im Berikerhus. Dabei verschmolzen Tänze, Musik, ...
Bezaubernde Ballettaufführung der Musikschule Mutschellen
Rund neunzig Mädchen der Musikschule Mutschellen zeigten beim bekannten Ballett «Dornröschen» von Peter Tschaikowski ihr Können im Berikerhus. Dabei verschmolzen Tänze, Musik, Bühnenbild und Requisiten zu einer harmonischen Einheit.
Erika Obrist
Alle zwei Jahre findet die Ballettaufführung der Musikschule Mutschellen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Stets zieht sie das Publikum in Scharen an. So auch am letzten Wochenende. Lange bevor sich der Vorhang im Berikerhus ein erstes Mal öffnete, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Rasch mussten weitere Stühle herbeigeschafft werden.
Das bekannte Ballett «Dornröschen» von Peter Tschaikowski hatte Lehrerin Ingrid Fäh Stebler mit rund neunzig Kindern einstudiert. «In der Originalfassung von 1890», wie Schulleiter Markus Mötz eingangs informierte. Natürlich angepasst auf das Können der Mädchen, von denen vierzig erst seit letztem August den Ballettunterricht besuchen. «Die Mädchen sollen nicht nur Schritte und Schrittfolgen zeigen, sondern tanzend eine Geschichte erzählen», so Ingrid Fäh Stebler. Und dazu gehören auch Requisiten und ein passendes Bühnenbild. as Märchen von Dornröschen kennt wohl jedes Kind. Es ist die Geschichte des Königskinds Aurora, das sich an seinem 16. Geburtstag an einer Spindel sticht und in einen hundertjährigen Schlaf versinkt. Erst der Kuss eines Prinzen erweckt es wieder zum Leben.
Drei Feiern als Gerüst
Eine fröhliche Schar hat sich zur Taufe des Kindes im Palast eingefunden. Geladen sind auch sechs Feen, die Geschenke überbringen: Schönheit, Klugheit, Anmut, Beredsamkeit und Kraft.
Sehr gut wussten die Aufführenden die Freude des Moments dem Publikum zu vermitteln durch ein Lächeln im Gesicht auch bei schwierigen Schrittfolgen und Reigen. Als wäre es ganz leicht. Dabei ist doch unermüdliches Üben der Grundpfeiler dieser Leichtigkeit. Das drohende Unheil machte sich musikalisch mit tiefem Grollen bemerkbar: Fee Carabosse samt Gefolge, in Schwarz gekleidet, versetzte die Festgemeinde in Angst und Schrecken. Weil sie zur Feier nicht eingeladen worden war, verfluchte sie das Königskind. An seinem 16. Geburtstag sollte es sterben. Die guten Feen vermochten den Fluch nur abzuschwächen.
Die Aufführung basierte auf drei Bildern: die Taufe, der 16. Geburtstag und die Erlösung beziehungsweise die Hochzeit. Das bot Gelegenheit, dass alle Ballettschülerinnen – kein Junge besucht derzeit den Unterricht – vortrefflich in das Geschehen einbezogen werden konnten. Die Fortgeschrittenen als Königstochter, Prinzen, Feen oder Mitglieder des Hofstaates; wer noch nicht so lange im Ballettunterricht war, als Gefolge der Hauptfiguren. Alle trugen zu einem stimmigen Ganzen bei.
Zahlreiche helfende Hände
Dazu gehörten auch die prachtvollen und farbenfrohe Kostüme. Es war förmlich zu spüren, wie stolz die Kinder waren, im «Tutu» auftreten zu dürfen, dem klassischen Ballettkostüm. Die Lehrerin hatte die angeschafften Kostüme eigenhändig und mit Unterstützung vieler helfender Hände auf die Körper der Kinder angepasst. Eine gewaltige Arbeit. Die Choreografie war ebenfalls das Werk von Ingrid Fäh Stebler. Und war sie auch etwas aufgebracht, weil im letzten Bild einmal das Einspielen der Musik nicht auf die Sekunde klappte – «das war mein Fehler» –, so trübte das den Gesamteindruck der Aufführung kein bisschen. Das Publikum war begeistert und wollte die Kinder beim Schlussbild gar nicht mehr von der Bühne gehen lassen. Zumal die Eltern, Verwandten und Bekannten im Saal erst ganz am Schluss das Handy zücken durften, um diesen besonderen Moment festzuhalten.
Nachdem alle Kinder wieder umgezogen und in Obhut ihrer Eltern waren, konnte sich auch die Ballettlehrerin über die gelungene Aufführung freuen. Und sie blickte bereits voraus. Nach «Der Nussknacker» vor zwei Jahren und diesmal «Dornröschen» könnte in zwei Jahren vielleicht «Schwanensee» folgen. Sollte es so weit kommen, hätte die Musikschule die berühmtesten drei Ballettkompositionen Tschaikowskis auf die Bühne gebracht.


