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20.02.2026 Berikon, Leserbriefe, MutschellenJa zur Verwaltungsstelle
Wir alle wissen und mussten erfahren, dass es in der Beriker Verwaltung, Zentrale Dienste, in den letzten zehn, fünfzehn Jahren nicht gut gelaufen ist. Die Schwierigkeiten führten zu grossen Personalproblemen, auch zu ...
Ja zur Verwaltungsstelle
Wir alle wissen und mussten erfahren, dass es in der Beriker Verwaltung, Zentrale Dienste, in den letzten zehn, fünfzehn Jahren nicht gut gelaufen ist. Die Schwierigkeiten führten zu grossen Personalproblemen, auch zu beachtlichen Mehrkos- ten (Drittaufträge). Seit Herbst 2023 ist Gemeindeschreiber Patrick Vogel als Verwaltungsleiter angestellt. Seither hat sich die Situation nicht nur beruhigt, sondern fundamental verbessert (Kommunikation, Dienstleistungen, Digitalisierung). Nachweislich wurden auch Kosten-Einsparungen erzielt. Unter diesen veränderten Verhältnissen hat der Gemeinderat die Verwaltungsleiter-Stelle an der Gemeindeversammlung nochmals traktandiert. Mit 144 zu lediglich 30 Stimmen wurde die Stelle bewilligt. Ich gebe dem jungen Gemeinderat und der erneuerten Verwaltung die Chance und das Vertrauen und stimme beim Referendum vom 8. März überzeugt Ja.
Nick Wettstein, Berikon
Verzerrt das Bild
Im Rahmen des Abstimmungskampfes über die Besetzung und Ausgestaltung der kommunalen Verwaltung in Berikon wurde suggeriert, Rudolfstetten-Friedlisberg verfüge über 260 Stellenprozente für die Gemeindeschreibertätigkeit (mit Stellvertretungen). Diese Darstellung ist irreführend und bedarf einer Klarstellung.
Richtig ist: Der Gemeindeschreiber von Rudolfstetten-Friedlisberg verfügt über zwei Personen, die ihn stellvertreten können. Der Gemeindeschreiber sowie die beiden Vertretungen verfügen gesamthaft über ein Pensum von 260 Stellenprozente.
Diese beinhalten weit mehr als die eigentliche Gemeindeschreibertätigkeit. Eingeschlossen sind neben der Führungsfunktion des Gemeindeschreibers als Vorsitzender der Geschäftsleitung auch das Personalwesen, der gesamte Sozialbereich inkl. die Führung des regionalen KESD und das Asylwesen, die Einwohnerdienste (inkl. SVA- Zweigstelle und Postdienstleistungen) sowie der Bereich Bau und Planung, inkl. Projektleitungen. Die Baugesuchprüfung ist ausgelagert. Die beiden stellvertretenden Gemeindeschreiber führen eigenständig ganze Fachbereiche. Aufgaben, für welche in anderen Gemeinden zusätzliche Abteilungen oder separate Stellen bestehen, sind in der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg in einer klar strukturierten und schlanken Organisation gebündelt.
Pauschale Prozentvergleiche ohne Einordnung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten verzerren das Bild. Im Rahmen des «Projekts Kleeblatt» wurden die Verwaltungsstrukturen der Region detailliert erhoben. Auf dieser Grundlage kann festgestellt werden: Rudolfstetten-Friedlisberg ist effizient organisiert, schlank geführt und handelt äusserst kostenbewusst.
Reto Bissig, Gemeindepräsident, Rudolfstetten-Friedlisberg
Berikon verdient Professionalität
Wir stimmen über eine zusätzliche 100-Prozent-Stelle zur Umsetzung des Verwaltungsleitungsmodells ab. Es geht dabei nicht um «königliche Gehälter» oder «Feudalismus» – sondern um Führung, Klarheit und Zukunftsfähigkeit. Berikon wächst. Die Aufgaben werden komplexer: Baugesuche, Digitalisierung, Bildung, kantonale Vorgaben. Wer glaubt, man könne diese Herausforderungen mit Strukturen von gestern bewältigen, unterschätzt die Realität von heute. Ja, vor zwei Jahren wurde eine ähnliche Vorlage abgelehnt. Aber Demokratie bedeutet nicht Stillstand. Rahmenbedingungen verändern sich, Vorlagen werden verbessert, Verantwortung bleibt.
Die Gemeindeversammlung hat diese Verantwortung wahrgenommen und zu den nötigen Ressourcen «Ja» gesagt. Die Gegner behaupten, der Verwaltungsleiter sei zu teuer. Doch entscheidend ist die Gegenfrage: Was kosten uns fehlende Koordination, unklare Ver- antwortlichkeiten oder teure externe Mandate? Eine professionelle Verwaltungsleitung schafft klare Zuständigkeiten, entlastet den Gemeinderat strategisch und sorgt für effizientere Abläufe. Das ist keine Aufblähung – das ist Organisation. Ich setze mich ein für einen schlanken, aber starken Staat. Stark in der Kompetenz. Schlank in den Prozessen. Genau darum geht es hier: bessere Führung, nicht mehr Bürokratie. Berikon verdient eine moderne Verwaltung, die Projekte sauber umsetzt, Finanzen im Griff behält und Dienstleistungen zuverlässig erbringt. Wer Qualität erwartet, muss auch die Strukturen dafür schaffen. Diese Abstimmung ist eine Richtungsfrage: Wollen wir unsere Gemeinde professionell für die Zukunft aufstellen – oder aus Prinzip blockieren? Ich bin überzeugt: Berikon gewinnt mit klarer Führung und modernen Strukturen. Darum: Ja am 8. März.
Lukas Huber, Grossrat und Co-Präsident GLP Mutschellen, Berikon
Irreführende Aussagen der Verwaltung
Am Informationsabend vom 12. Februar verglich Verwaltungsleiter Patrick Vogel die Stellenprozente von Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg. Wörtlich: «Bei einer Annahme hätten wir 260 Stellenprozente. Das ist gleich viel wie in Rudolfstetten-Friedlisberg, wo der Gemeindeschreiber von zwei Stellvertretern unterstützt wird.» Also ein Chef und zwei Stellvertretungen. Nur ist der Aufgabenbereich wesentlich grösser.
Mit den 260 Stellenprozenten werden folgende Aufgaben erfüllt: Gemeindeschreiberei und Verwaltungsleitung, Sozialamt und personelle Leitung KESD, Bauwesen samt Projektbegleitung. Dazu sind in Berikon über 400 Stellenprozente (Verwaltungsleitung, Gemeindeschreiberei, Sozialamt und Anteil Bau und Planung) nötig. Es braucht dazu also mindestens drei Chefs in Berikon. Patrick Vogel hat dies sehr wohl gewusst und verbreitet trotzdem diese Unwahrheit.
Damit geht auch jegliche Glaubwürdigkeit hinsichtlich der geforderten Stellenerhöhung verloren. Das ist auch diskreditierend gegenüber der Verwaltung in der Nachbargemeinde, welche nicht mit unnötigen Chefs, sondern gemeinsam und im Team arbeitet.
Lieni Füglistaller, Berikon
