Zufrieden trotz Minus
24.03.2026 Finanzen, Zufikon, Region BremgartenVerkraftbarer Verlust
Zufikon mit Minus in der Jahresrechnung 2025
Höhere Steuereinnahmen als budgetiert und trotzdem ein Aufwandüberschuss: So präsentiert sich die Jahresrechnung 2025 von Zufikon. Der höhere Aufwand kam wegen ...
Verkraftbarer Verlust
Zufikon mit Minus in der Jahresrechnung 2025
Höhere Steuereinnahmen als budgetiert und trotzdem ein Aufwandüberschuss: So präsentiert sich die Jahresrechnung 2025 von Zufikon. Der höhere Aufwand kam wegen Mehrausgaben für die Pflegefinanzierung und im Asylwesen zustande. Zudem wurden gewisse Arbeiten statt 2024 im Jahr 2025 ausgeführt. Ammann Daniel Stark ist deshalb zufrieden. --rwi
Einwohnergemeinde präsentiert die Jahresrechnung 2025
Einen Aufwandüberschuss von knapp 400 000 Franken weist die Einwohnergemeinde Zufikon aus. Gemeindeammann Daniel Stark und die neue Leiterin Viola Staubli erläutern die Details und erklären, wieso sie trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden sind.
Roger Wetli
«Es ist mein erstes Jahresergebnis mit einem Minus, das ich präsentieren darf», schmunzelt Gemeindeammann Daniel Stark. Er steht der Gemeinde seit Anfang 2022 vor und ist trotz Aufwandüberschuss zufrieden: «Die Zahlen sind nach wie vor sehr gut.»
Arbeiten erst im Jahr 2025 ausgeführt
Bereits das Budget 2025 rechnete mit einem Aufwandüberschuss von rund 213 000 Franken. Dass er jetzt um rund 182 000 Franken höher ist und rund 395 000 Franken beträgt, ist laut Stark Gründen geschuldet, welche die Gemeinde selbst sehr schlecht beeinflussen kann. «Die Kosten der Pflegefinanzierung waren etwa 350 000 Franken teurer, als wir budgetierten. Und im Bereich Soziale Sicherheit gaben wir 200 000 Franken mehr aus, als wir es vorgesehen hatten.» Die neue Leiterin Finanzen, Viola Staubli, gibt zu bedenken: «Beide Posten sind sehr schwierig zu budgetieren.» Daniel Stark ergänzt: «Wir mussten zwar davon ausgehen, dass die Kosten in diesen Bereichen steigen, wussten aber nicht, wie stark.» Im Bereich Soziale Sicherheit würde vor allem die Anzahl aufzunehmender Asylsuchender zu Buche schlagen, welche immer mehr zunehme.
Weniger schmerzen die beiden Verantwortlichen dagegen die höheren Investitionen in die Infrastruktur, welche die Gemeinde 2025 tätigte. «Vor allem bei den Sanierungen der Zufiker- und der Schlossbergstrasse wurden für 2024 budgetierte Arbeiten erst letztes Jahr ausgeführt. Das heisst, wir hatten in diesen Posten im vorletzten Jahr weniger Kosten und einen entsprechend besseren Abschluss», so Stark. Konkret wurden statt den budgetierten rund 1,039 Millionen Franken rund 1,369 Millionen in die Infrastruktur investiert.
Der Gemeindeammann und die Leiterin Finanzen sind auch deshalb mit der Jahresrechnung der Einwohnergemeinde zufrieden, weil im Budget 2025 bezüglich Steuereinnahmen ein sportliches Ziel gesetzt wurde. «Dieses haben wir jetzt gar übertroffen», freut sich Daniel Stark. Konkret rechnete die Einwohnergemeinde mit Einnahmen aus den regulären Steuereinnahmen von 14,555 Millionen Franken. Diese fielen jetzt mit rund 14,988 Millionen Franken um rund 433 000 Franken höher aus. «Toll ist dabei, dass dieses Ergebnis nicht auf einer einmaligen sehr hohen Zahlung basiert, sondern breit abgestützt ist», so der Gemeindeammann. Viola Staubli ergänzt, dass die sich im Zahlungsverzug befindenden Steuerausstände mit 1,6 Prozent der Gesamtsteuersumme sehr tief seien. Das Nettovermögen der Einwohngemeinde beträgt per 31. Dezember 2025 rund 14,242 Millionen Franken.
Rechnungsjahr angepasst
Bei den Budgets der Spezialfinanzierungen resultiert bei der Wasserversorgung ein um rund 90 000 Franken tieferer Aufwandüberschuss von rund 99 000 Franken. Auch bei der Abwasserbewirtschaftung ist der Aufwandüberschuss im Vergleich zum Budget mit rund 293 000 Franken um rund 112 000 Franken tiefer. Eine spezielle Situation gibt es bei der Elektrizitätsversorgung. Hier umfasste ein Rechnungsjahr bisher immer die Monate Dezember bis November. «Weil die Strompreise über viele Jahre etwa gleich tief waren, spielte das keine Rolle. Jetzt schwanken diese Preise aber mehr. Also passten wir die Rechnungsperiode jetzt auf Januar bis Dezember an», erklärt Daniel Stark. «Deshalb umfasst das Rechnungsjahr 2025 einmalig 13 Monate.» Bezüglich Abfallbewirtschaftung diskutiert der Zufiker Gemeinderat zurzeit, wie er es ändern könnte, dass mit den Abfallgebühren nicht mehr auch die Grünabfuhr finanziert wird. «Das möchten wir ändern – aber sicher nicht noch in diesem Jahr.»
Kleinerer Ertragsüberschuss bei den Ortsbürgern
Keinen Aufwandüberschuss, aber einen deutlich geringeren Ertragsüberschuss als vorgesehen weist die Ortsbürgerrechnung aus. Budgetiert waren rund 353 000 Franken, der Ertrag liegt nun bei rund 133 000 Franken. Gemeindeammann Daniel Stark, Präsident der Ortsbürgerkommission, erklärt: «Der tiefere Ertragsüberschuss liegt vor allem daran, dass wir mit den Badsanierungen in der Liegenschaft an der Schulstrasse später dran sind, als gedacht. Die Arbeiten hätten eigentlich 2024 beginnen und einzelne Beträge dann in Rechnung gestellt werden sollen.» Entsprechend sei der Abschluss 2024 besser als budgetiert gewesen. «An diesen Sanierungen ist man jetzt immer noch dran.»
Die Forstverwaltung weist 2025 statt eines Aufwandüberschusses von rund 62 000 Franken einen Ertragsüberschuss von rund 67 000 Franken aus. «Dazu beigetragen haben Arbeiten für Dritte und höhere Holzerträge. Wir verkauften mehr Holz», so Stark. Der Gemeindeammann betont, dass hinter den zusätzlichen Holzfällungen nicht das Streben nach höheren Gewinnen gestanden habe. «Wir mussten wegen Borkenkäferbefällen mehr roden als vorgesehen. Wir fällten genauso viel, wie wir mussten. Und dieses Schadholz verkaufen wir dann auch.»
Neue Leiterin Finanzen
Viola Staubli trat ihre Stelle als neue Leiterin Finanzen von Zufikon Anfang Februar an. Sie ist die Nachfolgerin von Hanspeter Füglistaler, der die Zufiker Finanzabteilung über 30 Jahre leitete und Ende Dezember in Pension ging. Staubli arbeitete zuvor fünf Jahre als Leiterin Finanzen von Bünzen und absolvierte dort verschiedene Weiterbildungen. Sie war in dieser Funktion auch für die Finanzen mehrerer Gemeindeverbände zuständig.
Die Stelle in Zufikon reizte sie, weil im Vergleich zu Bünzen alles etwas grösser ist. --rwi


