Der Sarmenstorfer Stefan Horber und sein Teamkollege sind Finisher am Cape Epic
Sie haben es geschafft. Der Sarmenstorfer Stefan Horber und sein Teamkollege, der Willisauer Dominik Bürkli, starteten am Cape Epic in Südafrika. Sie konnten das Etappenrennen ...
Der Sarmenstorfer Stefan Horber und sein Teamkollege sind Finisher am Cape Epic
Sie haben es geschafft. Der Sarmenstorfer Stefan Horber und sein Teamkollege, der Willisauer Dominik Bürkli, starteten am Cape Epic in Südafrika. Sie konnten das Etappenrennen meistern und sich den Titel «Epic Legends» sichern.
Es waren insgesamt 720 km und 15 700 Höhenmeter, die das Mabalux-Tscharner-Bike-Team in Südafrika bewältigen musste. Stefan Horber und Dominik Bürkli benötigten fast 39 Stunden für den Prolog und die sieben weiteren Etappen des Absa Cape Epic. In der Kategorie «Open Men» erreichten sie den 65. Platz unter 191 Teams und in der Gesamtwertung den 162. Platz unter 680 Teams.
Das Duo ist stolz auf diese Leistung. Neben dem Cape Epic absolvierten sie auch das 4Islands Kroatien und das Swiss Epic. Damit fuhren sie bei drei der vier grössten Mountainbike-Rennen ins Ziel und verdienten sich den Titel «Epic Legends». «Ein unbeschreibliches Gefühl. Vor allem, dass wir das als Team geschafft haben und dabei solche Fortschritte machen konnten», schreiben sie auf ihren Social-Media-Kanälen.
Defekte, Schüttelfrost und ein Sturz bei 50 km/h
Der Erfolg war keineswegs selbstverständlich. Kurz nach dem Start der ersten Etappe streikte Bürklis Schaltung, konnte aber repariert werden. Anschliessend verlor er die Schrauben seines Bidonhalters, was ebenfalls behoben wurde. Schlimmer wurde es vor der zweiten Etappe. Der 38-jährige Bürkli fühlte sich unwohl. Kurz vor dem grössten Anstieg des Tages bekam er Schüttelfrost und Bauchschmerzen. Zu diesem Zeitpunkt lagen noch 80 Kilometer und knapp 1900 Höhenmeter vor dem Team. Dank ihres Mentaltrainings meisterten sie diese Etappe trotzdem. «Es lag dann an mir, etwas mehr zu pushen, Gas zu geben und ihm zu helfen», berichtet Horber. Das war noch lange nicht das Ende der Herausforderungen für das Team. Während der dritten Etappe stürzte der Sarmenstorfer Horber. Ein anderer Fahrer bremste vor ihm abrupt ab. «Ich hatte keine Chance und bin voll in ihn reingedonnert», erzählt der 36-Jährige. «Das Rennen hätte zu dem Zeitpunkt auch zu Ende sein können, bei einem Sturz mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h.»
Glücklicherweise erlitt der Freiämter nur einige Schürfwunden. Das Duo setzte das Rennen fort. Die restlichen 70 Kilometer der Etappe bestritt Horber allerdings nur noch mit der Hinterbremse. «Aber wir haben uns durchgebissen. Als Team. Gemeinsam. Und genau das macht solche Tage unvergesslich. Wir sind motiviert, nehmen Tag für Tag. Und jeder Tag ist eine neue Challenge für uns.»
Von der Familie zusätzlich motiviert
Ein besonderes Erlebnis war das Ende der fünften Etappe. Mittlerweile waren ihre Familien in Südafrika angekommen. «Egal wie hart es wurde, Aufgeben war keine Option. Und dann dieser Zieleinlauf … Empfangen von unseren Familien – Gänsehaut. Pure Emotion», berichtete das Duo. Ähnliches erzählten Horber und Bürkli auch über die vorletzte Etappe, die ihnen einmal mehr alles an Ausdauer abverlangte. «Und plötzlich – ein Klang. Glocken. Stimmen. Emotionen. Unsere Familien. Schweizer Fahnen im Wind. Freunde aus Südafrika, die uns nach vorne schreien. In diesem Moment passiert etwas Magisches: Die Müdigkeit verschwindet. Der Schmerz wird leiser. Und die Beine … drehen wieder. Wie am ersten Tag.»
Am Cape Epic starten einige der besten Fahrer der Welt. In der Elite-Kategorie messen sich Profis. «Und die besten Fahrer unserer Kategorie könnten genauso gut ebenfalls bei der Elite starten», so Horber. Deshalb sind sie mit ihrer Platzierung auch zufrieden. «Wir haben es geschafft. Und nicht nur gefinisht, sondern auch richtig einen rausgehauen. Unser Schlussspurt war einfach grandios. Und dass wir diese Leistung konsequent über eine ganze Woche durchziehen konnten, macht uns extrem stolz.» Jetzt geniesst das Duo erstmal Urlaub mit seinen Familien in Südafrika, bevor es wieder zurück in die Schweiz geht. --jl