Zentral für die Entwicklung
06.01.2026 Mutschellen, Politik, RudolfstettenAusblick auf die neue Legislatur: In Rudolfstetten-Friedlisberg gibt es viel zu tun
Areal Gemeindehaus, Gebiet Isleren und Anschluss der Kläranlage an Dietikon: In Rudolfstetten-Friedlisberg gibt es in den kommenden vier Jahren gleich drei grosse Vorhaben, die ...
Ausblick auf die neue Legislatur: In Rudolfstetten-Friedlisberg gibt es viel zu tun
Areal Gemeindehaus, Gebiet Isleren und Anschluss der Kläranlage an Dietikon: In Rudolfstetten-Friedlisberg gibt es in den kommenden vier Jahren gleich drei grosse Vorhaben, die abgeschlossen und weiter vorangetragen werden. Das ist aber laut Gemeindepräsident Reto Bissig noch nicht alles.
Roger Wetli
«Die grössten Herausforderungen beim Areal Gemeindehaus liegen grösstenteils hinter uns», freut sich Reto Bissig. «In den letzten Jahren hat das Projekt sowohl den Gemeinderat als auch die Verwaltung stark gefordert. Umso erfreulicher ist, dass wir uns jetzt im Schlussspurt befinden und wieder mehr personelle und zeitliche Ressourcen für andere wichtige Aufgaben verfügbar werden.» Sie seien kurz vor dem Ziel, der Bezug der Wohnungen ist für dieses Frühjahr und den Sommer geplant.
Gestaltungsplan im Fokus
An einer ganz anderen Stelle befindet sich die Entwicklung des Gebiets Isleren. «Dort stehen jetzt zunächst der Gestaltungsplan und das anschliessende Baubewilligungsverfahren für das Projekt ‹Birkenhain› im Vordergrund», so Bissig. «Voraussetzung ist die Inkraftsetzung der revidierten Bau- und Nutzungsordnung, die von der Einwohnergemeindeversammlung im November 2025 beschlossen wurde, nachdem sie vom Kanton genehmigt wurde.» In den letzten vier Jahren hätten sie bei der Entwicklung Isleren, insbesondere mit der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), entscheidende Fortschritte gemacht. «Wichtige politische Entscheidungen wurden getroffen, und die Gemeinde hat interessante Optionen, etwa im Bereich Kindergarten, Kinderbetreuung und beim Erwerb wichtiger Liegenschaften am Mutschellen.» Die nächste Hürde sei nun die Inkraftsetzung der BNO durch den Kanton.
Baustart wohl noch in diesem Jahr
Beim Anschluss der Kläranlage wartet die Gemeinde seit Längerem auf die kantonale Genehmigung für die Anschlussleitung in Richtung Bergdietikon sowie für den Um- und Rückbau der bestehenden ARA. «Die Anforderungen sind hoch und führen zu immer wiederkehrenden Anpassungen, was zeitlich und finanziell belastend ist», so der Gemeindepräsident. «Wenn die ausstehenden Genehmigungen nun erteilt werden, hoffen wir, 2026 mit dem Bau der Anschlussleitung beginnen zu können. Der tatsächliche Anschluss an die Anlage der Limeco in Dietikon wäre dann 2027 möglich.»
Reto Bissig betont, dass diese drei Projekte zentral für die nachhaltige Entwicklung von Rudolfstetten-Friedlisberg sind. «Sie zeigen sowohl die Attraktivität unserer Gemeinde als auch den Innovationsgeist und den Glauben an die Zukunft, der hier besteht.» Die Projekte seien zeitlich aufeinander abgestimmt und würden die Gemeinde fordern, aber nicht überfordern. «Entscheidend sind das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden und Kommissionen, das offene Zuhören und der Mut, Entscheidungen zu treffen. Wenn sich zeigt, dass ein Weg nicht der richtige ist, sind wir bereit, einen Schritt zurückzugehen», versichert der Gemeindepräsident.
Projekt der nächsten Generation
Neben diesen drei Projekten ist die Umlegung eines Baches im Hofacher vorgesehen. «Zuerst müssen wir das genehmigte Landgeschäft abschliessen. Auch hier ist die Inkraftsetzung der revidierten BNO eine Voraussetzung», gibt Reto Bissig Einblick. «In dieser Amtsperiode möchten wir vor allem die planerischen Grundlagen erarbeiten und mögliche Varianten prüfen. Die eigentliche Umsetzung betrachten wir als Projekt für die nächste Generation.» Deshalb gebe es derzeit noch keinen konkreten Zeitplan. «Wichtig ist uns, dass wir mit den bestehenden Verwaltungsstrukturen weiterhin bürgernah, effizient und unkompliziert arbeiten können, ohne die Verwaltung zusätzlich ausbauen zu müssen.»
Dieses Bachprojekt sei aber noch nicht alles. «Ein zentrales Projekt ist die Überarbeitung des generellen Entwässerungsplans (GEP, 2. Generation), an dem seit Monaten intensiv gearbeitet wird», so Bissig. «Dieses Projekt möchten wir in dieser Amtsperiode abschliessen.» Ausserdem würden verschiedene Hochwasserschutzprojekte bearbeitet. «Nach dem Abschluss der Tiefbauarbeiten im Gebiet Hinterrüti– Grossbuch–Kreuzacker möchten wir nahtlos im Raum Mutschellen weitermachen, insbesondere an der Mutschellenstrasse und der Querstrasse. Zudem treiben wir die Planung der Begegnungszone im Zentrum von Rudolfstetten voran.» Sollte der Bund im Rahmen des Agglomerationsprogramms der 5. Generation finanzielle Mittel bereitstellen, möchte der Gemeinderat hierfür bereit sein. Darüber hinaus würden wichtige regionale Projekte laufen, wie die Sanierung der Kreisschule, Massnahmen zur Verkehrslenkung im Raum Mutschellen– Bremgarten und die Sanierung der Züribieterstrasse. «Auch das Projekt ‹Kleeblatt›, mit dem wir die interkommunale Zusammenarbeit und eine effizientere Ressourcennutzung prüfen, wird uns weiter beschäftigen. Nicht zuletzt bleiben die Themen Bildung und die Kostenentwicklung im Asylund Gesundheitswesen sehr präsent», betont der Gemeindepräsident.
Gemeinden finanziell entlasten
Reto Bissig freut sich besonders darüber, dass es dem Gemeinderat gelungen ist, ein für alle Gemeinden sehr drängendes Thema auf kantonaler Ebene zu platzieren. «Der Gemeinderat hat im vergangenen Jahr wiederholt beim Regierungsrat und bei weiteren politischen Entscheidungsträgern interveniert, weil die Kosten für die Pflegefinanzierung, das Asylwesen und die Sonderschulung für die Gemeinden kaum mehr tragbar sind – bei gleichzeitig fehlendem Einfluss auf diese Kosten.» Diese Interventionen hätten mit dazu beigetragen, dass das Anliegen nun in Form einer breit abgestützten Motion im Grossen Rat aufgenommen wurde. Diese Motion fordere, dass Planung und Finanzierung der Pflegeversorgung künftig vom Kanton übernommen werden. «Das ist aus unserer Sicht folgerichtig, weil die Gemeinden weder die Tarife noch die Rahmenbedingungen steuern können, aber letzlich die stetig steigenden Restkosten tragen müssen.» Dass dieses Thema nun parlamentarisch behandelt wird, sei ein wichtiger Zwischenerfolg – nicht nur für Rudolfstetten-Friedlisberg, sondern für viele andere Gemeinden im Kanton Aargau. «Ich freue mich auf den weiteren Verlauf dieses wichtigen Geschäftes.»
Persönlich freut sich Reto Bissig zudem auf die weiterhin sehr gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, mit den Kommissionen und allen engagierten Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung. «Es freut mich zu sehen, dass alle tagtäglich hervorragende Arbeit leisten und wesentlich dazu beitragen, dass Rudolfstetten-Friedlisberg gut aufgestellt in die Zukunft gehen kann.»

