Zeigen, ob es wirklich geht
25.11.2025 Muri, AbstimmungenZentraler Verwaltungsstandort im Kloster darf geplant werden
Wird das Hospiz und der Estrich des Klosters zu Verwaltungsräumlichkeiten? Diskussionen diesbezüglich laufen schon länger. Die katholische Kirchgemeinde hat bereits Ja zu einer möglichen Vermietung ...
Zentraler Verwaltungsstandort im Kloster darf geplant werden
Wird das Hospiz und der Estrich des Klosters zu Verwaltungsräumlichkeiten? Diskussionen diesbezüglich laufen schon länger. Die katholische Kirchgemeinde hat bereits Ja zu einer möglichen Vermietung gesagt. Ein Grossteil der Räumlichkeiten gehört aber bereits der Gemeinde. Und genau darin sieht Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger einen grossen Vorteil. «Der beste Denkmalschutz sind genutzte Räume», sagt er. Budmiger ist überzeugt, dass es nicht ideal sei, wenn die Verwaltung auf mehrere Standorte verteilt ist. «Weder für interne Abläufe noch ist es nutzerfreundlich.» Eine Fläche von 600 Quadratmetern mietet die Gemeinde aktuell in der Fremo. «Wir betonten von Anfang an, dass dies eine Zwischenlösung ist.»
FDP und SVP äussern sich kritisch
Nun sollen im Klostergebäude 1130 Quadratmeter für die Gemeindeverwaltung ausgebaut und umgebaut werden. «Mehr Fläche für eine ideale Anordnung, optimierte Abläufe und Schaltersituationen und Reserve», führt Budmiger aus. Gerade der Dachstock dürfte zur Knacknuss werden – ist er doch bisher nur rudimentär ausgebaut, Licht dringt kaum ein. «Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass es möglich ist, hier Verwaltungsräumlichkeiten auszubauen», sagt Budmiger und spricht damit verschiedene Themen an: Licht, Lift, Tragfähigkeit. Ein Vorprojekt soll nun den Beweis liefern. Genau dafür beantragte der Gemeinderat einen Kredit von 350 000 Franken. Schon jetzt ist klar, dass das Dachgeschoss wohl für fixe Arbeitsplätze nicht geeignet ist. «Aber für ein Archiv und für Sitzungsräume.» Allenfalls auch für die Freunde der Klosterkirche und für die Acta Murensis. Das Vorprojekt soll auch eine Grobkostenschätzung liefern. Neun Millionen Franken sind aktuell im Finanzplan eingesetzt. «Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt günstiger sein wird als ein Verwaltungsneubau», hält Budmiger fest. Im Sommer 2027 soll der Baukredit vor die «Gmeind» kommen.
Das Ja fällt am Schluss trotz 99 Gegenstimmen deutlich. In der Diskussion gab es aber auch kritische Voten. Roman Roth, SVP-Präsident, sprach von einer falschen Priorisierung. Tobias Knecht, FDP-Präsident, findet, dass dieses Projekt mit der aktuellen Finanzlage der Gemeinde nicht kompatibel ist. «Wir stecken viel Geld in den Dachstock, ohne ihn nachher optimal nutzen zu können.»
«Würde man beim Privathaus auch so machen»
Aber es gab auch viel Zuspruch. Etwa von Balz Käppeli, der damals das Projekt Neubau Widme erfolgreich bekämpfte. «Ein toller Vorschlag, ich gratuliere.» Ueli Frey sprach im Namen der Mitte: «Wenn es räumlich eng wird im Haus, baut man auch privat den Estrich auch. Ich finde es gut, dass man nun endlich fundiert abklärt, ob Verwaltungsräumlichkeiten im einstigen Hospiz und im Dachgeschoss möglich sind, bevor man über andere Möglichkeiten diskutiert.» Ob übrigens die Kanzlei am Ort bleibt, wo sie aktuell ist, kann Budmiger noch nicht sagen. «Tendenziell nicht.» Und ob die Schule in den Klostermauern bleibt? «Aktuell sieht es danach aus. Die Schulraumplanung steht kurz vor dem Abschluss.» Ganz allgemein sollen die 350 000 Franken für die Projektierung ganz viele Antworten liefern. Spätestens 2027 und mit dem Baukredit sind diese da. «Gebaut wird aber 2027 sicher noch nicht.» --ake
Die Beschlüsse
Von den 5443 Stimmberechtigten nahmen deren 373 an der «Gmeind» teil. Sie genehmigten das Protokoll ohne Diskussionen. Der Antrag, den Baukredit für die Sanierung und den Ausbau der Badi zurückzuweisen, fand mit nur 56 Ja-Stimmen keine Mehrheit. Der Baukredit wurde stattdessen mit 43 Nein-Stimmen klar angenommen. Gleiches gilt für den Baukredit für die Badewasserheizung mit Wärmepumpe, Beckenabdeckung sowie Photovoltaikanlage (6 Gegenstimmen) und den Planungs- und Baukredit für eine Parkierungsanlage in der Bachmatten (1 Gegenstimme). Der Projektierungskredit für einen zentralen Verwaltungsstandort im Kloster wurde mit 99 Gegenstimmen gutgeheissen, nur vereinzelte Gegenstimmen gabs zum Budget und zur Schaffung des Lernorts Wald und Natur im Maiholzwald.
