Spannungsgeladener Polit-Apéro in Besenbüren
Das Suchen beziehungsweise das Finden regionaler Geo-Informationen war für den einfachen Bürger und die Bürgerin noch nie so einfach. Es war Giovanni Romeo von den Industriellen Betrieben Wohlen (IBW), ...
Spannungsgeladener Polit-Apéro in Besenbüren
Das Suchen beziehungsweise das Finden regionaler Geo-Informationen war für den einfachen Bürger und die Bürgerin noch nie so einfach. Es war Giovanni Romeo von den Industriellen Betrieben Wohlen (IBW), der dies anlässlich des Polit-Apéros anhand von «geoag» veranschaulichte. Auch für Dorf-spezifische Fragen und Anliegen hatte der Gemeinderat Gehör oder eine Antwort parat.
Richard Gähwiler
Zusammen mit dem Gesamt-Gemeinderat fanden sich rund 30 Personen aus Besenbüren zum traditionellen Polit-Apéro im Waldhaus ein (Forsthaus Breithau). Gemeindeammann Mario Räber begrüsste die Teilnehmenden und übergab das Wort gleich seinem Ratskollegen Peter Ammann. Ammann betreut das Ressort «Werke» und machte gleich eine Einführung zu diesem Thema: Generelle Entwässerungsplanung (GEP 2) sowie Wasser- und Stromleitungen. «Früher haben wir diese Leitungen einfach verlocht. Seit 2023 nutzen wir die Geo-Informationen der Industriellen Betriebe Wohlen (IBW)». Was das heisst, erläuterte dann Giovanni Romeo, Geschäftsleiter IBW Technik AG.
Nicht genau wissen, was wo ist
Ein Standbein der IBW sind Dienstleistungen für Gemeinden und Werke, der Bau und Betrieb von Netzen und Anlagen. Dabei werden die Leitungen mittels eines Geoinformationssystems (GIS) eingemessen und als digitale Geodaten in geoag.ch verwaltet. In einem öffentlichen Bereich, nutzbar ohne Login, habe man Zugriff auf diverse Geodaten, Leitungskataster, verschiedene Hintergrundkarten und auch auf Luftbilder von 1998 bis aktuell, erläuterte Romeo anhand seiner Präsentation. Der geschützte Bereich, Zugang mit Login durch Werkleitungsverantwortliche, beinhalte detaillierte Netzschemen. «Bei handgeführten Dokumenten wusste man nie so genau, wo man mit Graben beginnen soll», witzelte der Geschäftsführer der IBW Technik. Neben der stetigen Weiterentwicklung (Google Street View) sei auch das Einmessen und Nachführen neuer Projekte Voraussetzung.
Sodbrunnen und Robidog
Hierzu gab es dann auch gleich Fragen aus dem Publikum: Sind die Drainagen schon eingetragen? Ein Landwirt sucht schon länger nach einem Schacht in seinem Land – ist dieser vielleicht mit «geoag» auffindbar? Oder die Sodbrunnen von früher? «Einträge erfolgen sukzessive», verspricht Räber «wobei wir immer auch die Kosten berücksichtigen müssen.» Sicher sei noch einiges nachzutragen, bestätigte auch Ammann, aber auf ein Robidog-Kataster werde man vorläufig verzichten.
Spannungsgeladener Stromtransport
Es war Gemeinderat Thomas Lang, welcher anschliessend noch über den Stand der Hochspannungsleitung Niederwil–Obfelden informierte: bis Besenbüren effektiv mit Leitungsmasten, dann überraschend über ein Übergangsbauwerk (im Bereich «Chäli») bis Jonen im Boden und den Rest bis Obfelden wieder mit Leitungsmasten. «Die Variante mit dem Übergangsbauwerk im «Chäli» mit Erdverkabelung unter die Reuss, erfuhr ich erst an der Sitzung von Juni 2025», erklärte Lang die neue Situation.
Alle rund 10 beteiligten Gemeinden hätten daher, aus unterschiedlichen Gründen, Einsprache erhoben, so Lang weiter. Das Ganze sei nicht sauber gelaufen, ereiferte sich Räber. Ingenieure von Bund und Kanton seien sich uneins und die Gemeinden hätten das Nachsehen.
Kiesgrube und Feuerwerk
Auch die Kiesgrube und das Thema Feuerwerks-Verbot wurden noch kurz angesprochen. Räber stoppte die ausufernde Diskussion schliesslich und eröffnete (Polit-)Apéro mit Wienerli, Brot und Bier.