Willkommen mit vollem Einsatz
02.04.2026 KelleramtSchweinsbraten, Taktgefühl und preisgekröntes Bier am Neuzuzügerabend in Oberlunkhofen
In der Turnhalle Oberlunkhofen pulsierte am Freitagabend das Dorfleben: Rund 80 Neuzuzüger folgten der Einladung der Gemeinde. Sie erlebten, dass «Lunki» ...
Schweinsbraten, Taktgefühl und preisgekröntes Bier am Neuzuzügerabend in Oberlunkhofen
In der Turnhalle Oberlunkhofen pulsierte am Freitagabend das Dorfleben: Rund 80 Neuzuzüger folgten der Einladung der Gemeinde. Sie erlebten, dass «Lunki» weit mehr ist als eine schöne Wohngemeinde – es ist ein lebendiger Ort, der mit offenen Armen, Humor und vollem Einsatz überzeugt.
Bereits beim Apéro bot sich die Gelegenheit, an den Ständen von rund 25 Vereinen, Parteien und Organisationen direkt in das gesellschaftliche Gefüge der neuen Heimat einzutauchen. Wer es gerne flüssig mag, fand sich schnell bei Stefan Stutz ein. Die preisgekrönten Biere seiner Brauerei «Drüüklang Bräu» können jeden Donnerstag- und Freitagabend in der «Oldtimer-Bar» im alten Busdepot genossen werden. Dass Vereinsarbeit auch eine ernste Seite hat, demonstrierte Marc Hofmann vom Samariterverein Kelleramt. An einer Übungspuppe zeigte er eindrücklich die Realität einer Reanimation: «Bei Erwachsenen lässt es sich kaum vermeiden, dabei Rippen zu brechen – sonst gelangt man gar nicht nah genug ans Herz.»
Eine starke Infrastruktur für eine lebendige Region
Beeindruckend präsentierte sich auch der TV Lunkhofen. Während viele Vereine heutzutage händeringend um Nachwuchs und helfende Hände kämpfen, strahlt der Turnverein weit über die Dorfgrenzen hinaus und zieht seit Jahren Volleyball-Talente aus dem ganzen Kanton an. Jäger Marco Critelli nutzte die Plattform, um mit Vorurteilen aufzuräumen: «Frauen sind in der Jagd heute mehr als willkommen.» Für die Treibjagd im Herbst suche die Jagdgesellschaft zudem stets Unterstützung – Interessierte dürften sich melden.
Damit die Eltern den Kopf und die Hände frei hatten für das Wichtigste – das Ankommen –, wurden die kleinsten Gäste vom Verein Tagesstrukturen betreut. Gemeindeammann Alain Maître hiess alle Neuzuzüger im Namen des Gemeinderates offiziell willkommen und betonte die starke Infrastruktur des Dorfes. Sein Appell an die Runde: «Damit die Region um Oberlunkhofen und das Kelleramt lebendig bleibt, bitte ich Sie: Nehmen Sie aktiv am Dorfleben teil und berücksichtigen Sie das lokale Gewerbe.»
Nach der Vorstellung der anwesenden Amtspersonen gehörte die Bühne dem Nachwuchs. Die «Sound Rebels» der Musikschule Kelleramt sorgten mit viel Blech und Schlagzeug für Stimmung. Bei Hits wie «Seven Nation Army» und «Eye of the Tiger» wurde schnell klar: In Oberlunkhofen wird nicht nur gewohnt, hier wird gelebt.
Kulinarische Genüsse und persönliche Geschichten
Bald darauf stieg den Gästen ein verlockender Duft in die Nase. Die Landfrauen und das Team der Metzgerei Marti aus Muri luden zum Buffet mit herzhaftem Schweinsbraten, Kartoffelgratin und Salaten, während die dorfeigene Bäckerei Haas später süsse Köstlichkeiten servierte. An den liebevoll gedeckten Tischen mischten sich die Gemeinderäte ungezwungen unter die Besucher, was schnell zu angeregten Gesprächen und herzlichem Gelächter führte.
Einleben funktioniert
Wie gut das Einleben funktioniert, zeigen die Geschichten der Neuzuzüger selbst. Mirjam und Lukas Jans, frisch verheiratet und berufsbedingt aus dem Emmental bzw. dem Thurgau zugezogen, zeigten sich begeistert. «Der gute erste Eindruck der Gemeinde setzt sich heute Abend direkt fort», stellte Lukas schmunzelnd mit Blick auf seinen Teller fest. Einen besonderen Traum haben sich Rebecca Hauser und Christian Suter erfüllt. Die ehemaligen Widener suchten einen ländlichen Hof und wurden in Oberlunkhofen fündig. «Wir halten nun Alpakas, Enten und Hühner – bald kommen noch Schweine dazu», erzählte Rebecca strahlend. Ihr nächster Schritt zur Integration: vielleicht der Beitritt zur lokalen Feuerwehr.
Gemeinschaftssinn von klein auf
Ein besonderes Lob am Rande gab es von Hauswart Markus Schuler: «Dank der Hilfe der 5. und 6. Klasse waren die Tische und Stühle in rekordverdächtigen 20 Minuten aufgestellt. Allein hätte ich dafür wesentlich länger gebraucht.»
Als schliesslich die bekannte Kapelle «Echo vom Horben» mit lüpfiger Ländlermusik aufspielte, war das Fazit des Abends klar: Oberlunkhofen hat seine Arme weit ausgebreitet – und es ist wahrlich schwer, hier keinen Anschluss zu finden. --sca



