Weil Musik Generationen verbindet
27.05.2026 Region Unterfreiamt, Musik, TägerigIn Tägerig findet in gut einem Jahr der Aargauische Musiktag samt Dorffest statt
In etwas mehr als einem Jahr wird intensiv gefeiert. Vom 3. bis 6. Juni 2027 findet der Aargauische Musiktag statt, der gleich mit einem Dorffest kombiniert wird. Erwartet werden rund 50 ...
In Tägerig findet in gut einem Jahr der Aargauische Musiktag samt Dorffest statt
In etwas mehr als einem Jahr wird intensiv gefeiert. Vom 3. bis 6. Juni 2027 findet der Aargauische Musiktag statt, der gleich mit einem Dorffest kombiniert wird. Erwartet werden rund 50 Musikvereine und gegen 1500 Musikanten und Musikantinnen.
Chregi Hansen
Rund 1500 Einwohner zählt das kleine Dorf. In einem Jahr wird sich diese Zahl quasi verdoppeln, wird Tägerig zum Zentrum der Aargauer Blasmusik. Dass eine so kleine Gemeinde einen derart grossen Anlass organisiert, ist keine Selbstverständlichkeit. «Aber genau darin liegt die Motivation. Der Musiktag und das Dorffest sollen zeigen, was möglich ist, wenn die Dorfvereine, die Bevölkerung und Gemeinde gemeinsam anpacken», sagt OK-Mitglied Stefan Annen. Für Tägerig sei dieser Anlass eine Chance, sich als lebendiges Dorf zu präsentieren und den Zusammenhalt über Generationen hinweg zu stärken.
Die Festplanung ist inzwischen weit fortgeschritten, die Unterhaltung ist bekannt und die Anordnung des Festgeländes steht. Im Zentrum steht ein grosses Festzelt mit 1200 Plätzen auf einem kompakten, leicht zugänglichen Festgelände rund um die Schule und die Sportanlage. Auf diesem entsteht ein Beizendorf mit verschiedenen kulinarischen Angeboten, betrieben durch die 12 involvierten Dorfvereine. Die Paradewettbewerbe finden auf der Niederwilstrasse statt. An allen vier Tagen wird tolle Unterhaltung geboten, geplant ist neben den Vorträgen der Musikvereine beispielsweise eine Sommerwies’n am Freitag, Abendunterhaltung durch «Brässkalation» und «Second First» am Samstagabend sowie ein Programm für Kinder und Schüler.
Mit gutem Gefühl nach Hause gehen
Dafür, dass alles klappt, sorgt ein 28-köpfiges Gesamt-OK mit einem 10-köpfgen Ausschuss. «Die grössten Herausforderungen liegen sicher in der Finanzierung, der Helferrekrutierung, bei der Besucheranziehungskraft und nicht zuletzt beim Wetter. Ein Anlass dieser Grösse erfordert gute Planung und klare Zuständigkeiten», erklärt Annen. Die Organisatoren erhoffen sich aber vor allem ein Fest, das den Menschen musikalisch und gesellschaftlich in guter Erinnerung bleibt. «Wenn Besucherinnen und Besucher nach Hause gehen und sagen: «Tägerig hat das grossartig gemacht», dann haben wir viel erreicht.»
Der Musikverein hat in Tägerig einen hohen Stellenwert. Er ist nicht nur ein musikalischer Verein, sondern auch ein wichtiger Teil des Dorflebens, der bei kirchlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Anlässen präsent ist und viel bei trägt zur Identität des Dorfes. Wie viele andere Vereine spürt auch er, dass die Nachwuchsarbeit anspruchsvoller geworden ist. Umso wichtiger sei es, den Jungen die Freude an der Musik und am Vereinsleben aktiv näherzubringen. «Der Musiktag soll hier ein starkes Zeichen setzen: Blasmusik ist nicht verstaubt, sondern lebendig, verbindend und generationenübergreifend», so Annen. Der Anlass dient also auch dazu, den Verein sichtbar zu machen und auch jungen Menschen zu zeigen, dass Musik im Verein Gemeinschaft, Freundschaften und schöne Erlebnisse schafft.
Viele helfen mit, auch die Gemeinde
Dabei ist der Musikverein auf sehr grosse Unterstützung angewiesen. «Eine genaue Zahl können wir noch nicht sagen, aber wir rechnen mit mehreren Hundert Helfereinsätzen. Die Helferrekrutierung wird ein zentrales Thema in der Vorbereitung sein», so der Vertreter des OK. Die Gemeinde selbst steht dem Anlass sehr positiv gegenüber. Die Unterstützung liegt einerseits in der ideellen Rückendeckung, andererseits in praktischen Themen wie Bewilligungen, Nutzung von Infrastruktur, Verkehr, Sicherheit und der Nutzung von gemeindeeigenen Anlagen oder Flächen. «Für uns ist wichtig, dass der Anlass nicht ‹neben› der Gemeinde stattfindet, sondern gemeinsam mit ihr», sagt Annen.
Risiken einkalkulieren
Grossanlässe beinhalten aber auch immer ein finanzielles Risiko, wie andere Veranstalter in der Region in letzter Zeit schmerzhaft erfahren mussten. «Für uns ist zentral, dass wir vorsichtig budgetieren und unsere Ausgaben laufend überprüfen», sagt Annen dazu. Die Kosten für die Festwirtschaft, die gesamte Infrastruktur und die geplante Unterhaltung können bereits sehr genau beziffert werden. Aber auch Faktoren wie Wetterrisiken und Besucherzahlen müssen realistisch eingeschätzt und einkalkuliert werden. «Wir wollen nicht mit Wunschzahlen planen, sondern mit Szenarien, die auch dann tragbar sind, wenn nicht alles ideal läuft.» Auch die Sponsorensuche läuft momentan auf Hochtouren und man ist sehr froh, wenn man durch das Gewerbe unterstützt wird.
Grosse Vorfreude
Ein Anlass wie dieser ist natürlich nie völlig risikofrei. Aber durch ein starkes OK, klare Verantwortlichkeiten, transparente Finanzen, frühzeitige Sponsorensuche und eine breite Verankerung im Dorf können wir das Risiko deutlich reduzieren. Unser Ziel ist ein Fest, das nicht nur stimmungsvoll, sondern auch finanziell verantwortungsvoll durchgeführt wird», ist für den Sprecher des OK klar. Die Vorfreude auf den Grossanlass ist bei allen Beteiligten riesig. Das kleine Tägerig wird an diesem Anlass zu einem Ort der Musik und Begegnung. Mit hoffentlich lauter zufriedenen und glücklichen Gesichtern.

