Weil Gehen so viel mehr ist
27.03.2026 Beinwil/Freiamt, Region Unterfreiamt, DottikonDer Dottiker Hannes Leo Meier lädt nach Ostern zu «Gehen im Freiamt 26» ein
Während den drei Tagen nach Ostern lädt Hannes Leo Meier Interessierte ein, das eigene Gehen neu, vital, präsent und mutig zu erleben, um so die Beziehung zu sich ...
Der Dottiker Hannes Leo Meier lädt nach Ostern zu «Gehen im Freiamt 26» ein
Während den drei Tagen nach Ostern lädt Hannes Leo Meier Interessierte ein, das eigene Gehen neu, vital, präsent und mutig zu erleben, um so die Beziehung zu sich selbst und zur Umwelt weiter offen, agil und lebhaft zu gestalten.
Chregi Hansen
Wenn er über das Gehen spricht, dann sprudelt es aus ihm heraus. «Dieses Verb lässt sich in ganz unterschiedlichen Formen verwenden. Und es gibt über 40 Vorsilben, die sich mit ihm verbinden lassen», erklärt Hannes Leo Meier. Von Angehen über Losgehen, Mitgehen bis zum Zugehen. Von «Wie geht es dir?» bis zu «Er ist von uns gegangen».
Der gebürtige Dottiker, der heute in Aarau lebt, war viele Jahre in der Schweizer Theaterszene aktiv. Später hat er als Lehrer gearbeitet. Heute ist Meier als Geh-Coach mit ganz verschiedenen Angeboten für Einzelpersonen und Gruppen tätig. Seit 2021 praktiziert er «Gehen im Freiamt» in einer sich immer wieder leicht veränderten Form. Die Region kennt er bestens. Als Student war er 1984 zu Fuss zwischen Dottikon und Abtwil unterwegs – dies im Rahmen seiner Schlussarbeit am Lehrerseminar. Aus dieser langen Verbundenheit mit dem Freiamt und dank der zahlreichen Geh-Erkenntnisse und -Erfahrungen zeigt sich «Gehen im Freiamt» nun als eine Art Höhepunkt seiner Geh-Projekte.
Ohne Leistungskomponente
Er strahlt, wenn er davon erzählt. Er will anregen, rauszugehen und sich aus eigener Kraft fortzubewegen. «Das ist durchaus angesagt, wie die vielen Angebote wie Foxtrails oder Ähnliches zeigen. Und auch das Wandern ist wieder sehr beliebt», erklärt der 62-Jährige. Aber Wandern habe eben eine Leistungskomponente, die gibt es beim Gehen nicht. Er ist überzeugt: Durch das Entdecken der tiefergehenden Bedeutungen des Gehens und das Erleben des Gehens als eine Superkraft und als Wundermittel können erweiternde und stützende Erfahrungen gemacht werden.
Nach einer Pause im letzten Jahr präsentiert er «GEHEN im Freiamt» in einer neuen Form. Er sieht das Projekt als Geh-, Begegnungs- und Kunstangebot. Während drei Tagen – vom 6. bis 8. April – ist Meier zu Fuss unterwegs im Freiamt und praktiziert dabei «Freies gehen». Das bedeutet: Seine Wege ergeben sich erst während des Gehens selber. Es gibt keine vorgefertigte Route und kein definiertes Ziel. Nur der Start am Ostermontag steht schon fest, der erfolgt in Bremgarten. «Das war in all den Jahren der Fall, das soll so bleiben», erklärt er.
Zwei Angebote pro Tag
Meier lädt während dieser drei Tage Interessierte zum Mitgehen ein. Das Projekt steht allen offen. Über eine Trackingapp kann man die Reise live mitverfolgen. Den Treffort für den «Morgenwalk» gibt der Initiant jeweils am Abend davor bekannt. Am Folgetag auf 9 Uhr kommen die interessierten Personen dort zusammen und machen sich gemeinsam auf den Weg – der sich ja dann eben im Gehen ergeben wird. Man wird sich gegenseitig kennenlernen und sich austauschen. Weiter kommen die Beteiligten mit den von Meier entwickelten «Sieben Komponenten des Gehens» in Berührung. Zum Schluss entwickelt die Gruppe gemeinsam eine kleine Geh-Aktion und setzt diese als Abschuss um 11.45 Uhr um.
Zum zweiten Angebot des Tages trifft man sich um 14 Uhr beim nächsten Standort. Ab dem Mittag um 12 Uhr kann man den Ort erfahren. Dieses Modul nennt sich «Landschaft am Nachmittag» und lädt ein zum Zeichnen, Malen, Gestalten, Notieren und Dichten. «Es geht nicht darum, ein besonders schönes Bild zu malen. Es geht um das Innehalten und genaue Hinschauen», erklärt er. Dieser Teil endet gegen 17 Uhr. Am Abend schliesslich übernachtet der Dottiker dort, wohin ihn sein Weg an diesem Tag geführt hat. Wenn möglich setzt er sich dann in dieser Gemeinde in der Dorfbeiz mit an den Stammtisch und sucht auch dort die Begegnung. Zudem erscheint jeden Tag ein Blog zum Tagesgeschehen und -erleben.
Meier will mit dem Projekt Naturund Geherlebnisse ermöglichen und die wirksame und gesundende Kraft des Gehens vermitteln. «Denn das Gehen ist für uns Menschen eine äusserst wichtige Ressource. In ihr schlummert als eine äusserst stärkende Kraft die älteste für uns zugängliche Weisheit», ist er überzeugt. Ziel des Projekts ist es, Menschen über das Gehen miteinander, mit sich selbst und mit ihrem Umfeld in Verbindung zu bringen. «Beim draussen Gehen und beim Aufenthalt in der Natur verschaffen wir uns vielfältig Raum, um die stärkende, verbindende und gesundheitlich stabilisierende Wirkung unseres aufrechten Ganges zu erleben, zu würdigen und zu nutzen.»
Eine Stunde vor Start anmelden
Die Teilnahmen am «Morgenwalk» und/oder an «Landschaft am Nachmittag» sind gratis. Ein freiwilliger Beitrag ist jedoch möglich. Für die wetterentsprechende Wanderausrüstung, die Verpflegung sowie für alles weitere Material sind die Teilnehmenden selbst verantwortlich. Anmeldungen sollten bis spätestens eine Stunde vor dem Start des jeweiligen Angebots eintreffen. Hierfür oder für Fragen zu den einzelnen Tools meldet man sich unter der Telefonnummer 079 222 05 63 (Christoph Kuhn). Alle Trefforte befinden sich übrigens in der Nähe einer ÖV-Haltestelle, und das Angebot endet auch bei einer solchen. Alle Infos dazu findet man unter www.timeoutcoaching.ch.
Das Gehen beschäftigt Meier auch abseits des Freiamts. In Aarau pflegt er einen «GehRaum», der eine Bibliothek mit Geh-Literatur beherbergt, wo man am Montagabend im «WalkingSpace» sein eigenes Gehen spielerisch präsent, lebendig und mutig erleben kann und der für Einzelpersonen und Teams Raum und Ausgangspunkt ist für Walks, Coachings und Retreats ist. Mit «go wild» bietet er Trips in die Natur an, um der Kraft im Wenigen zu begegnen, und er gibt Kurse in «Walk ’n’ Talk». Er moderiert Inputreferate zum Thema und ist im Bereich psychischer Gesundheit gefragt mit seinem neuen Ansatz der «Sieben Komponenten». Insgesamt ist er ein Pionier für ein erweitertes Verständnis über die Kräfte und das Potenzial des Gehens.
Grundstein für Weiteres legen
Mit der sechsten Ausgabe von «GEHEN im Freiamt» soll ein Grundstein gelegt werden für eine Form, die sich weiterentwickeln wird. Meiers Wunsch wäre, dass sich weitere Anbieterinnen und Anbieter am Projekt beteiligens. So ist Meier bereits im Austausch mit Erlebnis Freiamt. Er kann sich ebenfalls vorstellen, dieses Projekt auch in anderen Regionen anzubieten. Dazu wäre aber die Unterstützung von Institutionen, Firmen, Stiftungen und Sponsoren nötig. «Ich bin überzeugt, dass in diesem Projekt ganz viel Potenzial schlummert», sagt der Vater von drei zum Teil erwachsenen Töchtern. Die drei Tage im Freiamt sollen nun den Grundstein legen für viele weitere Anlässe.

