Weg mit TV, PC und Handy
21.04.2026 Mutschellen, Rudolfstetten, GesundheitAm Seniorennachmittag gab es Tipps für guten Schlaf im Alter
Gut schlafen können – nicht allen Menschen ist das vergönnt. Alle können jedoch mit wirkungsvollen Massnahmen den Schlaf verbessern. Welche Massnahmen das sind, erklärte die ...
Am Seniorennachmittag gab es Tipps für guten Schlaf im Alter
Gut schlafen können – nicht allen Menschen ist das vergönnt. Alle können jedoch mit wirkungsvollen Massnahmen den Schlaf verbessern. Welche Massnahmen das sind, erklärte die Schlafexpertin Julienne Fuchs am Seniorennachmittag der Arbeitsgruppe Altersfragen Mutschellen.
Die 120 bereitgestellten Stühle im Pfarreizentrum in Rudolfstetten reichten bei Weitem nicht aus, um allen Interessierten am Thema «Gut schlafen im Alter» eine Sitzgelegenheit zu bieten. Rasch wurden weitere Stühle herbeigeschafft von den Mitgliedern des Gemischten Chors Rudolfstetten-Friedlisberg. Diese unterstützten Eva Specht von der Arbeitsgruppe Altersfragen Mutschellen bei der Organisation und Durchführung des Seniorennachmittags.
Gut schlafen zu können, sei kein Luxus, versicherte Referentin Julienne Fuchs. Die Psychologin und Psychotherapeutin ist Schlafexpertin in der Klinik für Schlafmedizin bei Zurzach Care. Zu Beginn ihrer Ausführungen ging sie auf den Schlafrhythmus ein sowie auf die Behandlung von Schlafstörungen, die auf körperlichen Ursachen beruhen. «Ältere Menschen leiden vermehrt unter Schlafstörungen als junge», führte die Referentin aus. «Und ältere Menschen haben meist einen leichten Schlaf mit mehr Aufwachphasen.» Bei zu wenig Schlaf steige das Sturzrisiko, zudem nähmen Gedächtnis und Konzentration ab.
Tagesroutine einhalten
Liegen keine körperlichen Ursachen vor für Schlafstörungen, so kann laut Julienne Fuchs mit wenigen wirkungsvollen Massnahmen ein guter Schlaf gefördert werden. «Wichtig ist, eine Tagesroutine einzuhalten.» Also wenn immer möglich zur gleichen Zeit ins Bett gehen und zur gleichen Zeit aufstehen. Auch an den Wochenenden und in den Ferien. Ebenso wichtig: Täglich an die frische Luft gehen und regelmässige Essenszeiten einhalten. «Wer unter Ein- und Durchschlafstörungen leidet, sollte tagsüber kein Nickerchen einlegen.» Und falls das Mittagsschläfchen zur täglichen Routine gehört, sollte es nicht länger als 20 Minuten dauern. Wecker stellen nicht vergessen. Das Bett solle man fürs Schlafen nutzen. Also weg mit Fernseher, PC und Handy. Auch essen sollte man nicht im Bett. «Und lesen?», wurde aus der Zuhörerschaft gefragt. «Nur sitzend im Bett oder in einem Stuhl neben dem Bett», so die Antwort.
Rauchen, Kaffee, Energydrinks, spätes Essen und Alkohol behinderten das Einschlafen beziehungsweise das Durchschlafen, so die Referentin weiter. Beim Essen könne man sich an die alte Volksweisheit halten: am Morgen wie ein König, am Mittag wie ein Bauer, am Abend wie ein Bettler.
Pufferzone schaffen
Hilfreich für einen guten, erholsamen Schlaf sei auch das Schaffen einer Pufferzone zwischen der Alltagstätigkeit und dem Zubettgehen. «Die eine Stunde vor dem Zubettgehen soll der Erholung gewidmet sein», so Julienne Fuchs. In dieser Stunde solle man auf körperliche Anstrengung verzichten, vielleicht einen Tee trinken, lesen oder Tagebuch schreiben und so mit dem Alltag nach und nach abschliessen. Eine weitere Regel: Erst zu Bett gehen, wenn man wirklich schläfrig ist.
Der natürliche Schlafrhythmus bringt es mit sich, dass man nachts mehrmals wach wird. Oftmals nimmt man das gar nicht bewusst wahr. Und falls doch, weil man beispielsweise auf die Toilette muss, so sollte man diesen Gang bei gedimmtem Licht tun. Ganz ohne Licht sei es zu gefährlich; das erhöhe das Sturzrisiko.
Und wer nach diesem kurzen Wachsein nicht wieder einschlafen könne, der solle aufstehen und einer ruhigen, entspannenden Tätigkeit nachgehen. «Schauen Sie dabei nicht auf die Uhr und essen Sie nichts», mahnte die Referentin. Erst wenn die Schläfrigkeit sich wieder einstelle, solle man zurück ins Bett.
Julienne Fuchs warnte auch vor übersteigerten Ansprüchen an die Schlafdauer. «Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf als jüngere», sagte sie. Im Durchschnitt seien es an die sieben Stunden.
Nach Referat und Fragerunde sassen die Teilnehmenden bei Kaffee und Kuchen noch gemütlich beisammen, diskutierten angeregt das Gehörte und tauschten eigene Schlaferfahrungen aus.
--zg

