Vom Paradies zum Sanierungsfall
15.05.2026 Rudolfstetten, MutschellenDie Pfadi Alpha Centauri plant die dringend nötige Renovation ihres Heims in Rudolfstetten-Friedlisberg
Das Pfadiheim an der Höllbündtenstrasse in Rudolfstetten ist seit Jahren das Zuhause der Pfadi Alpha Centauri. Heute ist das Gebäude in einem ...
Die Pfadi Alpha Centauri plant die dringend nötige Renovation ihres Heims in Rudolfstetten-Friedlisberg
Das Pfadiheim an der Höllbündtenstrasse in Rudolfstetten ist seit Jahren das Zuhause der Pfadi Alpha Centauri. Heute ist das Gebäude in einem Zustand, der eine Nutzung kaum mehr zulässt. Eine umfassende Sanierung ist geplant. Doch dafür brauchen die Pfadfinder finanzielle Unterstützung.
Sabrina Salm
Seit 1967 prägt die Pfadi Alpha Centauri die Jugendarbeit in der Region. Mit heute 170 Aktivmitgliedern und rund 28 Leiterinnen und Leitern im Alter von 16 bis 25 Jahren gehört sie zu den grössten Abteilungen im Kanton Aargau. Ihr Einzugsgebiet ist riesig, umfasst zehn Gemeinden und reicht von Rudolfstetten über Berikon, Widen und Bremgarten bis nach Jonen. Doch ihr geliebtes Pfadiheim zerfällt zusehends. Ein Baurechtsvertrag sichert den Standort zwar idealerweise für die nächsten 30 Jahre – darüber wird an der kommenden «Gmeind» in Rudolfstetten-Friedlisberg abgestimmt –, doch das Gebäude selbst ist in einem kritischen Zustand. Seit rund fünf Jahren kann das Haus nicht mehr richtig genutzt werden. «Früher war hier unser Dreh- und Angelpunkt», sagt Daniela Hackl. Die heutige Primarlehrerin ist seit 2006 in der Pfadi aktiv und leitet seit 2015. «Seit ich acht Jahre alt bin, bin ich pfadiangefressen», sagt sie lächelnd.
Flickwerk reicht nicht mehr
Die Heizung ist komplett ausgestiegen, und ein Wasserschaden zwang die Verantwortlichen dazu, das Wasser im gesamten Haus abzustellen. Auch die Elektrik bereitet Sorgen. «Wir haben teilweise Funken bei Steckdosen bemerkt», sagt Hackl. Die Sanitäranlagen sind nur noch eingeschränkt nutzbar. «Von fünf WCs funktionieren gerade mal noch zwei.» Seit rund fünf Jahren wird das Haus deshalb kaum noch genutzt. Besonders schmerzhaft sei das für die Mitglieder, erklärt Hackl. «Hier ist es so schön. Doch wir verbringen kaum mehr Zeit hier. Das ist so schade.» Eigentlich biete das Gelände alles, was ein Pfadiheim brauche: einen grossen Umschwung, Aufenthaltsräume, Küche und Schlafräume. «Wir haben wie kein Zuhause mehr.» Das Heim entstand ursprünglich aus einer Scheune aus Bergdietikon, die 1974 demontiert und später in Rudolfstetten wieder aufgebaut wurde. Seit 1980 dient das Gebäude als Pfadiheim. Der letzte grössere Umbau fand 1999 statt, kleinere Arbeiten folgten später. Doch mittlerweile reicht Flickwerk nicht mehr aus. «Wir haben es immer instandgehalten, so gut es ging. Doch jetzt geht es nicht mehr», sagt Hackl.
Stark gewachsen
Der Soll-Zustand sieht eine umfassende, zeitgemässe Aufwertung vor. Geplant ist eine Rundumerneuerung mit frischen Innen- und Aussennanstrichen, neuen Lampen und der Sanierung des Dachs, wo derzeit ungeliebte Mitbewohner hausen. Der grosse Aufenthaltsraum soll akustisch verbessert werden, zudem möchte die Pfadi dort mehr Platz schaffen. In der Küche sind ein neuer Backofen, ein grösserer Kühlschrank und ein Geschirrspüler vorgesehen. Die bestehende Ölheizung soll durch eine Erdsonden-Wärmepumpe ersetzt werden, zusätzlich ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. «Die Pfadi steht auch für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur. Da liegt es auf der Hand, dass wir ökologischer umbauen.» Daneben müssen die Sanitäranlagen und die Elektrik vollständig erneuert werden.
Nicht alle Wünsche können jedoch umgesetzt werden. Weil sich das Gebäude in der Landwirtschaftszone befindet, sind Erweiterungen nur sehr beschränkt möglich. Ein geplanter Ausbau für zusätzliche Lagerräume wurde vom Kanton abgelehnt. «Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen und brauchen dringend mehr Platz für unser Material», erklärt Hackl. Heute seien Lagerräume über verschiedene Gemeinden verteilt.
Trotzdem wurde das Baugesuch mit Anpassungen bewilligt. Geht alles nach Plan, soll im Frühling 2027 mit den Arbeiten begonnen werden.
Lohnende Investition
Die Kosten für das redimensionierte Projekt belaufen sich auf rund 320 000 Franken. 50 000 Franken kann die Pfadi aus eigenen Mitteln beisteuern. Den Rest versucht sie über Spenden, Stiftungen, Gemeinden sowie private Unterstützer zu finanzieren. «Wir versuchen so vieles wie möglich selbst zu machen», sagt Hackl. Doch viele Arbeiten müssten von Fachpersonen ausgeführt werden. Deshalb ist die Pfadi auf Unterstützung angewiesen.
Für Daniela Hackl steht fest, dass sich die Investition lohnt, schliesslich sei die Pfadi eine unersetzliche Lebensschule. «Man bekommt viel mit für den Rucksack ins Leben.» Das Haus soll nach der Sanierung auch wieder an andere Vereine oder Private vermietet werden. «Wir hoffen auf grosse Unterstützung, denn die brauchen wir dringend, um das Pfadihaus wieder auf Vordermann zu bringen.» Mit der Sanierung soll das Pfadiheim wieder zu einem lebendigen Begegnungsort werden.
Weitere Infos und Spendenangaben unter: www.pfadialphacentauri.ch.


