Viele helfende Hände für den Wald
31.03.2026 Region Bremgarten, Zufikon, NaturBaumpflanzaktion von Reto Schoch und Freunden fand statt
Mit Hacke und Spaten, Handschuhen und Idealismus trafen sich am vergangenen Samstag 50 Helferinnen und Helfer im Wald bei der Emauskapelle in Zufikon. Gemeinsam setzten sie junge Stiel- und Traubeneichen in den ...
Baumpflanzaktion von Reto Schoch und Freunden fand statt
Mit Hacke und Spaten, Handschuhen und Idealismus trafen sich am vergangenen Samstag 50 Helferinnen und Helfer im Wald bei der Emauskapelle in Zufikon. Gemeinsam setzten sie junge Stiel- und Traubeneichen in den Boden – ein weiterer Beitrag für den Wald der Zukunft.
Zur Pflanzaktion eingeladen hatte Reto Schoch aus Jonen. Seit mehreren Jahren organisiert er diesen besonderen Einsatz für die Natur. Was einst als persönliche Initiative begann, ist längst zu einer kleinen Tradition geworden, an der sich jeweils viele Freunde, Bekannte und Naturinteressierte aus der Region beteiligen.
Eine Idee aus persönlicher Verantwortung
Der Einfall zu dieser Aktion entstand aus einem persönlichen Anliegen von Reto Schoch. Während seiner Zeit als Architekt in New York war er beruflich häufig mit dem Flugzeug unterwegs. Sein ökologischer Fussabdruck liess ihm keine Ruhe: «Ich habe mich gefragt, wie ich der Natur etwas zurückgeben kann», erzählte er. «Bäume pflanzen erschien mir eine einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeit zu sein.»
Mit Unterstützung des Forstbetriebs Zufikon wurde die Idee schliesslich umgesetzt. Schoch übernahm die Kosten für die Setzlinge, während der Forstbetrieb eine geeignete Fläche auswählte, die Pflanzung vorbereitete und Werkzeug für die Helfer und Helferinnen bereitstellte.
Harte Arbeit am steilen Hang
Die erste Pflanzaktion fand im März 2020 statt. Rund 45 Personen halfen damals mit, junge Bäume zu setzen. Die positive Resonanz motivierte den Initianten, die Aktion auch in den kommenden Jahren weiterzuführen. «Wer nicht investiert, verliert», sagt Schoch. Dieser Leitsatz aus seinem Berufsleben gilt für ihn auch für die Natur. «Wenn wir wollen, dass unsere Kinder und Enkel noch gesunde Wälder erleben können, müssen wir heute etwas dafür tun.»
Die diesjährige Pflanzaktion verlangte den Teilnehmenden einiges ab. Die Fläche lag an einem relativ steilen Hang und der Boden war durchzogen von Wurzeln, Gestrüpp und Steinen. Das Ausheben der Pflanzlöcher wurde teilweise zu echter Knochenarbeit. Doch gerade diese Herausforderungen, die mit Enthusiasmus, Lachen und Humor angegangen wurden, schweissen die Helfer und Helferinnen immer wieder neu zusammen. «Da brauchte es teilweise schon richtige Manneskraft, und nicht jeder ist das gewohnt», meinte schmunzelnd ein Teilnehmer. Mit vereinten Kräften, viel Einsatz und gegenseitiger Unterstützung entstanden nach und nach die Pflanzplätze für die jungen Eichen.
Eichen für die Zukunft des Waldes
Gepflanzt wurden vor allem Stiel- und Traubeneichen. Diese Baumarten gelten als besonders widerstandsfähig gegenüber Hitze und Trockenheit und spielen deshalb eine wichtige Rolle für die Zukunft der Wälder. Revierförster Urs Huber vom Forstbetrieb Zufikon begleitete die Pflanzaktion und erklärte den Teilnehmenden die Bedeutung dieser Bäume. «Eichen kommen mit trockeneren Böden besser zurecht als viele andere Baumarten», sagte er. «Darum werden sie für unsere Wälder immer wichtiger.»
Gerade im Kelleramt, wo die Böden teilweise trocken sind, gelten Eichen als sogenannte klimafitte Baumarten. Sie können längere Trockenperioden überstehen und tragen dazu bei, die Stabilität des Waldes langfristig zu sichern. Auch im Emauswald bei Zufikon wird diese Entwicklung gezielt gefördert. Die Ortsbürgergemeinde erklärte das Gebiet vor einigen Jahren zum Eichenwaldreservat. Damit sich junge Eichen entwickeln können, benötigen sie genügend Licht. Deshalb werden in gewissen Bereichen andere Baumarten – insbesondere Buchen – zurückgenommen, sodass auf dem Waldboden wieder mehr Licht einfällt.
Diskussion um Brombeeren im Wald
Unter Naturliebhabern und Spaziergängern wird allerdings immer wieder die Sorge geäussert, dass sich Brombeergestrüpp stark ausbreiten könnte.
Manche befürchten, dass die jungen Setzlinge überwuchert werden und der Wald verwildert. Der Revierförster kann diese Bedenken jedoch einordnen. Brombeeren seien in den ersten Jahren nach einem Eingriff im Wald durchaus typisch. «Wenn mehr Licht auf den Boden fällt, wächst die Brombeere zunächst stärker», erklärte er. «Sobald die jungen Eichen grösser werden und mit ihrem Laub wieder mehr Schatten geben, geht das Brombeergestrüpp von selbst zurück.»
Zudem erfülle die Brombeere im Wald durchaus wichtige Funktionen. Sie schützt den Boden vor Austrocknung, bietet Nahrung und dient vielen Tieren als Versteck und Schutzraum. Kritisch werde es aber bei der sogenannten armenischen Brombeere, einer invasiven Neophytenart. Diese könne sich besonders stark ausbreiten. «Solche Arten beobachten wir genau und bekämpfen sie gezielt», erklärte der Förster. Für viele Teilnehmende verbindet der Anlass gleich mehrere Dinge: Bewegung an der frischen Luft, Naturerlebnis und Gemeinschaft. Teilnehmerin Doris Haas brachte es auf den Punkt: «Für mich ist das eine wunderbare Mischung aus Natur, Fitness und Freundschaft. Man arbeitet zusammen im Wald, hilft der Umwelt und erlebt dabei auch schöne gemeinsame Stunden.» Nach getaner Arbeit trafen sich die Helferinnen und Helfer im Forsthaus Zufikon. Dort warteten Grillwürste, ein reichhaltiges Salat-und Dessertbuffet sowie ein Glas Wein oder Bier. In entspannter Atmosphäre liess man den Nachmittag ausklingen, lachte, erzählte und blickte zufrieden auf das Geleistete zurück.
Etwas Bleibendes geschaffen
Mit den neu gepflanzten Setzlingen wurde auch in diesem Jahr wieder ein kleiner, aber wichtiger Beitrag für den Wald von Zufikon geleistet. Und während die frisch gepflanzten Eichen nun im Waldboden wurzeln, bleibt für viele Beteiligte die Gewissheit, gemeinsam etwas Bleibendes geschaffen zu haben. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Engagement für Natur und Umwelt Spass macht und Menschen zusammenbringen kann. --it

