Marco Huwyler, Redaktor.
Keine Angst, ich zeusle nicht in diesen Tagen. Die Geschichte, die ich Ihnen jetzt erzähle, liegt schon ein paar Wochen zurück. Damals, da durfte man noch grillieren. Etwas, das ich äusserst gerne mache. ...
Marco Huwyler, Redaktor.
Keine Angst, ich zeusle nicht in diesen Tagen. Die Geschichte, die ich Ihnen jetzt erzähle, liegt schon ein paar Wochen zurück. Damals, da durfte man noch grillieren. Etwas, das ich äusserst gerne mache. Verantwortungsvoll, versteht sich. Schliesslich ist man auch Vorbild für die Kleinen. Und weil diesen solcherlei grossen Spass macht, pflegen wir am Ende noch mit dem Schlauch ins Feuer zu spritzen. Zwei Fliegen mit einer Klatsche – freudige Kinderaugen beim Feuerwehrspiel und die absolute Sicherheit, dass die Flammen auch wirklich aus sind. Dachte ich zumindest.
Zwei Tage nach besagtem Gartenschmaus vernahm meine Partnerin frühmorgens einen unangenehmen Geruch. Verbrannter Plastik lag scheinbar der Luft. Zuerst wollte ich genervt weiterschlafen – wenn schon der Nachwuchs mal etwas länger schlummert. Doch dann roch ich es auch. Wir liefen im Heim auf und ab. Ein Kabelbrand, so der ungemütliche Verdacht. Doch die Quelle verorteten wir schliesslich – Gott sei Dank – ausserhalb unserer Mauern. Es war das Kunststoff-Rad des mobilen Cheminées, das den Gestank absonderte – in Kombination mit ganz viel Rauch. Ein Stück glühende Kohle muss aus den Flammen gesprungen sein und in der Folge zusammen mit dem Rad ein unliebsames Eigenleben entwickelt haben. Unter der eigentlichen Feuerstelle – dort, wo das gespritzte Wasser nicht hingelangte.
Nun aber tat es das. Das Feuerwehrspiel in aller Herrgottsfrühe machte uns diesmal nicht ganz so viel Spass. Und es brauchte erstaunlich viel, bis der beissende Rauch endlich versiegt war. Das Erlebnis ist mir eingefahren. Ich wusste zwar in grauer Theorie, dass auch lange nach einem Feuer noch etwas passieren kann – doch damit gerechnet hatte ich über 48 Stunden nach unserem kleinen Grillspass im Leben nicht.
So muss ich wohl daraufhin in Gedanken etwas abgelenkt gewesen sein. Grübelnd und übermüdet hörte ich wiederholt nicht richtig zu. Einen gewiss gut gemeinten Hinweis tat ich zuerst mit Ignoranz und danach augenrollend ab. Und dadurch musste ich noch am selben Tag erfahren, dass wir Menschen dem Feuer gar nicht so unähnlich sind. Schwelbrände gibt es auch in uns. Und der zweite Ausbruch war mir fast so unangenehm wie der erste. Auch er nur langsam zu löschen. Deshalb hüte ich mich aktuell gleich im doppelten Sinn, irgendwie zu zündeln.