«Stärkt uns den Rücken»
19.05.2023 Mutschellen, BerikonPetition für einen sicheren Schulweg für Beriker Kinder wurde dem Gemeinderat übergeben
Auf Initiative von Valérie Trüb wurden 556 Unterschriften gesammelt. «Das sind 556 Menschen, die sich starkmachen, damit der Schulweg der Kinder sicherer ...
Petition für einen sicheren Schulweg für Beriker Kinder wurde dem Gemeinderat übergeben
Auf Initiative von Valérie Trüb wurden 556 Unterschriften gesammelt. «Das sind 556 Menschen, die sich starkmachen, damit der Schulweg der Kinder sicherer wird», so Trüb. Gemeinderätin Petra Oggenfuss nahm die Petition gerne entgegen, denn das Thema beschäftigt auch den Gemeinderat.
Die schwächsten Verkehrsteilnehmer müssen geschützt werden. In diesem Punkt sind sich wohl alle einig. Doch wie entsprechende Vorkehrungen und Massnahmen dafür aussehen, dazu gehen die Meinungen auseinander. Konkrete Vorstellungen dazu hat Valérie Trüb, Initiantin der Petition «Sicherer Schulweg für Beriker Kinder». Die Forderungen der Petition: Prüfung eines Durchfahrtsverbots für Lastwagen, Einführung von Tempo 30 entlang der Bahnhof-/Oberwilerstrasse und ein Halteverbot auf dem Boulevard Höhe Primarschule.
Starkmachen für die Sicherheit
Im Februar lancierte Trüb die Unterschriftensammlung und sie hat dabei viele Unterstützer gefunden. Karin Boller, Bernhard Oester und auch Berikons Vizeammann Rosmarie Groux sind zwei der Helfenden, die Trüb zum Gemeindehaus begleitet haben. Dort überreichten sie die Petition mit 556 gesammelten Unterschriften an Gemeinderätin Petra Oggenfuss. Valérie Trüb erklärte ihr: «Es ist uns bewusst, dass nicht alle Forderungen umgesetzt werden. Doch festhalten wollen wir sicher an der 30er-Zone, zumindest der Steckenabschnitt auf der Höhe Kindergarten Junkholz bis zum Fussgängerstreifen beim Gemeindehaus sowie ein Halteverbot auf dem Boulevard.» Nach der Meinung von Trüb seien diese Massnahmen kostengünstig, da keine baulichen Massnahmen erfolgen müssen. Die Petitionsunterstützer hoffen, dass der Gemeinderat den Wunsch der Bevölkerung ernst nehme und sich starkmache für mehr Sicherheit.
Kein einfacher und schneller Weg für Umsetzung
Es verstehe sich von selbst, dass der Gemeinderat sich für die Bevölkerung einsetze, sagt Petra Oggenfuss. «Es ist ein wichtiges Thema, das uns im Gemeinderat auch schon länger beschäftigt.» Zwar würden sie nicht bei null anfangen, da mit dem Boulevard die Sicherheit schon erhöht wurde. Doch sind sie einig mit Trüb und ihren Helfern, dass es immer noch kritische Stellen gebe, die es zu entschärfen gilt. Bei der momentanen Überarbeitung des Kommunalen Gesamtplans Verkehr (KGV) werden diese berücksichtigt. «Die Sicherheitslücken haben wir bereits auf einer Karte markiert», so Oggenfuss, der betont: «Die Petition hilft uns bei der Priorisierung. Auch stärken die vielen Unterschriften uns den Rücken für Verhandlungen mit dem Kanton.» Die eingereichte Petition gebe dem Anliegen eine starke Gewichtung. «Doch einfach und schnell wird der Weg dafür nicht sein», bleibt die Ressortverantwortliche realistisch.
Denn nicht nur der Kanton selber steht Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen kritisch gegenüber. Gegenwind hat sich gleich schon nach der Bekanntgabe der Lancierung im SVP-Lager formiert. Sie haben bereits angekündigt, dass sie sich mit allen zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln dagegen wehren werden. «Es kann und darf nicht sein, dass nun auch in Berikon unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit auf einer Hauptstrasse Tempo 30 eingeführt wird – zudem kann der sonst schon enge Busfahrplan nicht mehr eingehalten werden», schrieb damals die SVP Berikon in ihrer Mitteilung. Ebenfalls rufen sie zu Eigenverantwortung auf: «Eltern müssen ihren Kindern beibringen, wie man sich auf dem Trottoir verhält.» Die Petitionsinitiantin meint dazu: «Die Kinder machen es nicht schlecht. Doch wir müssen uns einfach bewusst sein, dass es eben noch Kinder sind. Deshalb kann man die ganze Verantwortung für die Sicherheit nicht den Kindern überlassen.» --sab

