Resonanz aus der Neuzeit
31.07.2026 Muri, Kultur, Kommende Events, KunstAusstellung «Echos der Sammlung» öffnet am 15. August im Singisenforum in Muri
Verborgen im Dachstock des Singisenflügels lagert sie normalerweise. Die Rede ist von der Kunstsammlung von Murikultur. Nun wird ein Teil zusammen mit «Echos» aus ...
Ausstellung «Echos der Sammlung» öffnet am 15. August im Singisenforum in Muri
Verborgen im Dachstock des Singisenflügels lagert sie normalerweise. Die Rede ist von der Kunstsammlung von Murikultur. Nun wird ein Teil zusammen mit «Echos» aus der Neuzeit präsentiert. Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage nach dem Wesen und Potenzial einer Sammlung.
Verena Anna Wigger
Eines der «Echos» zielt auf eine Sammlung von Neujahrs- und Glückwunschkarten, die dem Nachlass von Romano Galizia entstammen. Der gut vernetzte Freiämter Künstler erhielt diese Grüsse im freundschaftlichen Austausch mit Künstlerkollegen. Seit 2005 sind sie als Bestandteil des Nachlasses an die Kulturstiftung im Singisenflügel übergegangen. Die Künstler Andreas Hofer hatten die Idee aufgenommen. Er schreibt mit seinen neu geschaffenen Kunstkarten quasi an Galizia zurück.
Philipp Hänger nimmt die Formsprache von Galizias Aktskizzen auf. Der schnelle Strich, wie er auf den Skizzen zu sehen ist, hat ihn für seine Echos inspiriert. Mit dabei ist auch die Bettwiler Kunstschaffende Helena Wyss-Scheffler. Sie legt den Schwerpunkt auf die Farbigkeit der Motive und Themen.
Elena Eichenberger, Kuratorin der Ausstellung, sagt: «Jeder Künstler hat seine Herangehensweise.» Eichenberger schuf die Ausstellung zusammen mit der Künstlerin Sadhyo Niederberger, die in beratender Form im Hintergrund mitarbeitete. Eichenberger legte ihr Augenmerk darauf, dass alle Künstler auf ihre Art ein Echo erschaffen. Dabei ist es zum Teil im wahrsten Sinn des Wortes hörbar. Es ist aber auch visuell sichtbar und erlebbar.
Was machen die fünf eingeladenen Künstler
Eichenberger durfte die Sammlung zuerst selbst kennenlernen und entdecken. Für sie ist es ein Privileg. Mit einem Teil dieser Werke eine neue Ausstellung zu erschaffen. Sie hat die Künstlerinnen und Künstler engagiert und ihnen freie Hand bei der Auswahl der Werke gelassen. Zuerst stellte sich die Frage: «Haben die Kunstschaffenden auch Lust, sich auf das einzulassen?» Denn diese mussten sich mit einer Sammlung mit zum Teil klingenden Namen auseinandersetzen und waren so in ihrem künstlerischen Schaffensprozess nicht ganz frei. Zudem hat sie die Kunstschaffenden in ihren Ateliers besucht. «Ich wollte erfassen, wie sie arbeiten und woran sie gerade sind», sagt Eichenberger. Denn ihr ist es wichtig, dass diese sich mit unterschiedlichen Herangehensweisen engagieren. Eine Mischung aus Video, Klang, Malerei, Fotografie und musikalischer Übersetzung ist es nun geworden.
Die Murianer Sammlung
Die Sammlung, welche zu Murikultur gehört, umfasst rund 1000 Werke, angefangen bei Skizzen und Zeichnungen bis zu Gemälden. Diese wurden zum Teil käuflich erworben oder gingen als Schenkung und Nachlass in den Besitz von Murikultur über. In der umfangreichen Sammlung hat es Namen wie Serge Brignoni, ein bekannter Maler aus der Jahrhundertwende des 19.
Jahrhunderts, oder Virginia Buhofer, Adolf Herbst, Otto Tschumi und Max von Moos. Und wie bereits erwähnt auch den Nachlass des bekannten Freiämter Künstlers Romano Galizia.
Rahmenprogramm und die Führungen
An der Vernissage vom Samstag, 15. August, 13.30 Uhr, im Singisensaal, gibt es eine Einführung in die Ausstellung. In den kommenden Wochen wird es fünf öffentliche Führungen geben. Diese werden jeweils zusammen mit einem Künstler oder Künstler-Kollektiv, welche an der Ausstellung mitgearbeitet haben, durchgeführt. Sie geben nochmals einen tieferen Einblick in die Echos und, wenn es gewünscht ist, einen Austausch mit den Kunstschaffenden.
Aktuelle und ehemalige Schülerinnen der Musikhochschule Luzern, Zürich und London interpretieren zudem in verschiedenen Konzerten Werke in der Ausstellung neu. Diese finden in Zusammenarbeit mit Musik im Pflegidach statt. Eichenberger ist gespannt, «welche Instrumente welche Motive spielen werden».
Die vertonten Echos
Diese musikalischen Interpretationen finden an vier Sonntagen und einem Samstag jeweils um 15 Uhr statt. Die fünf Musikerinnen werden mit Posaune, Gitarre, Violine, Saxofon oder Stimme während einer Stunde in den Ausstellungsräumen ihre musikalischen Echos erklingen lassen. Wer mehr über die Ausstellung oder das Rahmenprogramm wissen möchte, findet die genauen Angaben, Daten und Zeiten unter www.murikultur.ch/singisenforum.

