Prioritäten gesetzt
15.05.2026 Berikon, MutschellenZwischen Wachstum und Stabilität: Berikon formuliert seine politischen Leitlinien
Der Gemeinderat Berikon hat seine politischen Leitplanken für die Legislatur 2026 bis 2029 festgelegt. Im Zentrum stehen der Dialog mit der Bevölkerung, Verkehrsfragen, solide ...
Zwischen Wachstum und Stabilität: Berikon formuliert seine politischen Leitlinien
Der Gemeinderat Berikon hat seine politischen Leitplanken für die Legislatur 2026 bis 2029 festgelegt. Im Zentrum stehen der Dialog mit der Bevölkerung, Verkehrsfragen, solide Finanzen sowie die langfristige Sicherung der Infrastruktur.
Sabrina Salm
Der neu zusammengesetzte Gemeinderat der Gemeinde Berikon, bestehend aus Frau Gemeindeammann Petra Oggenfuss Feldgrill, Vizeammann Patrick Stangl, Stefan Bieri, Yves Blülle und Roland Koller, hat die strategische Ausrichtung für die kommenden vier Jahre verabschiedet. In einem zweistufigen Prozess wurden die Legislaturziele für die Amtsperiode 2026 bis 2029 erarbeitet. Diese dienen als verbindliches Führungsinstrument, um die langfristige Vision der Gemeinde mit der alltäglichen Arbeit der Verwaltung zu verknüpfen. Die Legislaturziele hat der Gemeinderat zusammen mit den Abteilungsleitenden erarbeitet.
Einzelne Massnahmen definiert
Den Zielen liegen mehrere Leitsätze zugrunde. So will die Gemeinde das generationenübergreifende Zusammenleben aktiv fördern und ein Klima der gegenseitigen Achtung und des Respekts pflegen. Sie fördert eine massvolle Bevölkerungsentwicklung im Rahmen der bisherigen Siedlungsstruktur, betreibt eine transparente Finanzpolitik oder gewährleistet die Ordnung im öffentlichen Raum.
Auf die Frage, wie der Gemeinderat diese Ziele konkret umsetzen möchte, sagt Frau Gemeindeammann Petra Oggenfuss Feldgrill: «Wir haben Themen aufgenommen, für welche wir Lösungsansätze erarbeiten wollen und müssen. Diese Themen sind wichtig, um Berikon nachhaltig weiterzuentwickeln.» Für jedes Legislaturziel werden nun einzelne Massnahmen definiert, die anschliessend in die Umsetzung gehen. Da die Ziele unterschiedliche Ressorts und Abteilungen betreffen, wird strategisch priorisiert. Erste Schritte sind bereits eingeleitet.
Gestartet wurde mit der Planung einer ersten Massnahme im Bereich Dialog, mit dem Verkehrssicherheitskonzept sowie mit der Liegenschaftsstrategie. Zudem steht die Erarbeitung der Finanzstrategie in den «Startlöchern».
Fokus auf bestehende Grossprojekte und bewusster Verzicht
Im Bereich «Entwicklung der Gemeinde und Bevölkerungsentwicklung» übernimmt der neue Gemeinderat auch bestehende Aufgaben. Viele Projekte wurden bereits in der letzten und teilweise vorletzten Legislatur begonnen. «Diese anspruchsvollen Projekte, wie beispielsweise die Arealentwicklungen und auch die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung, möchte der Gemeinderat fokussiert weiter bearbeiten und erfolgreich abschliessen», betont Oggenfuss Feldgrill. Neben den Arealentwicklungen «Riedacher» und «Bahnhof-Areal» stehen somit die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), die Anpassung des Zonenplans sowie ein Raumentwicklungsleitbild auf dem Programm. Auch die Infrastruktur wird mit der Optimierung des Hochwasserschutzes und dem Generellen Entwässerungsplan der zweiten Generation modernisiert. Die Umsetzung fordert die Verwaltung stark. Neben dem Gemeinderat sind primär die Abteilung «Finanzen» sowie die Abteilung «Planung und Bau» gefordert, wo viele der Kernplanungsthemen organisatorisch angesiedelt sind. Aufgrund dieser hohen Belastung und der Ergebnisse der Abstimmung von Anfang März hat der Gemeinderat eine klare Reduktion der Aufgaben vorgenommen. «Wir haben bewusst auf Themen verzichtet, welche primär in der Gemeindeschreiberei umgesetzt würden», erklärt Frau Gemeindeammann. Aus diesem Grund wurde auf strategische Vorhaben in den Bereichen Kommunikation, Digitalisierung oder Organisationsentwicklung in dieser Amtsperiode verzichtet.
Regionale Zusammenarbeit beim Verkehr
Ein weiteres Kernfeld bleibt der Verkehr. Die bestehenden Herausforderungen sollen konzeptionell und regional angegangen werden, insbesondere im Raum Mutschellen. Vorgesehen sind unter anderem das Verkehrsmanagement Mutschellen-Bremgarten sowie ein umfassendes Verkehrssicherheitskonzept. Zusätzlich will sich der Gemeinderat mit der Zukunft des Knotens Mutschellen und einer Verbesserung des Velowegs zwischen Gemeindehaus und Kesslernmatt befassen.
Auch bei den Gemeindefinanzen setzt der Rat klare Prioritäten. Angestrebt wird eine ausgeglichene Erfolgsrechnung, verbunden mit kostenbewusstem Mitteleinsatz. Geplant ist die Ausarbeitung einer nachhaltigen Finanzstrategie mit Massnahmenplan. Zudem sollen Kostenverteiler in Gemeindeverbänden überprüft und gegenüber dem Kanton vermehrt Position gegen steigende Transferkosten bezogen werden. «Wir werden nicht alle Ziele gleichzeitig bearbeiten, sondern werden in einem Zeitplan definieren, wann welche Ziele bearbeitet werden», hält Petra Oggenfuss Feldgrill fest.

