Pflege vor der Haustür
03.07.2026 MuriLindorna feiert das 10-Jahr-Jubiläum
Daniela Huber und Andrea Budmiger haben sich vor einem Jahrzehnt als freiberufliche Pflegefachfrauen selbstständig gemacht. Heute versorgen sie Patientinnen und Patienten in der Region Bremgarten und Muri – ohne ...
Lindorna feiert das 10-Jahr-Jubiläum
Daniela Huber und Andrea Budmiger haben sich vor einem Jahrzehnt als freiberufliche Pflegefachfrauen selbstständig gemacht. Heute versorgen sie Patientinnen und Patienten in der Region Bremgarten und Muri – ohne Werbung, fast nur über Empfehlungen.
Wer Daniela Huber oder Andrea Budmiger braucht, bekommt ihre Nummer meist von jemandem, der sie kennt. Mund-zu-Mund-Propaganda ist nach zehn Jahren noch immer ihr wichtigstes Marketinginstrument. Dass das so funktioniert, sagt einiges über ihre Arbeit aus und vielleicht noch mehr über das, was Patientinnen und Patienten sich von Pflege wünschen.
Der Sprung ins Unbekannte
2016 wagten Huber und Budmiger gemeinsam mit ihrer Kollegin Jôelle Bernauer den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Erfahrung hatten sie: Jahre bei der Spitex, Hunderte von Patientinnen und Patienten, ein solides Fundament an Fachkompetenz. Was ihnen fehlte, war etwas anderes – die Freiheit, Pflege so anzubieten, wie sie es für richtig hielten. Individuell. Mit Zeit. Mit Kontinuität.
Der Schritt in die Selbstständigkeit erforderte Mut, zahlte sich aber aus. Aus den ersten Pflegeeinsätzen entstand eine stetig wachsende Nachfrage, bis Lindorna bald voll ausgelastet war. Den Anstoss zur Gründung gab Bernauer, die ihre Begeisterung für die Idee auch bei ihren Kolleginnen weckte. Nach sechseinhalb Jahren verliess sie das Unternehmen, als sie Mutter wurde. Zwischenzeitlich gehörte auch Anita Buchli während zwei Jahren zum Team. Heute führen Huber und Budmiger Lindorna zu zweit. Ein Schwesternduo. Gemeinsame Werte, ein ähnliches Pflegeverständnis, kein Hierarchiegefälle.
Bedeutung freiberuflicher Pflege
Freiberufliche Pflege ist im Aargau möglich, aber vielen Patientinnen und Patienten kaum bekannt. Der Reflex ist oft: Spitex. Dabei haben Menschen mit einem ärztlichen Auftrag grundsätzlich die Wahl, wer diese Pflege erbringt. Voraussetzung ist, dass die Pflegenden als Leistungserbringerinnen anerkannt sind und die Leistungen über die Krankenkasse abgerechnet werden können. Das ist bei Lindorna der Fall. Huber und Budmiger rechnen KLV-Leistungen direkt mit den Krankenkassen ab, die Tarife gibt der Kanton vor. Die nötigen Verordnungen organisieren sie direkt mit den Hausärztinnen und Hausärzten – unkompliziert, ohne dass Patientinnen oder Angehörige den administrativen Aufwand selbst stemmen müssen.
«Die häusliche Pflege ist sehr intim, spannend und abwechslungsreich. Wir lernen viele interessante Menschen und ihre Lebensgeschichten kennen», sagen die Schwestern. Was sich im ersten Moment nach Floskel anhört, ist programmatisch gemeint. Kontinuität ist bei Lindorna kein Zufallsprodukt, sondern Geschäftsmodell. Wer einmal Patientin oder Patient ist, bleibt oft über Jahre.
Qualitätslabel und Netzwerk
Freiberuflich bedeutet nicht unkontrolliert. Lindorna trägt das Qualitätslabel von Alliance Care und nimmt aktiv am entsprechenden Qualitätsprogramm teil. Zudem sind Huber und Budmiger Mitglied der Interessengemeinschaft Freiberufliche Pflege Aargau/Solothurn, einem Zusammenschluss, der die berufspolitischen Interessen freiberuflicher Pflegefachpersonen vertritt und den fachlichen Austausch fördert. Fachliche Weiterentwicklung gehöre selbstverständlich zum Alltag, betonen beide. In einem Bereich, der sich durch gesundheitspolitische Veränderungen, neue Pflegestandards und demografischen Wandel laufend verändert, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Die Auslastung schwankt. «Wellenartig», sagen Huber und Budmiger – ruhigere Phasen wechseln sich mit arbeitsintensiven ab. Was sich beziffern lässt: zehn Jahre, ein Kanton, ein kleines, aber stabiles Unternehmen. In einer Branche, die unter Fachkräftemangel leidet und in der viele nach wenigen Jahren aussteigen, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Pflege, wo sie am meisten zählt
Was Lindorna antreibt, ist keine grosse Vision – jedenfalls keine, die sich auf ein Strategiepapier reduzieren liesse. Es ist eher eine Überzeugung: Dass professionelle Pflege dort am wirkungsvollsten ist, wo Menschen ihr Leben kennen. In den eigenen vier Wänden, mit vertrauten Gesichtern, ohne das Gefühl, eine Nummer zu sein. Ob das Modell skalierbar ist, bleibt offen. Dass es funktioniert, zeigen zehn Jahre Empfehlungen. --red
Mehr Infos: www.team-lindorna.ch

