Am 8. März stimmen wir über die Einführung der Individualbesteuerung ab; es wird uns vorgegaukelt, dass damit die sogenannte Heiratsstrafe abgeschafft werde. Dem ist leider nicht so; gewisse Ehepaare würden zwar steuerlich besser fahren, bei anderen würde die ...
Am 8. März stimmen wir über die Einführung der Individualbesteuerung ab; es wird uns vorgegaukelt, dass damit die sogenannte Heiratsstrafe abgeschafft werde. Dem ist leider nicht so; gewisse Ehepaare würden zwar steuerlich besser fahren, bei anderen würde die Heiratsstrafe noch grösser werden. Zudem würde der Aufwand für Steuerpflichtige und Steuerämter massiv. Weiter müsste über ein Dutzend Gesetze, welche nicht direkt mit Steuern zu tun haben, geändert werden. Sieht so eine gute Lösung aus? Nein, sicher nicht! Es gäbe deutlich einfachere und fairere Möglichkeiten. So könnte auf Stufe Bundessteuer das Vollsplitting eingeführt werden; so wie es der Kanton Aargau seit 2001 kennt und somit die Heiratsstrafe bei den Kantons- und Gemeindesteuern faktisch abgeschafft hat.
Diese Vorlage zwingt 26 Kantone, ihr System zu ändern und Gesetze anzupassen; dies würde rund sechs Jahre dauern. Vollsplitting hingegen könnte viel schneller eingeführt werden; im Gegensatz zur Individualbesteuerung kein Bürokratiemonster. Für mich ist es daher klar: Nein zur Individualbesteuerung, damit wir eine Chance für eine bessere Lösung haben.
Kornel Wick, Bremgarten