Marco Huwyler, Redaktor.
Die Bremgarter Regierung will ihre neue Zusammensetzung nicht nur auf dem Papier für Wandel nutzen. Aus der Not von finanziell erzwungenen Marschhalts will man eine Tugend machen. Die unfreiwillig gewonnene Zeit bei ...
Marco Huwyler, Redaktor.
Die Bremgarter Regierung will ihre neue Zusammensetzung nicht nur auf dem Papier für Wandel nutzen. Aus der Not von finanziell erzwungenen Marschhalts will man eine Tugend machen. Die unfreiwillig gewonnene Zeit bei blockierten Projekten für grundlegende Auslegeordnungen nutzen.
Das ist löblich und sinnvoll, birgt aber Gefahren. Investitionen der Vergangenheit könnten dadurch ihren Wert verlieren. Abklärungen, Umfragen, Variantenstudien und unzählige Arbeitsstunden wären plötzlich obsolet. Unter der Gefahr, dass stattdessen bloss neuer Leerlauf entstünde. Und weitere kostspielige Gutachten und Umfragen ohne konkrete Resultate. Es wäre eine zu teure faktische Untätigkeit in Zeiten, wo man eigentlich handeln müsste, bevor es zu spät ist.
Bleibt zu hoffen, dass es nicht so kommt. Dass stattdessen der Balanceakt gelingt und aus dem unverbrauchten Brainstorming tatsächlich bessere, effizientere und kostengünstigere Lösungen hervorgehen. Dass man dereinst froh ist über den Mut beim Neustart. Dem Gremium in seiner Besetzung ist dies zum Glück zuzutrauen.