Nächste Horba rückt näher
03.03.2026 Region Oberfreiamt, VereineBraunvieh Aargau traf sich auf dem Horben zur Delegiertenversammlung
Der 18. September 2027 soll ganz im Zeichen des Braunviehs stehen. Dann findet die nächste Horba statt. Das OK steht, die Ressorts sind weitgehend verteilt. Die schwierige Lage des Milchpreises und ...
Braunvieh Aargau traf sich auf dem Horben zur Delegiertenversammlung
Der 18. September 2027 soll ganz im Zeichen des Braunviehs stehen. Dann findet die nächste Horba statt. Das OK steht, die Ressorts sind weitgehend verteilt. Die schwierige Lage des Milchpreises und Kühe mit über 100 000 Kilogramm Milchleistung waren die weiteren Themen der Versammlung.
Annemarie Keusch
80 bis 100 Kühe. 30 Rinder und 20 Kälber. Das sind die Zahlen, die Präsident Cyrill Gauch als Minimum nennt. Wenn die Aargauer Braunviehzüchter am 18. September 2027 zur Horba laden, dann sollen viele Tiere präsent sein. Die Schönheit und Vielfalt ihrer Rasse präsentieren. «Das Vieh und die Geselligkeit stehen im Vordergrund», betont Gauch. Auch die Jungzüchter werden eingebunden. Erste konkrete Gedanken zum eintägigen Anlass hat sich ein OK bereits gemacht. Die Ressorts sind verteilt, bis auf die Festwirtschaft. «Wir planen, diese Lücke mit einem regionalen Catering zu füllen», erzählt Gauch, der an der Horba als OK-Präsident amtet. Neu ist zudem das Logo – der Umriss des Kantons Aargau, das Wappen und die Kuh Petunia, die an der letzten Horba als Siegerin ausgezeichnet wurde.
Es ist ein Grossanlass, den die Braunviehzüchter im Herbst 2027 auf die Beine stellen. Leistungsfähige, schöne Kühe, Rinder und Kälber wollen sie dann präsentieren. Die Voraussetzungen dafür sind erfüllt. 137 Landwirtschaftsbetriebe mit 3380 Herdenbuchtieren zählt der Verband. «Neben den Kantonen Thurgau und Genf verzeichnen unsere Tiere die dritthöchsten durchschnittlichen Leistungsdaten», erzählt der Präsident nicht ohne Stolz. Sieben aktive Zuchtvereine bilden den Verband – total 49 Delegierte entsandten sie an die Versammlung auf dem Horben.
Milchtanks voll, trotzdem wird importiert
Der rege Austausch untereinander, der Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr und der Ausblick auf die Horba – nur positiv war die Stimmung an der Versammlung dennoch nicht. Präsident Cyrill Gauch sprach das Thema gleich einleitend an. «Vor einem Jahr bereiteten uns die Blauzungenkrankheit und die schlechte Futterqualität Sorgen, dass die Milchmenge einbrechen könnte.» Nun ist genau das Gegenteil passiert. «Dank einem wettertechnisch perfekten Jahr 2025.» Im Acker- und Futterbau sei die Ernte üppig ausgefallen, die Qualität hoch. «Die Milchtanks sind voll.» Die Kapazitäten in der Verarbeitung reichen kaum aus. «Und einige Verarbeiter bevorzugen es, ausländische Milch zu importieren», weiss Gauch. Starke Einbussen beim Milchpreis sind die Folge davon. Für den Präsidenten ist klar: «Es kann nicht sein, dass nur die Produzenten für diese Situation abgestraft werden.» Er wünsche allen viel Durchhaltewillen und hoffe, dass die Milchkrise nicht von allzu langer Dauer sei.
Nur negativ wollte Gauch aber nicht berichten und erzählte davon, dass sich eine Schulklasse in Bettwil mit den Themen Journalismus und Landwirtschaft beschäftigte – Besuch auf Gauchs Mühlehof inklusive. Natürlich kamen seitens der Kinder viele Fragen. «Mir wurde einmal mehr bewusst, dass auch in einem kleinen Dorf viel Wissen um die Landwirtschaft fehlt. Aufklärung ist immer wichtiger.» Und das trage Früchte. Einige Kinder kommen seither regelmässig auf dem Bauernhof vorbei. «Dass sie die braunen Kühe als die schönsten und besten erkennen, ist ein schöner Nebeneffekt», meint Gauch lachend.
Sechs Kühe mit 100 000 Kilogramm Milch Lebensleistung
Die Delegiertenversammlung ist auch der Anlass, um erfolgreiche Züchter zu ehren. Als Züchter des Jahres durfte sich Reto Villiger, Auw, feiern lassen. Sechs Kühe erreichten im letzten Jahr zudem die Lebensleistung von 100 000 Kilogramm Milch: Fanta von Hanspeter Müller aus Muri, Protega von Leo Müller aus Unterlunkhofen, Tinkabelle von Samuel und Christian Oswald aus Küttigen, Wiesel von Pius Rohner aus Jonen, Gina von Andreas Stocker aus Boswil und Jenny von Reto Villiger aus Auw. Zudem wurden Martin Köpfli, Sins, und Toni Schilter, Elfingen, für die Zucht ihrer Stiere Lockdown und Tamboy geehrt.


