Nachhaltig seit 50 Jahren
23.01.2026 Rudolfstetten, MutschellenGrosses Jubiläum
Kinderkleiderbörse Calimero und ihren Vorgänger gibt es seit 50 Jahren
1975 wurde in Rudolfstetten eine Kinderkleiderbörse initiiert. Seit 1980 befindet sich diese am gleichen Standort und hat regelmässig ...
Grosses Jubiläum
Kinderkleiderbörse Calimero und ihren Vorgänger gibt es seit 50 Jahren
1975 wurde in Rudolfstetten eine Kinderkleiderbörse initiiert. Seit 1980 befindet sich diese am gleichen Standort und hat regelmässig offen. Calimero entstand daraus vor 20 Jahren.
Roger Wetli
Rund 1800 Franken spendet die Kinderkleiderbörse Mutschellen jährlich einer gemeinnützigen Organisation.
Dazu kommen viele nicht verkaufte Kleider, welche die ursprünglichen Besitzer jeweils nach Saisonende nicht mehr zurückhaben möchten und die deshalb ebenfalls gespendet werden.
Die Kinderkleiderbörse Calimero der Frauengemeinschaft Rudolfstetten ist eine Erfolgsgeschichte, die 50 Jahre zurückgeht und vor 2006 in der heutigen Organisationsform aufging. An jedem Dienstag und Donnerstag und an ausgewählten Samstagen werden in zwei Räumen des Kindergartens Steinhüsli Kinderkleider, Spielzeug und Kinderbücher aus zweiter Hand verkauft. Neu gibt es nach vorgängiger Anfrage auch ein Privatshopping ausserhalb der regulären Öffnungszeiten. Dies alles geschieht auf ehrenamtlicher Basis.
Ein Jahr lang feiern
Das aktuelle Jubiläumsjahr möchten die Verantwortlichen nicht mit einem einmaligen Fest feiern, sondern das ganze Jahr durch. Deshalb gibt es jeden Monat Aktionen, von welchen die Kundschaft profitiert. So erhält man im Mai zum Beispiel den günstigsten Artikel geschenkt, wenn man mindestens fünf Sachen kauft. Im September kann man dagegen einen kleinen Preis beim Büchsenwerfen gewinnen. Und im Dezember gibt es für Kinder eine kleine Weihnachtsschleckerei.
«Wir betreiben diese Kinderkleiderbörse aus Freude an der Sache», erklärt Daniela Eilingsfeld. Sie ist eine der Leiterinnen. «Wir Ehrenamtlichen haben es immer sehr gesellig.»
Kinderkleiderbörse Calimero feiert Jubiläum
Bereits getragene Kinderkleider und noch gut erhaltenes Spielzeug erhält man an zwei Tagen unter der Woche beim Kindergarten Steinhüsli in Rudolfstetten-Friedlisberg. Die Kinderkleiderbörse Calimero der Frauengemeinschaft Rudolfstetten geht auf eine Initiative von 1975 zurück.
Roger Wetli
«Nein, es fühlt sich eigentlich nie wie Arbeit an, sondern ist sehr gesellig», strahlt Claudia Strebel. Sie ist zusammen mit Charlotte Hüsser, Zita Imhof, Petra Corte und Daniela Eilingsfeld Teil des Leitungsteams der Kinderkleiderbörse. Bereits seit 20 Jahren engagiert sich Rita Gempp. Sie unterstreicht: «Diese Kinderkleiderbörse ist eine gute Sache. Wir sind ein tolles Team. Und bei den Einsätzen kommt man immer wieder mit anderen Freiwilligen in Kontakt. Das gibt einen schönen Austausch und macht es spannend.»
Fünf bis sieben Einsätze pro Halbjahr
16 Personen engagieren sich aktuell im Verkauf, welcher ausserhalb der Schulferien jeweils am Dienstag von 9 bis 11 Uhr und am Donnerstag von 15 bis 17 Uhr stattfindet. «Pro Halbjahr gibt es für jede von uns fünf bis sieben Einsätze. Das ist gut machbar», erklärt Petra Corte. Zu den 16 Frauen kommen 10 weitere, die beim Saisonwechsel helfen. Dafür wird die Kinderkleiderbörse jeweils eine Woche lang geschlossen. «Was hier jetzt so aufgeräumt wirkt, sieht dann eher chaotisch aus», lacht Claudia Strebel. Denn jedes halbe Jahr werden die Winter- und Sommerkleider ausgetauscht. Die Kinderkleiderbörse behält die Kleider dann nicht, sondern lässt sie wahlweise durch ihre ursprünglichen Besitzer wieder abholen oder spendet sie gemeinnützigen Organisationen.
«Intakte Kinderkleider und gut erhaltenes Spielzeug und Kinderbücher darf uns jeder bringen», gibt Petra Corte Einblick. «Wir entscheiden aber, ob wir sie annehmen oder nicht. Denn Kleider mit Flecken und Löcher wollen wir nicht verkaufen. Die Kleider sollen einwandfrei sein.» Teilweise würden gar kaum getragene Waren abgegeben und würden wie neuwertig wirken. «Und wir haben alles. Von teuren Marken bis zu günstigen. Das Angebot ist sehr vielfältig», schwärmt Daniela Eilingsfeld, die von der Kundin zur Verkäuferin wurde. Sie weiss: «Beim Spielzeug wird vor allem gebrauchtes Lego und Playmobil sehr gerne gekauft. Bei den Büchern gibt es dagegen grosse Unterschiede. Sehr beliebt sind aber immer gebrauchte Tiptoi-Bücher.»
Preis durch Calimero-Team
Um lange Diskussionen zu vermeiden, bestimmen die Verantwortlichen der Kinderkleiderbörse den Verkaufspreis. «Davon gehen 60 Prozent zurück an die Kunden, während wir 40 Prozent behalten. Wir finanzieren dadurch das Jahresessen für die Freiwilligen und spenden jährlich rund 1800 Franken an eine gemeinnützige Organisation», weiss Rita Gempp.
Sie erklärt, dass die Kundschaft aus allen gesellschaftlichen Schichten kommt. «Es sind also nicht nur ökologisch sensibilisierte Idealisten, sondern auch ganz normale Personen. Immer wieder kommen Grosseltern bei uns vorbei. Wir profitieren sicher davon, dass Secondhand aktuell generell ein Thema ist.» Ihre Kunden würden es schätzen, dass ihre Kinderkleiderbörse nicht nur zwei Mal pro Jahr stattfindet, sondern regelmässig geöffnet sei.
Seit 36 Jahren am gleichen Ort
Den dauerhaften Verkauf gibt es in Rudolfstetten seit 1980. Damals hatte die Kinderkleiderbörse jeden zweiten Donnerstag geöffnet und fand bereits in einem der noch heute genutzten Räume im Kindergarten Steinhüsli statt.
Aber bereits bei der Gründung im Jahr 1975 war die Kinderkleiderbörse in diesem Raum. Wobei es sich damals um eine Saisonbörse handelte, die zwei Mal im Jahr stattfand. 1976 erfolgte der Umzug in Schulräume im Dorf, bis sie 1980 wieder an den heutigen Standort zurückkam.
Als 1996 zusätzlich der hintere Raum im Kindergarten Steinhüsli von der Kinderkleiderbörse genutzt werden konnte, nahmen die Verantwortlichen auch Spielsachen an. «Das ist bis heute so geblieben», erklärt Claudia Strebel. Allerdings gingen ab 2004 die Umsätze stark zurück. Die Kinderkleiderbörse schlitterte in eine Krise. Aus dieser entstand 2006 die Kinderkleiderbörse Calimero. Die Leitung hatten damals Bernadette Seiler, Rahel Hamidi und Charlotte Hüsser. «Die Räume renovierten wir damals in Eigenregie. Dank der Unterstützung der Gemeinde öffneten wir ab Herbst 2006 wieder regelmässig», erinnert sich Rita Gempp. «Spätestens seit dann ist unsere Kinderkleiderbörse zwei Mal pro Woche geöffnet.» Sie war selbst einst ein Teil der Leitung und stellt fest: «Wir sind heute wohl besser organisiert als früher und haben vieles optimiert.» Petra Corte betont: «Wir möchten heute noch besser auf die Kundenwünsche eingehen. Deshalb gibt es jetzt einmal pro Monat einen Samstagsverkauf und wir bieten ein Private Shopping an, für das man auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten nach Absprache mit uns hier einkaufen kann.»
Monatliche Aktionen statt Fest
Seit 20 Jahren gibt es nun die Kinderkleiderbörse Calimero, die auf ihrem Vorgänger von 1975 aufbaut. «Feiern tun wir das aber nicht mit einem grossen Fest, sondern bewusst mit monatlichen Aktionen, von denen unsere Kunden profitieren. Sie sollen dadurch immer wieder kommen», erklärt Claudia Strebel. Beispiele für diese Aktionen sind, dass im Februar jetzt jedes Kind ein kleines Geschenk erhält, wenn es verkleidet in die Kinderkleiderbörse kommt. Im April gibt es dagegen ein Quiz, in dem man einen von drei Calimero-Gutscheinen gewinnen kann. Im Juni steht ein Glücksrad bereit und im November dürfen Kinder ein Buch aus dem Bücherregal wählen, wenn sie eine Zeichnung mitbringen. Ganz besonders freuen sich die Verantwortlichen auf die Jubiläums-Wimpel-Girlande. «Jedes Kind darf dafür einen einzelnen Wimpel gestalten und uns bringen. Bis Jahresende gibt das sicher eine wunderbar farbige Girlande, die uns noch viele Jahre an das Jubiläum erinnern wird», so Petra Corte.
Räume optimal nutzen
Sie und ihre Kolleginnen hoffen, dass sie die Räume der Kinderkleiderbörse noch lange von der Gemeinde zur Verfügung gestellt erhalten. «Zudem wäre es schön, wenn bei uns etwas mehr gekauft würde», erklärt Claudia Strebel. «Die Umsätze sind zwar erfreulich stabil. Aber es werden deutlich mehr Waren gebracht als gekauft.» Schon bald steht bei Calimero wieder ein Saisonwechsel an. Vom 20. Februar bis 2. März bleibt die Kinderkleiderbörse deshalb geschlossen. Die Annahme der Sommerkleider erfolgt vom 3. bis 19. März, wobei Spielsachen und Bücher das ganze Jahr vorbeigebracht werden können. «Wir versuchen, auch weiterhin die beiden Räume so gut wie möglich zu nutzen. Sodass es diese Kinderkleiderbörse noch lange geben wird», versichert Petra Corte.


