«Mon Amour» mit ganz viel Herz
26.06.2026 WohlenSommerkonzert der Regionalen Musikschule Wohlen im Chappelehof
80 Kinder und Jugendliche trotzen der Hitze und liefern ein unterhaltsames Sommerkonzert ab. Stimmglöcklein, Stimmperlen und Vocalines der Regionalen Musikschule unter der Leitung von Prisca Zweifel ...
Sommerkonzert der Regionalen Musikschule Wohlen im Chappelehof
80 Kinder und Jugendliche trotzen der Hitze und liefern ein unterhaltsames Sommerkonzert ab. Stimmglöcklein, Stimmperlen und Vocalines der Regionalen Musikschule unter der Leitung von Prisca Zweifel begeistern die Zuhörer im voll besetzten Chappelehof.
Monica Rast
Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn stehen die Besucher dicht gedrängt vor der geschlossenen Saaltür im Chappelehof oder sitzen bei einem kühlen Getränk im Innenhof. Die Hitze des Tages ist deutlich spürbar und die anwesenden kleinen Kinder haben allesamt rote Wangen.
Aus dem geschlossenen Saal sind die Stimmen der jungen Sängerinnen und Sänger zu hören. Sie haben ihre Hauptprobe mit Musik und Licht. Plötzlich Stille. Die Kinder haben die Bühne verlassen und kühlen sich im Keller ein wenig ab. Inzwischen ist das Rennen auf die vordersten Plätze eröffnet. Im Moment ist es noch einigermassen kühl im Saal, doch dies wird sich definitiv im Laufe des Konzerts ändern. Ruhig werden die Vocalines, Stimmperlen und Stimmglöcklein auf die Bühne gebracht. Die Schüchternen werden von den Mutigen an den Händen genommen und ihre Lehrerin Prisca Zweifel hat alle beim Aufstellen im Blickfeld. Wenn nicht, reicht ein kleiner Wink ihrerseits, um die Position eines Kindes zu ändern. Es wird mit den rund 80 Kindern im Alter von 5 bis 15 Jahren und dem ganzen musikalischen Equipment eng auf der Bühne. Am Schlagzeug sitzt Stefan Felber, Lisa Scanell übernimmt den Bass und am Klavier hat Lukas Stäger Platz genommen.
Alles im Griff
«Huhh», hört man Prisca Zweifel laut ausatmen, nachdem alle ihren Platz gefunden haben, das letzte Tränchen abgewischt wurde und leise Aufmunterungsworte über ihre Lippen kamen. Zuversichtlich gibt sie Lukas Stäger einen Daumen hoch und das erste Stück erklingt. «Für das nächste Stück braucht es kurz eine Justierung», erklärt die Chorleiterin lächelnd und bittet gleich noch zwei Solosängerinnen nach vorne. «Dernière Danse», vorgetragen von den Stimmperlen und Vocalines, beweist die Vielseitigkeit des jungen Chors. Weil Prisca Zweifel die Kindergärtner nicht mit der französischen Sprache quälen wollte, lauschen sie nun sitzend den Grösseren zu.
Dafür dürfen sie anschliessend allein ein Lied vortragen. Ausgerüstet mit Kazoos (einem kleinen, summend tönenden Musikinstrument) geben sie alles und begeistern das Publikum. «Im August gehe ich auch ins Singen», verkündet eine kleine Zuhörerin in der vordersten Reihe voller Stolz.
Knicklichter zum Abschluss
Zwischen den Liedern gibt es immer wieder einen Wechsel bei den Solostimmen. Einige der Stücke sind Wiederholungstäter und bei den Kids beliebt. Wie «Mon Amour» von «Hecht». Da werden die Arme geschwungen und immer wieder mit den Fingern ein Herz geformt. Langsam sieht man die Hitze den Kindern an. Doch diese geben sich keine Blösse.
Hingegen hört man aus den Zuschauerreihen immer wieder, dass es extrem heiss sei. Eine Mutter meinte sogar, man hätte das Konzert wegen der Hitze absagen sollen. «Profis würden dies tun.» Und während sich die Zuhörer mit allerlei Dingen Luft zufächeln, liefern die Kids einfach nur ab – wie richtige Profis.
Den Abschluss macht eine Eigenkomposition von Prisca Zweifel und Lukas Stäger. Doch zuvor werden kleine Röhrchen an die Kinder verteilt. Ein, zwei Knicks und plötzlich leuchtet es auf der Bühne bunt auf. «Wenn wir schon von Knicklichtern singen, dann muss es auch Knicklichter geben», meint Prisca Zweifel.
Das Lied wird erstmals vor grossem Publikum vorgetragen. Freudig schwenken die Kids ihre bunten Knicklichter im Takt und geben nochmals alles – inklusive einer Zugabe. «Das Lied wird definitiv am nächsten Konzert nochmals vorgetragen», verkündet Prisca Zweifel. Dann ist wirklich Schluss. Unter grossem Applaus verlassen die Sängerinnen und Sänger die Bühne und begeben sich abermals in den Keller.
Währenddessen werden die Türen vom Saal aufgestossen und frische Luft strömt in den Saal. Ein wohltuender Luftzug kühlt die heissen Köpfe ab, während man darauf wartet, die kleinen Helden des Abends in Empfang zu nehmen.

