Mit Neugier und Begeisterung
20.02.2026 Wohlen, KulturSimone Pallecchi ist seit etwas mehr als einem Jahr als Kultursekretärin der Gemeinde Wohlen tätig: Bilanz und Ausblick
Sie ist bestens angekommen in der vielfältigen Kulturszene Wohlen. Deshalb zieht die neue Kultursekretärin Simone Pallecchi eine ...
Simone Pallecchi ist seit etwas mehr als einem Jahr als Kultursekretärin der Gemeinde Wohlen tätig: Bilanz und Ausblick
Sie ist bestens angekommen in der vielfältigen Kulturszene Wohlen. Deshalb zieht die neue Kultursekretärin Simone Pallecchi eine sehr positive erste Bilanz. «Wohlen darf stolz sein auf sein Angebot», sagt sie nach ihrem ersten Jahr als Kulturchefin.
Daniel Marti
Die Wohler Kulturszene ist nach wie vor bestens aufgehoben. Das Kultursekretariat der Gemeinde Wohlen ist Dreh- und Angelpunkt für Kulturschaffende. Und die neue Kultursekretärin Simone Pallecchi hat sich sehr gut eingelebt. Der Übergang von der langjährigen Kultursekretärin Claudia Nick zu Simone Pallecchi ist äusserst gut gelungen. Seit über einem Jahr ist Pallecchi nun im Einsatz. Zeit für eine Zwischenbilanz. Und die fällt sehr positiv aus.
«Alles verläuft sehr gut», betont die 48-Jährige. Mit viel Begeisterung sei sie in den neuen Job eingestiegen, «und diese Begeisterung ist immer noch unverändert vorhanden». Sie sei von ihrer Vorgängerin Claudia Nick professionell eingearbeitet worden, «zudem bin ich sehr offen empfangen worden». Von den Kulturschaffenden und von den Mitarbeitenden im Gemeindehaus. Als sie vor ihrem Stellenantritt den «Kulturpunkt» und das umfassende kulturelle Angebot in Wohlen studierte, bekam sie richtig Lust auf die neue Herausforderung. Diese Stimmung hält auch ein Jahr später immer noch an. Ihr werde es nie langweilig, erklärte Pallecchi, «die tägliche Arbeit ist vielfältig und spannend. Es gibt nichts Negatives.» Alles sei im Flow.
Mit Neugier an die Arbeit
Simone Pallecchi ist also angekommen – in Wohlen und in der Kulturszene. Dabei waren die Fussstapfen der Vorgängerin doch recht gross. 17 Jahre wirkte Claudia Nick in Wohlen. «Claudia Nick war das Gesicht der Wohler Kultur, dabei erarbeitete sie sich ein breites Netzwerk», blickt Pallecchi zurück, und davon könne auch sie profitieren. Zudem entwickelte Simone Pallecchi eine grosse Portion Neugier, um die gesamte Kulturszene genau kennenzulernen. Mittlerweile hat sie sich einen guten Überblick verschafft. «Es gibt immer wieder etwas zu entdecken», denn die gesamte Kulturszene kennt sie noch nicht lückenlos. Dies hat einen Grund. Sie schwärmt von der Vielfalt und der Grösse des Angebots. «Das ist grossartig.»
Darum möchte sie gar keine Vergleiche ziehen mit anderen, ähnlich grossen Gemeinden. Solche Vergleiche mag sie nicht. «Wenn in Wohlen etwas fehlen sollte, dann kann man das ja in anderen Gemeinden abholen», sagt sie ganz pragmatisch.
Die Wohler Kultursekretärin wohnt in Zürich. Die grösste Schweizer Stadt kann kaum Beispiele oder Inputs für Wohlens Kulturszene liefern, das sei halt nicht vergleichbar oder übertragbar, erklärt sie. Ab und zu schielt sie ein wenig nach Aarau. Mehr nicht. Als Kultur-interessierte Person beobachtet die Mutter zweier Söhne vor allem den Theater- und Ausstellungsbereich schweizweit.
«Grossartig, was Wohlen zu bieten hat»
Gewiss, der Blick in grössere Gemeinden könnte durchaus verlockend sein. Aber das (zu) geringe Budget der Gemeinde Wohlen für die Kulturszene lässt keine riesigen Sprünge zu. Aber die Finanzen liegen nicht im Aufgabenbereich der Kultursekretärin, darum mag sie auch hier keine Vergleiche darstellen. «Wir versuchen mit unseren Möglichkeiten, die Kulturschaffenden zu unterstützen.» Und die Kulturschaffenden dürfen auf das Engagement der Kultursekretärin zählen, «das hat doch auch positive Auswirkungen», fügt sie an. «Wir helfen einander alle aus, und das zieht eventuell ein grösseres Publikum an», auf die Zusammenarbeit müsse der Fokus gerichtet sein.
Die Diskussionen rund um die Finanzen oder Entscheidungen kann und will sie nicht beeinflussen. «Ich finde es grossartig, was Wohlen zu bieten hat. Wohlen hat ein Kulturkonzept, das haben andere nicht.» Und Wohlen hat ein Kultursekretariat. «Das ist toll und auf das kulturelle Angebot darf man stolz sein.» Zudem hat die grösste Freiämter Gemeinde kulturelle Leuchttürme, die bei ganz vielen Vergleichen mithalten können: der Circus Monti, das Schweizer Strohmuseum, Kantiforum, Sternensaal, Verein für Kultur.
Ein Vorteil: Die Kommission ist sehr gut vernetzt
Und Wohlens Kulturszene verfügt über einen beispielhaften Zusammenhalt. Dieser war beim Kulturnetzwerkanlass, der im Januar im Monti-Winterquartier durchgeführt wurde, eindrücklich spürbar. Es war die Premiere von Simone Pallecchi. «Ein gelungener Anlass», blickt sie zufrieden zurück, «und es freute mich, wie rasch alle miteinander ins Gespräch gekommen sind.» Gute Vorsätze wurden gefasst und Ideen gesammelt, die auch umsetzbar sind.
Zusammen mit der Kulturkommission und Frau Vizeammann Sonja Isler-Rüttimann, die auch Kulturministerin ist, organisierte die Kultursekretärin den Kulturnetzwerkanlass. Eine fruchtbare Zusammenarbeit zeichnet sich hier ab. «Alle Mitglieder der Kulturkommission bringen sich ein», so Pallecchi. Und diverse langjährige Kommissionsmitglieder sind zudem sehr gut vernetzt, «das hilft enorm».
Am Kulturnetzwerkanlass kam auch zum Ausdruck, «dass zu wenig bekannt ist, wie vielfältig das kulturelle Angebot von Wohlen ist. Daran müssen wir noch arbeiten.» Auch die Verknüpfung und Kontakte mit den Nachbargemeinden sei «ausbaufähig. Diese Zusammenarbeit müssen wir aktiver pflegen und koordinieren.» Da ist also das Kultursekretariat und die gemeinderätliche Führung gefragt. Denn die Förderung von Kultur gehört zu den Kernaufgaben der Zentrumsgemeinde Wohlen. So steht es im Kulturkonzept.
Bald mit eigener Kultur-Homepage?
Vor allem die Sichtbarkeit der Wohler Kulturszene soll weiter verbessert werden, wie auch die Jugendkultur. Hier will die Kultursekretärin auch ihren Beitrag leisten, sodass alle Bevölkerungsgruppen an der Kultur teilhaben können. Die Leitlinien und die Zielsetzungen des Kulturkonzepts sind nicht nur wichtig, «diese gilt es weiter zu verfolgen und umzusetzen».
Allen Veranstaltern und Kulturschaffenden sowie dem Kulturkonzept gerecht zu werden, das ist herausfordernd. Auch für Simone Pallecchi, die mit ihrem 60-Prozent-Pensum sehr gut ausgelastet ist. Pallecchi muss und möchte viel unter einen Hut bringen. Das gelingt ihr auch. Zudem ist sie eine ausgewiesene Fachkraft. Sie studierte Kunstgeschichte und Betriebswirtschaft, erlangte einen Bachelor of Arts in Kunsthistorie an der Zürcher Hochschule der Künste, absolvierte einen MAS in Kulturmanagement an der Universität in Basel und bringt langjährige Berufserfahrung unter anderem in der Kommunikation mit. All dieses Wissen bringt sie in ihren Job als Kultursekretärin ein – zum grossen Vorteil der Kulturszene und der Gemeinde Wohlen.
Beim Kulturnetzwerkanlass wurden auch zwei mögliche Neuerungen thematisiert: Eine eigene Kultur-Website sowie die Einführung eines Newsletters. Ob und in welcher Form eine Kultur-Website realisiert wird, ist derzeit noch offen. Das entsprechende Initiierungsprojekt wurde gestartet, die Abklärungen dazu laufen und befinden sich mitten im Prozess.
Kultursekretariat ist auch Anlaufstelle
Zurück zu den Zielen von Simone Pallecchi: «Mein Ziel ist es, das vielfältige kulturelle Leben Wohlens auch überregional noch bekannter zu machen», sagte sie beim Stellenantritt. Und sie möchte darüber hinaus sämtliche Akteure im Bereich der Kultur in ihrer wertvollen Arbeit gezielt unterstützen. In diese Richtung zielt auch ihr wichtigstes Anliegen. «Meine Tür ist immer offen, denn das Kultursekretariat ist eine Anlaufstelle», so Simone Pallecchi, die zugleich Beraterin und Macherin ist.
Und das möchte sie auch vorleben. Ziemlich lange sogar. Denn die Lust auf die Weiterentwicklung der Kulturszene und die Begeisterung für ein vielfältiges Angebot sind riesig – und darum plant sie, länger in Wohlen zu bleiben. Also ähnlich wie ihre Vorgängerin. Hoffentlich.

