«Mehr als ein Bauprojekt»
08.05.2026 Bremgarten, Baugewerbe, SchuleBesonderer neuer Pausenplatz
Stadt Bremgarten und St. Josef-Stiftung freuen sich auf Einweihung
Wo lange ein schnöder Parkplatz vor dem Schulhaus lag, ist nun ein überaus ansehnlicher Ort der Begegnung entstanden. Für rund eine Million ...
Besonderer neuer Pausenplatz
Stadt Bremgarten und St. Josef-Stiftung freuen sich auf Einweihung
Wo lange ein schnöder Parkplatz vor dem Schulhaus lag, ist nun ein überaus ansehnlicher Ort der Begegnung entstanden. Für rund eine Million Franken haben die Stadt Bremgarten und die St. Josef-Stiftung gemeinsam einen neuen Pausenplatz für Primarund HPS-Schüler Bremgartens geschaffen. Bald wird er eröffnet und mit einem Fest offiziell eingeweiht. --huy
Am 22. Mai wird der neue Pausenplatz beim Schulhaus Josef eingeweiht
Im vergangenen halben Jahr wurde intensiv gearbeitet auf dem Schulgelände Isenlauf. Das Resultat kann sich sehen lassen. Ein neuer Pausenplatz, der nicht nur ein Ort des Spielens und Lernens sein wird, sondern auch ein verbindendes Element und einladendes Tor zur St. Josef-Stiftung.
Marco Huwyler
Die neuen Fussballtore stehen bereit und lehnen ausladend am Metallgitter. Bereit, alsbald montiert zu werden. Der Rasen daneben ist angesät – nicht nur mit Gras, sondern auch mit Wildblumen. Und ein paar Meter weiter unten präsentiert sich ein opulenter Kinderspielplatz, der in seinem frischen Hellbraun «neu» so verkörpert, wie es nur Holz vermag, das noch kein bisschen wind- und wettergegerbt ist.
«Es ist der Start eines lebendigen Ortes», sagt eine strahlende Claudia Bamert. Die Bildungsstadträtin ist, wie alle, die sich hier zusammengefunden haben, sichtlich stolz, was seit dem letzten Oktober geschaffen wurde. Ein «Platz der Begegnung, Bewegung und des Lernens», wie es Bamert ausdrückt. Seit über drei Jahren arbeiten Vertreter der Stadt und der St. Josef-Stiftung im Hintergrund daran.
Gelebte Inklusion
«Es ist ein Kooperationsprojekt, das unsere gute Zusammenarbeit weiter stärkt», sagt Thomas Bopp, Leiter der St. Josef-Stiftung. Ihr gehören bekanntlich das Areal und das dazugehörende Schulhaus Josef. Seit rund 10 Jahren ist die Stadt mit der Primarschule von der 1. bis zur 4. Klasse vollumfänglich darin eingemietet. Gleich daneben ist die Heilpädagogische Schule der St. Josef-Stiftung. Der neue Pausenplatz soll beiden zugutekommen. Als Paradebeispiel für gelebte Inklusion. Denn die Übergänge sind hier wahrhaft einmalig fliessend. Zwischen dem Platz vor der Primarschule, der ursprünglich mal ein Parkplatz war, und dem Spielbereich die Treppe mit den breiten Stufen hoch – auch sie wurde neu gestaltet. Hier treffen sich Kinder der Primar- und der Heilpädagogischen Schule (HPS) tagtäglich. «Es ist tatsächlich gelebtes Miteinander von ganz verschiedenen Menschen in Bremgarten», lächelt Stadträtin Bamert. «Und deshalb ist dieser neue Pausenplatz auch mehr als bloss irgendein Bauprojekt. Es steckt ganz viel ‹wir› dahinter.»
Rund eine Million Franken teuer
Seit im Sommer 2022 für die Erstellung eines Küchenprovisoriums (während der Bauphase für das Hauptgebäude «Allegra» der Stiftung) die sechs alten Bäume auf dem Platz gefällt werden mussten, war den Involvierten klar, dass hier nach dem Ende des Provisoriums wird investiert werden müssen. «Entsprechend frühzeitig haben wir die gemeinsame Planung in Angriff genommen», sagt Bopp. «Darüber sind wir froh und auch ein wenig stolz – schliesslich hatten wir damals noch ganz anderes baulich im Fokus.»
Ende 2024 wurde an der Winter- «Gmeind» ein Kredit für den städtischen Anteil der Finanzierung gesprochen. Die Einwohnergemeinde Bremgarten beteiligt sich zu einem Drittel an den Gesamtprojektkosten. Die St. Josef-Stiftung übernimmt den Rest. «Wir sind froh, dass wir den Kostenrahmen wohl nicht ganz ausschöpfen mussten», sagt Claudia Bamert. Von rund einer Million Franken war ausgegangen worden. Nun landet man voraussichtlich leicht darunter. Gut 300 000 Franken wird das Projekt die Stadt folglich kosten.
Liebevoll gestaltet und begrünt
Erhalten hat Bremgarten im Gegenzug eine spürbare Aufwertung und Wertsteigerung des Schulareals Isenlauf. Der neue Pausenplatz lädt förmlich zum Spielen und Verweilen ein. Ob Balancieren, Klettern, «Versteckis» oder auch nur gemütliches «Znünibrot»-Essen – Raum ist für alles vorhanden. Entstanden ist vor dem Josef-Schulhaus eine liebevoll gestaltete, begrünte und mit zahlreichen Spielelementen bestückte Anlage. 25 neue Bäume und zahlreiche Sträucher wurden gepflanzt – viele davon von Schulklassen.
Während der Ostplatz – der ehemalige Parkplatz – ganz neu ist, hat sich auch oberhalb der Treppe einiges getan in den letzten Wochen. Der Allwetterplatz zum «Tschutte» und Basketball-Spielen hat eine dringend nötige Sanierung erhalten. Das frühere Pizzahäuschen wurde zum Unterstand. Und auch der Brunnen wird bald wieder laufen. «Die Arbeiten waren nicht ganz einfach, weil wir die Sicherheit bei laufendem Schulbetrieb natürlich stets gewährleisten mussten», sagt Stefan Walder, der städtische Abteilungsleiter Bau. Nicht nur deshalb sei es ein herausforderndes Projekt gewesen. «Eine Aussenspielanlage in dieser Grössenordnung ist sehr selten», sagt Walder. «Entsprechend glücklich sind wir nun mit dem Resultat und dass alles plangemäss funktioniert hat.»
Endlich wieder «Tschutte»
Auch wenn vieles schon fertig aussieht, stehen noch Metallgitter rund um den Pausenplatz. Offiziell eröffnet wird die neue Anlage erst am 22. Mai. «Mit der allerersten «Zäni-Pause», wie Schulleiter Andreas Blöchlinger lächelnd erklärt. Seine Kinder können es kaum erwarten. «Sie stehen jeden Tag am Fenster und beobachten die Fortschritte», berichtet Blöchlinger. «Entsprechend riesig ist jetzt die Vorfreude.» Sein Pendant von der HPS, Rolf Schwyter, stösst ins gleiche Horn. «Unseren Klienten geht es ebenso. Sie ‹plangen› vor allem darauf, endlich auf dem neuen Untergrund ‹tschutte› zu dürfen.» Und auch für die Stiftung als Ganzes sei es ein grosser Meilenstein. «Wir werden ein neues, einladendes Tor erhalten, auf das wir stolz sind.»
Ein Sommerfest zur Einweihung
In Kumulation ist all dies wahrlich Anlass genug, um das Areal und seinen neuen Pausenplatz gebührend zu feiern – befinden zumindest die Verantwortlichen. Deshalb steigt am Donnerstag, 18. Juni, nachträglich ein grosses Sommerfest zur Einweihung. «Es wird eine geschlossene Veranstaltung für die betroffenen Kinder», sagt Vanessa Vetsch von der St. Josef-Stiftung, die als OK-Leiterin mit der Planung der Feierlichkeiten betraut wurde. Denn die Dimensionen sind auch so gross genug. Zu den 170 Primarschulkindern und 120 Schülerinnen und Schülern der HPS gesellen sich noch weitere Klienten der Stiftung und das Personal. Sie alle feiern gemeinsam ein Sommerfest der Inklusion. «Wir möchten Vielfalt als Stärke betrachten und Teilhabe für alle ermöglichen. Auch durch gemeinsame Aktivitäten und Spiele», sagt Vetsch. Sie erhofft sich dadurch eine langfristige Wirkung über den Anlass hinaus.
Andrew Bond zu Gast
Mit Zauberer Dan White und Kinderliedermacher Andrew Bond konnten zwei für die Kleinen überaus attraktive Künstler als Rahmenprogramm engagiert werden. Letzterer dürfte mit seinem Konzert zu einem grossen Highlight werden – wie bereits vor rund einem Jahr, als er beim Eröffnungsfest des Hauses Allegra schon einmal für die St. Josef-Stiftung konzertierte. «Das damalige Konzert war grossartig», findet Stiftungsleiter Bopp, der davon überzeugt ist, dass auch die Neuauflage für ganz viele glänzende Kinderaugen sorgen wird. Auch 2025 fand es im Übrigen auf dem Areal rund um HPS und Primarschule statt. Bond dürfte seinen damaligen Auftrittsort kaum wiedererkennen. Und den neuen lebendigen Ort für Bremgartens Kinder gebührend willkommen heissen. Auf dass auf dem Platz in den kommenden Jahrzehnten so manche schöne Schulerinnerung entsteht. Denn wie sagen doch die meisten Kinder, wie Claudia Bamert lachend bemerkt: «Das ‹Lieblingsfach› für die meisten Schüler ist immer noch die Pause.»



