Massiv besseres Ergebnis als erwartet
06.03.2026 Mutschellen, RudolfstettenPositive Überraschung beim Rechnungsabschluss 2025 der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg
Die Rechnung der Gemeinde Rudolfstetten schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 249 591 Franken deutlich besser ab. Höhere Steuereinnahmen sowie bessere Ergebnisse ...
Positive Überraschung beim Rechnungsabschluss 2025 der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg
Die Rechnung der Gemeinde Rudolfstetten schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 249 591 Franken deutlich besser ab. Höhere Steuereinnahmen sowie bessere Ergebnisse in den Bereichen gesetzliche und wirtschaftliche Hilfe sowie Asylwesen sind unter anderem die Gründe.
Der Gesamtsteuerertrag 2025 liegt mit 13 963 432 Franken deutlich über dem budgetierten Steuerertrag von 11 753 900 Franken (plus 2 209 532 Franken). Nach dem ausserordentlich schwachen Ergebnis des Jahres 2023 (11 207 886 Franken) und dem darauffolgenden, wohl etwas besseren Ertrag des Jahres 2024 über 11 911 444 Franken ist das vorliegende Ergebnis nun massiv besser.
Dies ist einerseits erfreulich, führt beim Gemeinderat aber auch zu Fragen mit Blick auf die Budgetierung. «Es wurde nicht übermässig zu vorsichtig budgetiert», sagt Nico Ardüser, Leiter Abteilung Finanzen. Basis und Grundlage für die Budgetierung des letzten Jahres waren grösstenteils die Resultate aus dem Steuerabschluss 2023 sowie die laufenden Hochrechnungen aus dem Steuerjahr 2024. «Es wurde für die Einkommens- und Vermögenssteuern ein Bevölkerungswachstum von rund 20 Personen miteinberechnet, sowie ein allgemeines Wachstum des Volkseinkommens von 1 Prozent. Das Bevölkerungswachstum ist bis Ende 2025 um 40 Personen mehr angestiegen.» 40 Personen machen bei der durchschnittlichen Einkommens- und Vermögenssteuer pro Kopf etwa 100 000 Franken aus. «Einen gegenüber dem Budget so deutlich höheren Steuerertrag hat es seit dem Jahr 2014 noch nie gegeben und dieser liegt auch in Relation zur Steuerentwicklung über die letzten zehn Jahre unverhältnismässig hoch», so Ardüser. Im Vergleich zum vergangenen Steuerjahr 2024 liegt der Gesamtsteuerertrag 2025 nun innert einem Jahre um 2,05 Millionen Franken höher. «Dies ist ausserordentlich, voraussehen konnte man dies so und in diesem Umfang in der Phase der Budgetierung nicht.»
Kurzer Überblick der Posten
Der Steuerertrag der Einkommensund Vermögenssteuern schliesst um 1 579 971 Franken über dem Budget ab (14,83 Prozent) und liegt damit um 1 552 100 Franken (14,53 Prozent) höher als der Ertrag aus Einkommensund Vermögenssteuern des Jahres 2024. Der Ertrag aus Quellensteuern liegt 236 425 Franken (81,53 Prozent) über dem budgetierten Wert. Bei den Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen konnten 5 435 Franken (1,21 Prozent) weniger vereinnahmt werden als angenommen. Der ausserordentlich hohe Steuerertrag könne für kommende Jahre noch nicht zwingend als gesetzt erachtet werden. Dies insbesondere aufgrund der diversen, im abgeschlossenen Jahr in Kraft getretenen Steuergesetzrevisionen, sowie den bevorstehenden Änderungen in den Bereichen Liegenschaften, Schätzungswesen, Eigenmietwert, evtl. Individualbesteuerung etc. Die Auswirkungen dieser Anpassungen sind noch nicht verlässlich.
Die Kosten im Bereich Krankenpflege schliessen um 209 700 Franken höher ab als budgetiert. Trotz der wiederum tieferen Spitexkosten (um 38 100 Franken unter dem Budget) resultiert bei der Pflegefinanzierung eine Kostensteigerung (gegenüber dem Jahr 2024) um 176 700 Franken. Der Nettoaufwand im Bereich gesetzliche wirtschaftliche Hilfe liegt aufgrund tieferer Auslagen für materielle Hilfe und höherer Rückerstattungen um rund 256 200 Franken tiefer als budgetiert. Im Asylwesen kann anstatt des budgetierten Aufwandüberschusses von rund 88 700 Franken ein Ertragsüberschuss von fast 91 000 Franken erzielt werden.
Die Löhne der Abteilung Finanzen/ Steuern liegen um 19 700 Franken tiefer gegenüber den Budgetzahlen. Der Grund liegt in einer Verrechnung von 20 000 Lohnaufwand zulasten des Baukredits Areal Gemeindehaus. Mit der Rechnungsabwicklung in diesem Projekt entstehen für die Abteilung Finanzen über die gesamte Projektdauer Mehraufwände, welche intern umgebucht werden. Auf den effektiven Personalaufwand/Personalbestand hat dies keinen Einfluss.
Die Löhne der allgemeinen Verwaltung (Zentrale Dienste) liegen um 8300 Franken unter dem Budgetwert. Seit August 2024 blieb bei der Gemeindekanzlei eine Stelle unbesetzt. Von Juli bis Dezember 2025 wurde eine befristete Anstellung vorgenommen.
Der Abschreibungsaufwand liegt um 530 600 Franken (30,48 Prozent) über dem Budget. Mit dem Abschluss der Jahresrechnung 2025 wurden insgesamt 639 300 Franken ausserordentliche Abschreibungen verbucht. Gemäss Gemeinderatsbeschluss wurden aufgrund des im Vergleich zum Budget ausserordentlich guten Rechnungsabschlusses des Jahres 2025 die aktivierten Gesamtausgaben von 433 600 Franken einmalig vollständig abgeschrieben. Damit können die Rechnungsjahre 2027 und 2028 anteilsmässig etwas entlastet werden.
Die Einwohnergemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg hat im Jahr 2025 8 092 530 Franken investiert (Budget 11 144 200 Franken). Die Selbstfinanzierung bei der Einwohnergemeinde ergibt aufgrund des guten Rechnungsabschlusses und der hohen Steuererträge 2 303 464 Franken. Der Finanzierungsfehlbetrag beträgt 7 457 520 Franken.
Die Fremdverschuldung stieg gegenüber dem Vorjahr um fünf Millionen auf 23 Millionen Franken per Ende 2025. Es wurden 325 100 Franken für Schuldzinsen verbucht. Ausgegangen wurde im Budget von einer Fremdverschuldung per Ende 2025 von 25 Millionen Franken und Schuldzinsen von 488 000 Franken.
Kein Durchatmen
Trotz des erfreulichen Jahresergebnisses will Reto Bissig nicht von «durchatmen» sprechen. «Für den Finanzhaushalt entsteht für ein Jahr (2025) eine Entlastung.» Da die Aufwände im Gesundheitswesen (Pflegerestkosten), bei der materiellen Hilfe (Asylwesen und allgemeine wirtschaftliche Entwicklung), aber auch bei den Sonderschul- und Heimkosten (Bildung) unaufhörlich steigen, «kann man aktuell wirklich nur von einem ‹Atemzug› sprechen. Längerfristig sieht es jedoch deshalb nicht sehr rosig aus.» --sab
