Leitplanken fürs Bahnhofareal
17.02.2026 Berikon, Baugewerbe, MutschellenPlanung mit vielen Knacknüssen
Synthesebericht zur Arealentwicklung Bahnhof Berikon wird vorgestellt
Ein wichtiger Raum des Zentrums Mutschellen ist der Bahnhof Berikon-Widen mit dem bestehenden Bushof. Wie dieses Areal in Zukunft aussehen ...
Planung mit vielen Knacknüssen
Synthesebericht zur Arealentwicklung Bahnhof Berikon wird vorgestellt
Ein wichtiger Raum des Zentrums Mutschellen ist der Bahnhof Berikon-Widen mit dem bestehenden Bushof. Wie dieses Areal in Zukunft aussehen könnte, wurde nun in einem Synthesebericht festgehalten.
Sabrina Salm
Mit dem «Ruedistetter Mutschellen-Platz» hat sich das Bild des Mutscheller Zentrums bereits verwandelt. Dies war erst der Anfang. Denn der regionale Sachplan «Zentrumsentwicklung Mutschellen» der drei Gemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen sieht noch weitere Entwicklungen in Richtung urbanes Aussehen vor. Der Bahnhof Berikon-Widen mit seinem Bushof ist ein wichtiger Teil davon.
Über dieses Gebiet führte der Gemeinderat Berikon in den Jahren 2023–2025, zusammen mit den involvierten Grundeigentümern und unter Beizug der kantonalen Stellen, einen qualitätsbegleiteten Studienauftrag mit zwei interdisziplinären Planungsbüros durch. Im Zentrum der Synthese steht die räumliche Prüfung einer funktionierenden Mobilitätsdrehscheibe mit Bushof und attraktivem Aussenraum sowie der Abgleich der öffentlichen Interessen mit den Anliegen der vier Grundeigentümerschaften. «Die engen Platzverhältnisse sowie die vielen verschiedenen Bedürfnisse machten die Planung anspruchsvoll», sagen Berikons Frau Gemeindeammann Petra Oggenfuss Feldgrill und Daniel Roos, Leiter Abteilung Planung und Bau der Gemeinde. «Es gibt viele Knacknüsse, die es zu bewältigen gilt.» Aus dem Planungsprozess konnten wertvolle Erkenntnisse für eine qualitative städtebauliche und freiräumliche Entwicklung gewonnen werden.
Der Synthesebericht markiert keinen Abschluss, sondern einen Zwischenschritt. Und der soll nun der Bevölkerung gezeigt werden. Die erstellten Modelle und Pläne können von heute Dienstag, 17., bis Freitag, 27. Februar, im Foyer des Gemeindehauses Berikon besichtigt werden.
Synthesebericht bündelt Interessen und weist Weg fürs Zentrum Mutschellen
Wie lässt sich am Bahnhof Berikon-Widen eine funktionierende Mobilitätsdrehscheibe mit attraktiven Freiräumen und privaten Bauprojekten verbinden? Der Synthesebericht zeigt auf, welche Lösungen möglich sind. Davon ein Bild machen kann sich die Bevölkerung bei der Ausstellung der Modelle und Pläne im Gemeindehaus.
Sabrina Salm
Das Bahnhofgebiet rund um den Bahnhof Berikon-Widen ist mehr als ein Verkehrsknoten. Es ist Ankunfts- und Abfahrtsort, Schnittstelle dreier Gemeinden und künftiger Baustein eines regional gedachten Zentrums Mutschellen. «Es ist ein wichtiger Teil unseres Zentrums und auch ein wichtiger Raum für unsere Gemeinde – eine Visitenkarte», sagt Berikons Gemeindeammann Petra Oggenfuss Feldgrill. «Es muss ein Ort sein, an dem man sich wohlfühlt.» Gerade weil hier so viele Interessen aufeinandertreffen, brauchte es eine vertiefte Auslegeordnung. Der bestehende Bushof entspricht nicht den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes und muss angepasst werden. Gleichzeitig bestehen konkrete Bauabsichten privater Grundeigentümer. Der Raum ist knapp, die Ansprüche vielfältig. «Es gibt viele Knacknüsse», sagt Daniel Roos, Leiter der Abteilung Bau.
An der Winter-«Gmeind» 2022 sprach der Souverän einen Kredit von 350 000 Franken für einen Studienauftrag. Zwischen 2023 und 2025 arbeiteten zwei interdisziplinäre Teams an Lösungsvorschlägen. Architektur, Verkehrsplanung sowie Aussen- und Freiraumgestaltung wurden gleichwertig behandelt. Begleitet wurde das Verfahren von einem Fachgremium sowie kantonalen Stellen. «Die Lösungsansätze beider Teams waren sehr interessant und unterschiedlich», erklärt Daniel Roos. Gerade dieser Vergleich habe geholfen, «die Essenz herauszufiltern».
Realisierung unabhängig voneinander machbar
Bevorzugt wird eine sogenannte Insellösung des Bushofs. Künftig wird von vier Haltekanten ausgegangen – zwei regulären, einer Ersatz- sowie einer Reservekante für zusätzliche Linien. Bei beiden Varianten ist zu sehen, dass der Bus von Baden her direkt nach den Gleisen rechts abbiegen kann, um an den Busbahnhof zu gelangen. «Dabei müsste berücksichtigt werden, dass man die verschiedenen Szenarien bei der Umgestaltung des Mutschellenknotens nicht blockiert.» Denn man dürfe sich nichts verbauen, betont Oggenfuss Feldgrill.
Der Planungsperimeter des Gesamtareals umfasst rund 98 000 Quadratmeter. Trotz der Grösse zeigte der Studienauftrag, dass die Entwicklung des Bushofs weitgehend unabhängig von einzelnen Bauprojekten der verschiedenen Grundeigentümern erfolgen kann. Bestehende Baulinien seien grundsätzlich ausreichend, punktuell brauche es Anpassungen. «Trotzdem ist es wichtig, mittels eines Erschliessungsplans oder Gestaltungsplans die Räume für den Bushof zu sichern», so Roos.
Ein wesentliches Ziel des Prozesses war es, eine behördenverbindliche Grundlage zu schaffen. Der Synthesebericht ist so aufgebaut, dass er in einen kommunalen Entwicklungsrichtplan überführt werden kann. Parallel dazu läuft die Teilrevision der Bauund Nutzungsordnung (BNO), die voraussichtlich bis Mitte 2027 abgeschlossen sein soll. Für das Bahnhofareal ist eine Gestaltungsplanpflicht vorgesehen.
Koordinierte Planung weiterhin unerlässlich
Die Gemeinde hatte im Studienauftrag die Federführung. Nun übernehmen die privaten Grundeigentümer die Erarbeitung des Gestaltungsplans. «Wir werden dies begleiten und gemeinsam weiterentwickeln», sagt Petra Oggenfuss Feldgrill. Die vielen Schnittstellen machen eine weitere koordinierte Planung unerlässlich. «Viele Detailfragen sind noch offen, etwa zur Anordnung oberirdischer Parkplätze.» Offen ist auch der Zeithorizont der Realisierung. Der Gemeindeanteil würde hohe Mittel erfordern. «Für Berikon liegt das momentan nicht drin», räumt Oggenfuss Feldgrill ein. Deshalb würde ein Projekt nicht in Bälde vorangetrieben werden.
Oggenfuss Feldgrill und Roos halten fest, dass der Synthesebericht keinen Schlusspunkt markiert, sondern einen Orientierungsrahmen. Er zeigt, wie aus einem funktionalen Verkehrsort ein identitätsstiftender Raum werden könnte. Um Transparenz zu schaffen, stellt der Gemeinderat die Modelle und Pläne ab morgen im Gemeindehaus aus. Der Bevölkerung soll aufgezeigt werden, «was in den letzten zwei Jahren erarbeitet wurde».
Die Unterlagen zum Bericht findet man auf der Gemeindehomepage. Die Modelle und Pläne sind vom 17. bis 27. Februar im Foyer des Gemeindehauses ausgestellt. Am Montag, 23. Februar, stehen der Gemeinderat und Fachleute für Fragen oder Erklärungen von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung.



