Gemeinsame Erklärung der Aargauer Leuchttürme zur Sicherung der Swisslos-Kulturförderung
Heute Dienstag, 30. Juni, entscheidet der Grosse Rat über die Motion Miro Barp vom 16. Dezember 2025, welche der Kulturförderung im Kanton Aargau ...
Gemeinsame Erklärung der Aargauer Leuchttürme zur Sicherung der Swisslos-Kulturförderung
Heute Dienstag, 30. Juni, entscheidet der Grosse Rat über die Motion Miro Barp vom 16. Dezember 2025, welche der Kulturförderung im Kanton Aargau jährlich mehr als drei Millionen Franken entziehen würde. Die unterzeichnenden Kulturinstitutionen warnen vor den Folgen dieses kulturpolitischen Richtungsentscheids.
Mit einem Hilfeschrei richten sich folgende kulturelle Institutionen an den Grossen Rat: Murikultur, Künstlerhaus Boswil, argovia philharmonic, Bühne Aarau, Capriccio Barockorchester, Fantoche, KIFF, Kurtheater Baden, Museum Langmatt, Schweizer Kindermuseum Baden, Stapferhaus und Tanz & Kunst Königsfelden. Sie sind überzeugt: «Zahlreiche Kulturinstitutionen, Kulturschaffende und Vereine – von kantonalen Leuchttürmen bis zu kleineren Initiativen – leisten täglich einen zentralen Beitrag zu Bildung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und zur Attraktivität des Kantons Aargau.» Die Swisslos-Gelder würden dafür eine tragende Grundlage bilden.
Bestehendes Angebot gefährden
«Die am 16. Dezember 2025 eingereichte Motion von Miro Barp zur Stärkung des Swisslos-Sportfonds stellt dieses bewährte Gleichgewicht infrage», erklären die kulturellen Institutionen. «Bei einer Annahme würden der Kultur und weiteren bisherigen Begünstigten jährlich über 3 Millionen Franken entzogen.» Die Institutionen warnen: «Dies hätte unmittelbare Auswirkungen: Projekte müssten gestrichen, Beiträge gekürzt und gewachsene Strukturen geschwächt werden. Betroffen wären sowohl Hunderte von Laienvereinen als auch das professionelle Kulturschaffen und zentrale Institutionen.» Für die Unterzeichner ist Kultur kein optionales Zusatzangebot. «Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Kulturelle Angebote fördern Bildung, soziale Kompetenzen und demokratische Teilhabe.» Sie würden Räume für Begegnung schaffen und breite gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche. «Die vorgeschlagene Umverteilung von über 3 Millionen Franken hätte direkte Auswirkungen auf kulturelle Angebote im ganzen Kanton», schreiben sie. Die Auswirkungen wären nicht nur bei grossen Institutionen spürbar, sondern auch bei zahlreichen Vereinen, Festivals, Vermittlungsangeboten und ehrenamtlich getragenen Kulturprojekten in allen Regionen des Kantons. Diese seien auf verlässliche öffentliche Finanzierung angewiesen. «Eine Kürzung der Mittel würde zu einem Abbau von Angeboten, steigenden Zugangshürden und langfristig zu einem Verlust an Vielfalt und Qualität führen», betonten die kulturellen Institutionen. «Besonders betroffen wären Vermittlungs- und Nachwuchsprogramme sowie der niederschwellige Zugang für breite Bevölkerungsschichten.» Die Unterzeichnenden würden die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Sports ausdrücklich anerkennen. Eine nachhaltige Förderpolitik dürfe jedoch Kultur und Sport nicht gegeneinander ausspielen.
Die Unterzeichnenden appellieren eindringlich an die Mitglieder des Grossen Rates, die weitreichenden Konsequenzen dieser Motion zu berücksichtigen. Eine Umverteilung zulasten der Kultur wäre ein kulturpolitischer Richtungsentscheid mit nachhaltigen negativen Folgen für den Kanton Aargau.
Der Grosse Rat entscheide nicht nur über die Verteilung von Fördergeldern, sondern auch darüber, welche Bedeutung Kultur künftig im Kanton Aargau haben soll. «Wir bitten die Mitglieder des Grossen Rates deshalb, die Motion abzulehnen und die bewährte Verteilung der Swisslos-Gelder beizubehalten», schliessen die kulturellen Institutionen.
--red