Kolpingsfamilie auf Reisen im Südtirol
Wenn eine Vereinsreise bereits nach wenigen Kilometern ihren ersten Running Gag hat, bleibt sie in Erinnerung.
Mit 30 Teilnehmenden startete die Kolpingsfamilie Muri zur viertägigen Carreise ins ...
Kolpingsfamilie auf Reisen im Südtirol
Wenn eine Vereinsreise bereits nach wenigen Kilometern ihren ersten Running Gag hat, bleibt sie in Erinnerung.
Mit 30 Teilnehmenden startete die Kolpingsfamilie Muri zur viertägigen Carreise ins Südtirol. Doch kaum unterwegs, stellte sich die Frage: «Haben wir den Reiseleiter?» Von da an wurde bei jedem Halt mit einem Augenzwinkern kontrolliert, ob alle wieder im Car waren. Die Stimmung war von Anfang an herzlich. Mehrere Generationen waren gemeinsam unterwegs – ganz so, wie es sich für eine Kolpingsfamilie gehört. Veronika Eicher hatte die Organisation übernommen und das Programm mit Georg Wieser zusammengestellt. So entstand eine Reise, die Kultur, Geschichte und Geselligkeit wunderbar verband. Am Steuer sass Florian Weibel, den viele als langjähriges Vereinsund Vorstandsmitglied kennen.
Für Murianer ein besonderer Ort
Georg Wieser, in Prad geboren und seit seiner Jugend in der Schweiz daheim, erwies sich als Schatztruhe an Wissen über das Südtirol. Er erzählte von Land und Leuten, Apfelanbau und Begebenheiten aus seiner Heimat. Schon die Anreise zeigte, dass die Ess- und Trinkkultur ihren Platz hat: Nach Capuns in Bad Ragaz, Mittagessen am Reschenpass und dem «Milchschnee»-Dessert wurde der Kirchturm im Reschensee regenbedingt aus dem Carfenster bestaunt. Die Velostrecke fiel ins Wasser – trocken gelacht wurde trotzdem.
Auch die folgenden Tage boten Abwechslung. Bei einer Kellerführung und Degustation in Eppan merkte die Gruppe rasch, dass Weinverkostung am Vormittag zwar überrascht, aber funktioniert. Besonders eindrücklich war der Besuch im Kloster Muri-Gries. Für Murianerinnen und Murianer ist der Ort mehr als eine Sehenswürdigkeit: Nach der Aufhebung des Klosters Muri fanden Mönche im 19. Jahrhundert in Gries bei Bozen eine neue Wirkungsstätte. In der Klosterkellerei wurde nicht irgendein Wein degustiert, sondern ein ausgezeichneter Blauburgunder Riserva «Abtei Muri».
Am Samstag standen Geschichte und Natur im Mittelpunkt: das Museum Passeier beim Sandhof und die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Dort stellte die sogenannte schnelle Gruppe fest, dass sich das Tempo weniger auf die zurückgelegten Meter als auf die Informationsdichte der Gartenexpertin bezog. Man kam nicht extrem weit, war danach aber randvoll mit Wissen.
Den Abschluss bildete Brixen. Gemeinsam mit der Kolpingsfamilie Brixen besuchte die Gruppe mit Fahnendelegation den Gottesdienst im Dom. Danach wurden die Gäste im Kolpinghaus empfangen. Mensa, Bar und Wohnheim zeigten eindrücklich, wie aktuell Adolph Kolpings Gedanke geblieben ist: «Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist.» Über den Brenner und Innsbruck kehrte die Gruppe zufrieden nach Muri zurück – mit vielen Eindrücken, viel Gelächter und grossem Dank an Eicher, Wieser und Weibel. --red