Kühlung des Siedlungsraums
07.07.2026 WohlenPostulat: «Schwammstadt» Wohlen – klimaangepasste Siedlungsentwicklung fördern
Ein Trio bemüht sich, Wohlen das Konzept einer «Schwammstadt» zu verpassen. Drei Mitglieder des Einwohnerrates – Matthias Schneider (SP), Franziska ...
Postulat: «Schwammstadt» Wohlen – klimaangepasste Siedlungsentwicklung fördern
Ein Trio bemüht sich, Wohlen das Konzept einer «Schwammstadt» zu verpassen. Drei Mitglieder des Einwohnerrates – Matthias Schneider (SP), Franziska Matter (Grüne) und Dennis Andermatt (Grünliberale) – fordern dies mittels Postulat.
«Der Gemeinderat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie die Prinzipien einer ‹Schwammstadt› in der Gemeinde Wohlen schrittweise umgesetzt werden können.» So lautet der genaue Antrag. Dabei soll insbesondere aufgezeigt werden, welche konkreten Massnahmen im öffentlichen Raum und bei zukünftigen Bauprojekten geeignet wären. Es könnten Entsiegelung, Begrünung, Regenwasserrückhalt und Hitzeminderung gefördert werden, schreiben Matthias Schneider (SP), Franziska Matter (Grüne) und Dennis Andermatt (Grünliberale).
Weiter soll aufgezeigt werden, welche finanziellen, planerischen und regulatorischen Instrumente zur Verfügung stehen und inwiefern entsprechende Grundsätze im Rahmen der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) beziehungsweise zukünftiger Planungsinstrumente berücksichtigt werden könnten.
Das Risiko von Überschwemmungen
«Die Auswirkungen des Klimawandels sind zunehmend auch auf kommunaler Ebene spürbar. Längere Hitzeperioden, zunehmende Trockenheit sowie häufigere Starkniederschläge stellen Gemeinden vor neue Herausforderungen. Besonders dicht bebaute Siedlungsräume heizen sich im Sommer stark auf und versiegelte Flächen erschweren die natürliche Versickerung von Regenwasser», schreiben Matthias Schneider (SP), Franziska Matter (Grüne) und Dennis Andermatt (Grünliberale) als Begründung.
Das Trio nennt weitere Gründe: Asphaltierte Plätze, Parkflächen oder stark versiegelte Strassenräume speichern im Sommer grosse Mengen an Hitze und tragen zur Bildung von sogenannten Hitzeinseln bei. Gleichzeitig fliesst Regenwasser bei Starkniederschlägen oft direkt in die Kanalisation ab, «anstatt lokal versickern zu können. Dies belastet die Infrastruktur und erhöht das Risiko von Überschwemmungen.»
Regenwasser möglichst lokal zurückhalten und speichern
Matthias Schneider, Franziska Matter und Dennis Andermatt erklären im Vorstoss auch das Konzept der «Schwammstadt». Diese verfolgt das Ziel, Regenwasser möglichst lokal zurückzuhalten, zu speichern und versickern zu lassen, anstatt es rasch abzuleiten. Gleichzeitig tragen Bäume, Grünflächen, begrünte Dächer und entsiegelte Flächen zur Kühlung des Siedlungsraums und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei.
Unter einer «Schwammstadt» versteht man eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung, die Wasser als Ressource nutzt und möglichst im natürlichen Kreislauf hält. Beispiele dafür sind mehr Bäume im öffentlichen Raum, begrünte Fassaden, wasserdurchlässige Beläge, entsiegelte Flächen oder Retentionsmöglichkeiten bei Neubauten.
«Viele Schweizer Gemeinden setzen bereits entsprechende Massnahmen um. Auch die Gemeinde Wohlen hat in ihrem Energie- und Klimaleitbild festgehalten, dass klimaangepasste Siedlungsentwicklung, Begrünung und Entsiegelung wichtige Zukunftsthemen sind», so Matthias Schneider, Franziska Matter und Dennis Andermatt weiter.
Fundierte Prüfung ist sinnvoll
Mit Blick auf diese Herausforderungen erscheint es dem Trio sinnvoll, zu prüfen, «wie die Prinzipien der Schwammstadt in Wohlen systematischer berücksichtigt werden könnten – insbesondere auch im Zusammenhang mit laufenden oder zukünftigen Planungsprozessen wie der Gesamtrevision der BNO».
Ziel des Postulats ist kein sofortiger Ausbau neuer Vorschriften, sondern eine fundierte Prüfung möglicher Massnahmen und deren langfristigen Nutzens für Klimaresilienz, Lebensqualität und eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde Wohlen.
--dm

