Kette in 16 Sekunden gewechselt
24.03.2026 Region Oberfreiamt, Kommende Events, MerenschwandDie Holzer kommen ins Freiamt
Am 25. und 26. September findet der Aargauer Holzerwettkampf in Merenschwand statt. Die Berufsmeisterschaft kommt damit nach zehn Jahren wieder ins Freiamt. Rund 200 Wettkämpfer werden erwartet. --red
Am 25. ...
Die Holzer kommen ins Freiamt
Am 25. und 26. September findet der Aargauer Holzerwettkampf in Merenschwand statt. Die Berufsmeisterschaft kommt damit nach zehn Jahren wieder ins Freiamt. Rund 200 Wettkämpfer werden erwartet. --red
Am 25. und 26. September findet der kantonale Holzerwettkampf in Merenschwand statt
Fünf Disziplinen. Viel Fachkenntnis. Die Forstleute messen sich im Herbst am kantonalen Holzerwettkampf in Merenschwand. Im OK laufen die Vorbereitungen und auch die Wettkämpfer starten das Training.
Annemarie Keusch
16.78 Sekunden. So lange braucht Andi Budliger, um die Kette an seiner Motorsäge zu wechseln. Es ist eine der Disziplinen, in denen es am kantonalen Holzerwettkampf Ende September ernst gilt. «Das Training hat begonnen», sagt Budliger, der im Forstbetrieb Region Muri als Vorarbeiter tätig ist. Mal zweimal hintereinander, mal zehnmal. Es sind Automatismen, die geübt werden. Mit dem Ziel, immer schneller zu werden. An diesem Nachmittag sind es 16.78 Sekunden. Budliger lächelt zufrieden. «Das würde wohl im Herbst für eine Medaille reichen», sagt Stefan Staubli, OK-Präsident des Holzerwettkampfes in Merenschwand. Von diesen Medaillen hat Budliger schon viele. Von einzelnen Disziplinen, aber auch schon mehrere Titel in der Gesamtwertung. Dass er «zu Hause» besonders brillieren will, steht ausser Frage.
Schrauben lösen, Deckel und Schwert demontieren, neue Kette einlegen, Schrauben anziehen – der Kettenwechsel ist komplex. Vom Schiedsrichter wird dabei nicht nur bewertet, ob die Kette richtig montiert ist. «Wir müssen auch die Hände zeigen», erzählt Andi Budliger. Wer sich an den scharfen Zähnen der Kette verletzt, erhält Abzug. «Arbeitssicherheit wird in unserem Beruf grossgeschrieben», weiss OK-Präsident Staubli.
Fällen ist die Königsdisziplin
Der Kettenwechsel ist eine von fünf Disziplinen. Die Forstleute müssen sich auch im Präzisionsschnitt beweisen. «Ohne in den Boden zu sägen. Schliesslich macht das die Säge stumpf», kommentiert Staubli. Auch ein kombinierter Schnitt ist gefragt – die Hälfte des Stammes von oben, die andere Hälfte von unten gesägt. «Auch das kommt in der Praxis oft zur Anwendung.» Die Königsdisziplin ist das Fällen. Auf eine Distanz von 15 Metern müssen die Wettkämpfer einen Pfosten genau treffen. Jeder Zentimeter Abweichung bringt Abzug mit sich. Und für besonders viel Action sorgt das Entasten, die fünfte Disziplin. 30 Äste müssen von einem sechs Meter langen Ast gesägt werden. Möglichst schnell und möglichst präzise.
Starten werden die Wettkämpfer in zwei Kategorien, die Lernenden und der Rest. Nationalkader starten ausser Konkurrenz, sammeln aber wichtige Wettkampferfahrung für Europa- und Weltmeisterschaften. Zudem ist ein gutes Abschneiden am kantonalen Anlass eine Möglichkeit, sich für die Schweizer Meisterschaften zu qualifizieren. An Ansporn dürfte es also nicht mangeln.
Vor zehn Jahren letztmals im Freiamt
Die Berufsmeisterschaft ist ein Teil der zweitägigen Veranstaltung. Der wohl grösste. Hinzu kommt ein Kreativwettbewerb, wo acht bis zehn Motorsägenkünstler zeigen, was sie mit ihrer Säge aus einem Stamm schaffen können. Und das vor Ort. Am Samstag, 26. September, 8 Uhr, legen sie los, ab 16 Uhr werden die Skulpturen zum Verkauf angeboten.
Alle zwei Jahre findet der kantonale Holzerwettkampf statt. Bei vier Forstkreisen, die sich abwechseln, wäre das Freiamt alle acht Jahre Austragungsort. Weil Corona und das Jubiläum von Wald Aargau dazwischen kamen, sind seit dem letzten Anlass im Freiamt zehn Jahre vergangen. Nun ist der Freiämter Forstverein wieder als Organisator an der Reihe. «Mit viel Routine», wie Stefan Staubli sagt. Viele OK-Mitglieder waren schon mehrmals in die Organisation involviert. Viel Vorwissen ist also da.
Grösster Wettkampf seiner Art
Stattfinden wird der Anlass bei der Kistenfabrik in Merenschwand. Der Wettkampf wird auf dem Feld zwischen Fabrik und Schulareal stattfinden, die Festwirtschaft wird in der Halle der Kistenfabrik aufgebaut und der Kreativwettbewerb findet auf der Wiese vor der Firma statt. «Ein ideales Gelände», ist Stefan Staubli überzeugt. Auf 200 Wettkämpfer hoffen die Organisatoren. Vor zwei Jahren war ein Rekord von gegen 250 zu vermelden. «Obwohl der Anlass normalerweise im Frühling stattfindet, wir aber den Herbst vorzogen, hoffen wir auf eine rege Teilnahme.» Schliesslich ist der Aargauer Kantonale Holzerwettkampf der grösste seiner Art im ganzen Land.

