Klares Resultat an der Referendumsabstimmung – 63 Prozent sind dagegen
An der «Gmeind» im November war das Ja knapp. Mit einem ähnlich engen Rennen rechnete das Referendumskomitee auch bei der Urnenabstimmung. Der Entscheid aber fiel deutlich, mit 251 ...
Klares Resultat an der Referendumsabstimmung – 63 Prozent sind dagegen
An der «Gmeind» im November war das Ja knapp. Mit einem ähnlich engen Rennen rechnete das Referendumskomitee auch bei der Urnenabstimmung. Der Entscheid aber fiel deutlich, mit 251 Ja- zu 426 Nein-Stimmen. Tempo 30 ist in Aristau also vom Tisch.
Annemarie Keusch
Verschwendetes Geld. Weil in vielen Quartierstrassen sowieso nicht 50 km/h gefahren werden können. Es war eines der Argumente, die das Referendumskomitee ins Feld führte. Auch das Stichwort Eigenverantwortung fiel oft. «Schliesslich sind es oft vorwiegend die Menschen, die in den einzelnen Strassen leben, die diese mit dem Auto befahren», sagt Philip Dolder auch ein Tag nach der Urnenabstimmung. Zusammen mit Mitstreitern lancierte er Ende letzten Jahres das Referendum. 265 gültige Unterschriften reichten sie dabei ein – 50 mehr, als es für ein Referendum gebraucht hätte. Damit über ein solch wichtiges Thema alle im Dorf abstimmen können. Das war mit ein Grund, weshalb sie Unterschriften sammelten.
Das haben nun auch viele Leute getan. Bei fast 64 Prozent lag die Stimmbeteiligung. «Fast zwei Drittel, ein repräsentativer Entscheid», sagt Philip Dolder. Und ein deutlicher. Knapp 63 Prozent der Abstimmenden legten ein Nein in die Urne. Ein Nein zu den 80 000 Franken – nach dem Ja zu verschiedenen zusätzlichen Strassenabschnitten, die mit Tempo 30 ausgestattet würden, wären es gar über 90 000 Franken. Ein Nein zu Tempo 30 auf vereinzelten Strassen in allen Ortsteilen von Aristau.
An Vernunft der Anwohner appellieren
Natürlich reagiert Philip Dolder zufrieden auf dieses Resultat. «In dieser Deutlichkeit hätte ich nicht damit gerechnet», gesteht er. Erwartet, dass der an der «Gmeind» noch knapp bewilligte Kredit nun an der Urne gekippt wird, hat er hingegen. «Unsere Argumente schienen zu überzeugen. Das nahmen wir bereits in vielen Gesprächen mit der Bevölkerung so wahr.» Er betont dabei: «Das heisst natürlich nicht, dass nun in allen Quartieren 50 km/h gefahren werden soll. Das ist schlicht in vielen Bereichen gar nicht möglich.» Das Resultat interpretiert er vielmehr als Appell an die Bevölkerung, gesunden Menschenverstand auch auf der Strasse anzuwenden. «Dann brauchen wir die Temporeduktion schlicht nicht.» So schien es auch die Mehrheit der Aristauer Stimmbürger zu sehen. Was Dolder ebenfalls noch erwähnt: «Die Befürworter verzichteten darauf, einen Wahlkampf zu führen. Das kam uns sicher zugute.»
Darin liegt wohl auch ein Teil der Begründung, weshalb Tempo 30 an der «Gmeind» noch eine knappe Mehrheit fand, nun an der Urne aber deutlich abgelehnt wurde. Die Befürworter mobilisierten für die «Gmeind». Anders kann sich Gemeindeammann Isabelle Hediger diese grosse Wende nicht vorstellen. «Insofern bin ich dankbar, dass das Referendum ergriffen wurde. Unabhängig von meiner Meinung ist es wichtig, dass die Mehrheit entscheidet, und das hat sie nun deutlich getan.» Mit einem solch klaren Resultat hätte auch Hediger nicht gerechnet. «Es zeichnete sich früh ab», sagt sie, die beim Auszählen der Stimmen mithalf. «Trotzdem, die Deutlichkeit überraschte mich.» Nichtsdestotrotz sei sie froh, dass der Entscheid so deutlich fiel. «Ein Zufall ist es ganz sicher nicht.»
Sicher für eine Zeit vom Tisch
Gefreut hat sich Hediger vor allem auch über die hohe Stimmbeteiligung. «Ich war fast erschlagen davon. Zum Glück haben wir damit gerechnet und waren viele Leute im Wahlbüro.»
Tempo 30 ist in Aristau also vom Tisch. «Auf Initiative des Gemeinderates ganz sicher», sagt Isabelle Hediger. «Aber wir sind nicht arbeitsscheu und werden Anfragen beantworten, wenn entsprechende aus einzelnen Strassen oder Quartieren kommen. Aber sicher nicht heute und morgen.» Denn das Nein spricht mit 426 Stimmen und 63 Prozent eine ganz deutliche Sprache.