Karibik vor der Haustür
20.03.2026 Zufikon, Region Bremgarten, Essen und Trinken, GewerbeMike und Jodian Imhof bringen mit «IslandtoDoor» jamaikanisches Lebensgefühl nach Zufikon
Was als Lösung für das eigene Fernweh begann, hat sich in nur einem Jahr zu einem erfolgreichen Business entwickelt: Das Ehepaar Imhof trifft mit ...
Mike und Jodian Imhof bringen mit «IslandtoDoor» jamaikanisches Lebensgefühl nach Zufikon
Was als Lösung für das eigene Fernweh begann, hat sich in nur einem Jahr zu einem erfolgreichen Business entwickelt: Das Ehepaar Imhof trifft mit authentischen Lebensmitteln aus Jamaika einen Nerv. Aus einer Ferienidee wurde ein wachsendes Herzensprojekt – mit grossen Plänen.
Sabrina Salm
Was als Sehnsucht nach vertrauten Geschmäckern begann, hat sich für Mike und Jodian Imhof zu einem erfolgreichen Nebenprojekt entwickelt. Mit ihrem Onlineshop «IslandtoDoor» haben die beiden eine Marktlücke geschlossen, von deren Ausmass sie anfangs selbst überrascht waren.
Ein Koffer voller Sehnsucht
Die Geburtsstunde von «IslandtoDoor» schlug nach den letzten gemeinsamen Ferien auf der Insel. «Unsere Koffer waren bei der Rückreise vollbepackt mit unseren Lieblingsprodukten», erinnert sich Mike Imhof schmunzelnd. Doch Vorräte sind endlich. Als die letzte Sauce geleert und das letzte Gewürz aufgebraucht war, standen die beiden vor einem Problem: In der Schweiz waren diese spezifischen Lebensmittel schlicht nicht aufzutreiben.
Für Jodian Imhof war das mehr als nur ein kulinarischer Engpass. Die 39-Jährige, die in St. Gallen aufgewachsen ist, hat ihre Wurzeln auf der Karibikinsel. «Für mich ist dieses Essen ein Stück Heimat. Ich habe die Geschmäcker vermisst», erzählt sie. Mike, der ursprünglich aus Wohlen stammt und früher in Boswil lebte, hat sich über die Jahre ebenfalls in die Küche der Insel verliebt. Das Paar, das zeitweise in Barcelona lebte, bevor es sich in Zufikon niederliess, beschloss noch am selben Abend, dass es das selber in die Hand nimmt. Die beiden begannen, ihre Idee zu konkretisieren. Ein Businessplan entstand, erste Recherchen folgten. Schritt für Schritt eigneten sie sich das nötige Wissen an: Wie baut man einen Onlineshop auf? Wie funktioniert Import? Welche Vorschriften gelten? «Wir mussten uns vieles selbst beibringen», sagt Mike Imhof. Schliesslich fanden sie einen Grosshändler in Grossbritannien, über den sie ihre Produkte beziehen können – ein Umweg, der notwendig ist. «Der direkte Import aus Jamaika ist schwierig», erklärt er. Auch Themen wie Verzollung und Logistik stellten die Quereinsteiger vor Herausforderungen.
Geschmackserlebnisse vermitteln
Beide kommen ursprünglich aus anderen Berufsfeldern. Mike und Jodian Imhof sind Inhaber des Planerbüros Imhof & Partner GmbH, welches im Bereich der Gebäudetechnik tätig ist. Der Start ihres Onlineshops verlief erfolgreicher als erwartet. «Wir haben einiges investiert und uns natürlich gefragt, ob es ankommt», erinnern sich die Eltern eines Sohnes. Die Antwort kam schnell: Die Nachfrage war gross, viele Produkte rasch ausverkauft. «Wir scheinen wirklich einen Nerv getroffen zu haben.» Besonders wertvoll seien die Rückmeldungen der Kundschaft. «Wir nehmen Wünsche auf und erweitern unser Sortiment laufend.» Doch was macht die jamaikanische Küche so besonders? Für Mike Imhof ist es die unerwartete Kombination der Komponenten. «Es ist ein echtes Geschmackserlebnis, egal ob Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Es ist spicy, süss, warm – es fühlt sich einfach nach Ferien an.» Jodian ergänzt: «Es ist eine Mischung aus Kindheitserinnerung und Sehnsucht. Diese authentischen Geschmäcker wie das süsse Früchtebrot ‹Spiced Bun›, die vielseitige ‹Jackfruit› oder die feurigen ‹Scotch Bonnet Chilis› sind durch nichts zu ersetzen.»
Dieses Gefühl wollen sie in die Schweizer Küchen bringen. Jedes Paket wird mit Liebe verpackt, denn der Einkauf soll für die Kunden ein Erlebnis sein – ein kleiner Urlaub vom Alltag. «Wir sind nach unserer Recherche der einzige Shop in der Schweiz, der sich ausschliesslich auf authentische karibische Produkte spezialisiert hat», so Mike.
Eigener Laden ist das Ziel
Was als Nebenprojekt startete, fordert mittlerweile viel Zeit und Herzblut. «Doch langsam geht das nicht mehr.» Die Vision ist klar: ein eigener Laden. «Wir möchten einen Ort schaffen, an dem man in eine andere Welt eintauchen kann.» Erste Schritte in diese Richtung sind bereits angedacht, etwa ein Pop-up-Markt oder weitere Kooperationen. Wohin die Reise genau geht, lassen die beiden offen. Der Hunger nach der Karibik ist in der Schweiz auf jeden Fall geweckt. Bis der eigene Laden die Türen öffnet und das Inselgefühl nicht nur zu bestellen, sondern auch erlebbar ist, bleibt «IslandtoDoor» die wichtigste Anlaufstelle für alle, die das kulinarische Fernweh packt.

