Jahresrechnung mit Aufwandüberschuss
20.03.2026 Berikon, Mutschellen, FinanzenEinwohnergemeinde mit negativen Zahlen
Die Jahresrechnung der Gemeinde Berikon weist das dritte Jahr in Folge einen Aufwandüberschuss aus. Dieser beträgt rund 961 000 Franken und liegt in etwa beim budgetierten Wert. Die betrieblichen Aufwände liegen rund 124 000 ...
Einwohnergemeinde mit negativen Zahlen
Die Jahresrechnung der Gemeinde Berikon weist das dritte Jahr in Folge einen Aufwandüberschuss aus. Dieser beträgt rund 961 000 Franken und liegt in etwa beim budgetierten Wert. Die betrieblichen Aufwände liegen rund 124 000 Franken unter den Budgetzahlen. Die Hauptgründe dafür sind: Beim Personalaufwand sind rund 123 000 Franken tiefere Kosten auszumachen. Dies ist zur Hauptsache auf geringere Lohnkosten infolge verschiedener Neubesetzungen sowie auf tiefere Aus- und Weiterbildungskosten zurückzuführen. Beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand resultieren ebenfalls tiefere Kosten. Diese liegen rund 203 000 Franken unter den veranschlagten Zahlen. Geringerer Material- und Warenaufwand, tiefere Kosten für Dienstleistungen und Honorare sowie geringerer baulicher und betrieblicher Unterhalt sind hauptverantwortlich für diese Kostenunterschreitung.
Die Transferaufwände hingegen liegen mit rund 201 000 Franken über den Budgetwerten und betragen rund 11,741 Millionen Franken. Gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 ist bei diesen Kosten eine Steigerung von rund 334 000 Franken auszumachen. Besonders auffällig sind höhere Kosten der KESD-Organisation Mutschellen-Kelleramt (+102 500 Franken), vermehrte Schulgelder für die berufliche Grundbildung (+200 000 Franken) sowie die Kostensteigerung der durch die Gemeinde zu finanzierenden Restkosten für die Pflegefinanzierung, welche gegenüber der Budgetzahl 2025 um 138 000 Franken höher ausfallen als budgetiert.
Bei denjenigen Aufwänden, die die Gemeinde beeinflussen kann, zeigt sich, dass dank einer hohen Ausgabendisziplin und Kostenbewusstsein bereits einige Einsparungen erwirkt werden konnten. Diese haben eine positive Wirkung auf die Rechnung der Einwohnergemeinde. Die Entwicklung bei den Transferaufwänden kann der Gemeinderat nur bedingt beeinflussen. Diese sind zu grossen Teilen der gesellschaftlichen Entwicklung und der demografischen Zusammensetzung der Bevölkerung zuzuschreiben.
Weniger Erträge als budgetiert
Die betrieblichen Erträge liegen rund 164 000 Franken unter den Budgetzahlen. Die Hauptgründe dafür sind: Die Gesamtsteuereinnahmen betragen rund 14,342 Millionen Franken und somit rund 123 000 Franken unter den Budgetzahlen. Gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 ist eine Steigerung von über 440 000 Franken auszumachen. Die Einkommens- und Vermögenssteuern des Rechnungsjahres 2025 liegen rund 31 000 Franken unter dem erwarteten Ergebnis, die Nachträge aus den Vorjahren rund 150 000 Franken unter Budget. Mehreinnahmen bei den Gemeindesteuern ergeben sich bei den Quellensteuern sowie bei den Aktiensteuern. Bei den schwierig zu budgetierenden Sondersteuern wird das erwartete Ergebnis um 122 000 Franken nicht erreicht. Dies hauptsächlich bedingt durch tiefere Einnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern sowie bei den Erbschafts- und Schenkungssteuern.
Mindereinnahmen ergeben sich zudem auch für erhobene Gebühren, Benützungsgebühren und Dienstleistungen sowie Rückerstattungen Dritter.
Höhere Darlehensschulden
Die Darlehensschulden erhöhten sich von 7 Millionen Franken auf 12,5 Millionen Franken per 31. Dezember 2025. Das für die Einwohnergemeinde relevante Eigenkapital sinkt mit dem Rechnungsabschluss 2025 und der Entnahme aus der Aufwertungsreserve von 67,117 Millionen Franken auf 65,589 Millionen Franken. Die Nettoinvestitionen über rund 901 053 Franken (Budget rund 1,546 Millionen Franken) konnten nur zu einem kleinen Anteil aus eigenen Mitteln finanziert werden. Aufgrund des Finanzierungsfehlbetrages sank das Nettovermögen im Jahresvergleich von 15,479 Millionen Franken oder 3088 Franken pro Einwohner auf 14,728 Millionen Franken oder 2923 Franken pro Einwohner. Eine Pro-Kopf-Verschuldung bis 2500 Franken wird vom Kanton noch als tragbar eingestuft. Die Kennzahlen zur Verschuldung zeigen immer noch gute Werte auf, nicht zuletzt auch dank der Landreserven. Die Kennzahlen zur Finanzierung und Leistungsfähigkeit sind weiterhin ungenügend.
Der Gemeinderat nimmt das steigende finanzielle Ungleichgewicht ernst und wird in den nächsten Monaten weitergehende Überlegungen zur Bewältigung dieser herausfordernden Situation machen.
Rechnungsabschlüsse der Spezialfinanzierungen
Beim Wasserwerk resultiert ein Aufwandüberschuss von rund 65 000 Franken (Budget 57 700 Franken) sowie ein Finanzierungsfehlbetrag von rund 54 000 Franken (Budget Finanzierungsüberschuss von 59 200 Franken). Das Nettovermögen sinkt deshalb auf neu rund 1,737 Millionen Franken (2024 bei rund 1,791 Millionen Franken).
Die Abwasserbeseitigung schliesst die Rechnung 2025 mit einem Aufwandüberschuss von rund 264 000 Franken (Budget 243 500 Franken) ab.
Der Finanzierungsfehlbetrag beträgt rund 918 000 Franken (Budget 986 600 Franken). Das Nettovermögen sinkt deshalb auf neu rund 4,292 Millionen Franken (2024 bei rund 5,210 Millionen Franken).
Die Spezialfinanzierung Abfallwirtschaft erzielt einen Aufwandüberschuss von rund 6800 Franken (Budget 7400 Franken) sowie einen Finanzierungsüberschuss von rund 16 000 Franken (Budget 15 500 Franken). Das Nettovermögen steigt deshalb auf neu rund 551 000 Franken (2024 bei rund 535 000 Franken).
Das Elektrizitätswerk schliesst das Rechnungsjahr 2025 mit einem Ertragsüberschuss von rund 311 000 Franken (Budget 242 200 Franken) ab. Der Finanzierungsüberschuss beträgt rund 207 000 Franken (Budget 149 800 Franken). Das Nettovermögen steigt deshalb auf neu rund 2,171 Millionen Franken (2024 bei rund 1,964 Millionen Franken).
Trotz der teilweise erzielten Aufwandüberschüsse sowie vorhandenen Finanzierungsfehlbeträgen bestehen bei allen Spezialfinanzierungen weiterhin Nettovermögen. So bestehen weiterhin finanzielle Reserven für bereits bewilligte oder geplante Projekte.
Rechnungsabschluss 2025 der Ortsbürgergemeinde
Die Erfolgsrechnung der Ortsbürgergemeinde weist für 2025 einen Ertragsüberschuss von rund 210 000 Franken (Budget 154 500 Franken) aus. Der Forstbetrieb Mutschellen weist einen Ertragsüberschuss von rund 181 000 Franken (Budget 11 700 Franken) aus. Der Anteil am Ertragsüberschuss des Forstbetriebes Mutschellen beträgt für die Ortsbürgergemeinde Berikon rund 55 000 Franken (Budget 3500 Franken). --gk
