Jahreserlös für Jugendliche
06.02.2026 Bremgarten, Kirche, Jugend«Never walk alone» erhält Spende aus Flohmarkttätigkeit der Reformierten Kirche
Das Team der Reformierten Kirche Bremgarten-Mutschellen unterstützt die Anlaufstelle für junge Erwachsene mit dem gesamten Erlös aus seiner ...
«Never walk alone» erhält Spende aus Flohmarkttätigkeit der Reformierten Kirche
Das Team der Reformierten Kirche Bremgarten-Mutschellen unterstützt die Anlaufstelle für junge Erwachsene mit dem gesamten Erlös aus seiner Flohmarkttätigkeit. Spenden wie diese sind essenziell für den Bremgarter Verein, um sein Angebot für Heimabgänger weiterhin sicherstellen zu können.
Mit viel Engagement hat die Reformierte Kirche Bremgarten-Mutschellen wiederum das ganze Jahr hindurch Bücher, Geschirr und verschiedenste Alltagsgegenstände aller Art aus zweiter Hand angeboten. Immer verbunden mit gemütlicher Atmosphäre, Kaffee und kleinen Leckereien zur Stärkung zwischendurch. Dabei ist im abgelaufenen Jahr ein Betrag von knapp 2700 Franken zusammengekommen.
Die Verantwortlichen haben sich dazu entschlossen, diesen Jahreserlös aus der Flohmarkttätigkeit vollumfänglich «Never walk alone» zukommen zu lassen. Der Bremgarter Verein kommt damit bereits zum zweiten Mal in den Genuss einer Spende des Flohmarktteams. Der Scheck über exakt 2694 Franken und 45 Rappen wurde in diesen Tagen feierlich übergeben.
Auf Spenden angewiesen
Das Team der Reformierten Kirche betont, dass mit der Spende junge Erwachsene gezielt und wirksam auf einem wichtigen Lebensabschnitt unterstützt werden können. Ein entscheidendes Kriterium für die erneute Zuwendung sei die regionale Verankerung des Angebots und die überzeugende Arbeit der beiden Frauen hinter dem Verein gewesen. Diese wiederum sind auf solche Spenden angewiesen, wie Monika Jenni und Barbara Imboden, die beiden Köpfe hinter «Never walk alone», betonen: «Zweckgebundene Spenden sind für unser Angebot von zentraler Bedeutung.» Nur so sei es möglich, Beratung und Begleitung der jungen Erwachsenen bei Bedarf auch mit finanzieller Nothilfe zu ergänzen. Jenni und Imboden arbeiten als Team und begleiten und unterstützen Jugendliche, die sonst ganz auf sich gestellt wären. «Niemand soll den Übergang ins Erwachsenenleben allein meistern müssen, wenn er oder sie das nicht möchte», lautet das Motto.
Warten auf das Gesetz
Die Anlaufstelle «Never walk alone» ist derzeit und noch bis Ende 2026 massgeblich durch Spendengelder der Glückskette sowie des Swisslos-Fonds Aargau finanziert. Wie es danach weitergeht, ist noch ungewiss. Da im Betreuungsgesetz eine gesetzliche Grundlage für die Finanzierung entsprechender Beratungsangebote für junge Erwachsene fehlt und das aargauische Kinder- und Jugendhilfegesetz voraussichtlich zumindest auf sich warten lässt, ist der Verein erneut auf der Suche nach finanziellen Mitteln, um das Angebot für die Jahre 2027 bis 2029 sicherzustellen.
Hilfe, wo es sie braucht
Hervorgegangen ist «Never walk alone» aus einem Projekt des Kinderheims St. Benedikt. Im Hermetschwil-Staffler Sonderschulheim merkte man, dass Bedarf besteht. Schliesslich entlässt man dort jedes Jahr volljährige Menschen in ein selbstständiges Leben und in die Berufswelt. Und hat öfters festgestellt, dass die Jugendlichen zuweilen schneller als geplant wieder anklopfen. Denn nicht selten sind diese jungen Menschen verloren, auf sich allein gestellt in der grossen, weiten Welt ohne Hilfe und Bezugspersonen.
Hier sollte das Projekt Abhilfe schaffen. «Never walk alone» bietet betroffenen Jugendlichen Unterstützung auf dem Weg ins Erwachsenenleben, wo auch immer sie diese brauchen. Als Hilfe bei Formalitäten, bei Schwierigkeiten in der Lehre, bei der Wohnungssuche – und vielem mehr. Die Notwendigkeit von Unterstützung ist gross und Alternativen gibt es wenige, das haben die bisherigen Erfahrungen von «Never walk alone» gezeigt. «Care-Leaver», wie man betroffene Jugendliche in der Fachsprache nennt, fliegen oft unter dem Radar. Im öffentlichen und politischen Diskurs sind sie kaum auf der Agenda. Einheitliche Regelungen und Angebote für sie gibt es nicht. Umso wichtiger, dass das Bremgarter Angebot von «Never walk alone» auch ohne Gesetz weiterhin bestehen bleibt. Spenden, wie diejenige der Reformierten Kirche, bleiben daher nötig. Denn sie helfen dabei, dass junge Menschen zu wichtigen Mitgliedern der Gesellschaft reifen können. --red
Weitere Informationen zum Angebot und Kontaktdaten unter www.never-walk-alone.ch

